Wechseljahre: Entspannt durch die Zeit trotz Beschwerden

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Wechseljahre sind nicht nur von Beschwerden begleitet. Sie sind auch Zeiten des Wandels.
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Gesund & fit

Was sind eigentlich die Wechseljahre? "Etwa mit Ende 40, Anfang 50 verabschieden sich die Eierstöcke sozusagen in den Ruhestand", sagt Prof. Dr. Bernd Kleine-Gunk. "Aber das tun sie nicht von heute auf morgen. Das kann sechs Monate bis zwei Jahre dauern." Es ist eine Zeit des Wandels.

Die Rolle der Frau in der Natur und Gesellschaft ändert sich: "Sie ist nicht mehr fruchtbar, ihre Rolle als Mutter hat sie erfolgreich gemeistert", so der Hormonexperte. "Jetzt beginnt die Zeit der Neu-Orientierung . Und die ist für viele Frauen dann auch mit körperlichen Beschwerden verbunden, weil sich ihre hormonelle Situation ändert."

Der Beginn der Hormonumstellung

Zuerst bilden die Eierstöcke etwas weniger weibliche Hormone wie Östrogen und Gestagen: Der Eisprung wird unregelmäßig, in manchen Zyklen bleibt er dann auch schon mal ganz aus. Die Wechseljahre beginnen also.

"In dieser Phase schwankt der Hormonspiegel stark", so der Experte. Dass die Eierstöcke weniger tun, registriert das Gehirn - und die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) schickt "befehlende" Hormone an die Eierstöcke. Prof. Dr. Kleine-Gunk: "Das kann man mit einem Kutscher vergleichen, der merkt, dass seine Pferde - die Eierstöcke - lahm werden und deshalb zur Peitsche, nämlich den stimulierenden Hormonen, greift."

Anfangs funktioniert das auch noch: Die Eierstöcke strengen sich noch mal richtig an. "Aber irgendwann sind ihre Reserven erschöpft. Da hilft es auch nicht mehr, dass die Hypophyse die Konzentration des Eierstock anregenden Hormons FSH im Blut auf enorme Höhen treibt."

Hauptsymptom: Hitzewallungen

Solche Hormonschwankungen führen zu unregelmäßigen Blutungen. "Aber das sind nicht die einzigen Beschwerden", so der Experte. "Auch das Zentrum im Gehirn, das die Temperatur regelt, und das Gefühlszentrum im Gehirn können beeinflusst werden. Das kann zu sogenannten psychovegetativen Störungen führen. Ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren leidet unter heftigen Beschwerden, ein Drittel spürt gelegentlich leichtere Symptome, und ein weiteres Drittel durchlebt die Wechseljahre völlig beschwerdefrei."

Der Experte weiß: Die häufigste vegetative Störung sind die Hitzewallungen. Sie betreffen meist den Oberkörper, steigen zum Kopf auf. Und sie können von einer mehr oder minder starken Rötung und einem anschließenden Schweißausbruch begleitet sein.

"Bei Hitzewallungen gibt es eine große Schwankungsbreite", so Prof. Dr. Kleine-Gunk: "Von seltenen Hitzeanflügen bis hin zu 50 bis 60 schweren Attacken pro Tag, bei denen Frauen mehrfach die nasse Wäsche wechseln müssen, ist alles möglich."

Außer Hitzewallungen können noch andere Beschwerden auftreten. "Dazu gehören vor allem Schlafstörungen, Schwindel, Herzjagen, Ängstlichkeit, Nervosität, zunehmende Gereiztheit oder depressive Verstimmungen."

Die gute Nachricht

"All diese Beschwerden sind zwar teils sehr lästig, aber beileibe nicht gefährlich", betont der Hormonexperte. "Selbst wenn es sich dramatisch anfühlen sollte, etwa anfallsartiges Herzjagen, Engegefühl im Brustkasten oder Kribbeln an den Armen und/oder den Beinen: Es führt nicht zu Schäden." Das heißt aber nicht, dass man die Beschwerden ertragen muss, weil sie ja ungefährlich sind. "Schließlich können sie die Lebensqualität stark einschränken", so der Experte.

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