GesundheitWechselwirkungen: Welche Medikamente und Lebensmittel sich nicht vertragen

Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln
Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln kommen oft vor
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Inhalt
  1. Schilddrüsenhormone
  2. Anti-Baby-Pille
  3. Antibiotika I
  4. Antibiotika II
  5. Osteoporose-Mittel
  6. Schmerzmittel, Schlafmittel, Lipidsenker, Herzmittel
  7. Eisentabletten
  8. Antidepressiva
  9. Paracetamol
  10. Blutverdünner
  11. Blutdrucksenker
  12. Asthmamittel
  13. Antazida
  14. Diuretika

Wechselwirkungen kommen nicht nur zwischen Medikamenten vor, sondern auch zwischen Medikamenten und Lebensmitteln.

Medikamente können mit Lebensmitteln wechselwirken. Ihre Wirkung kann verstärkt oder geschwächt werden, sie können anders wirken oder Nebenwirkungen hervorrufen, wie etwa Schlafstörungen oder Herzrasen.

Eindeutige Angaben zu Wechselwirkungen stehen nur in den wenigsten Packungsbeilagen - auf Rezepten meist gar nicht. Kaum ein Arzt gibt Ernährungsempfehlungen zu den Medikamenten. Laut dem deutschen Apothekerverband reagieren rund 315 Arzneistoffe, die in über 5.000 (!) Medikamenten enthalten sind, auf diverse Inhaltsstoffe von Lebensmitteln.

Schilddrüsenhormone

Schilddrüsenhormone (z.B. Triiodthyronin und Thyroxin) vertragen sich nicht mit Mineralwasser! Das darin enthaltene Calcium und Magnesium machen die Hormone wirkungslos.

Anti-Baby-Pille

Echtes Johanniskraut (als Präparat - etwa in einigen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten -, Tee oder Schnaps) kann die Wirkung der Pille hemmen. Johanniskraut wurde früher sogar als Abtreibungsmittel genutzt. Heute wird es bei Menstruationsbeschwerden oder Stimmungsschwankungen eingenommen.

Wer die Pille nimmt, sollte übrigens auch nicht zu viel Kaffee trinken: Das Koffein wird in Kombination mit der Pille langsamer abgebaut.

Antibiotika I

Wer Antibiotika mit Ciprofloxacin, Norfloxacin oder Doxycyclin einnimmt, sollte keine (Butter-)Milch, keinen Käse, Quark und Joghurt zu sich nehmen. Das darin enthaltene Calcium reagiert chemisch mit den Antibiotika. Die Moleküle verbinden sich zu einem großen Molekül, dass nicht mehr durch die Darmwand (und somit ins Blut) gelangen kann. Das führt zu einer abgeschwächten Wirkung des Antibiotikums oder sogar zur Wirkungslosigkeit. Milchprodukte und calciumreiche Lebensmittel (wie grüne Bohnen, Artischocken oder Kohlrabi) sollten frühestens zwei Stunden nach Einnahme der Antibiotika verzehrt werden.

Antibiotika II

Wer Antibiotika mit Gryasehemmern einnimmt (wird z.B. bei Blasen- oder Niereninfektionen verschrieben) sollte auf Koffein (Kaffee, Cola, Tee) verzichten. Die Kombination von Gryasehemmern und Koffein kann zu Herzrasen und Schlafstörungen führen, da das Medikament den Abbau des Koffeins im Körper hemmt. Am besten verzichtet man während der ganzen Einnahmedauer auf koffeinhaltige Lebensmittel.

Osteoporose-Mittel

Osteoporose-Mittel enthalten häufig den Wirkstoff Bisphosphonat.  In Verbindung mit Calcium bildet der Wirkstoff unlösliche Komplexe. Dementsprechend sollte man bei der Einnahme auf calciumreiche Lebensmittel, wie etwa Milch und Milchprodukte verzichten. Gleiches gilt für Magnesium, das z.B. in Nüssen, Kakao, Amaranth, Quinoa und im Mineralwasser enthalten ist. Besser: Osteoporose-Mittel nur mit gewöhnlichem stillem Wasser schlucken.

Schmerzmittel, Schlafmittel, Lipidsenker, Herzmittel

Wer Medikamente gegen Schmerzen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzprobleme nimmt, sollte definitiv auf Grapefruitsaft, Bitterorangen und manche Orangenkonfitüren und -marmeladen verzichten! In den Früchten ist zum einen der Naturstoff Naringenin enthalten, zum anderen die pflanzlichen Farbstoffe Flavonoide. Die in der Grapefruit enthaltenen Enzyme können die Wirkung der Medikamente um bis zu 30 Prozent (!) verstärken und somit z.B. Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen auslösen.

Medikamente mit dem Wirkstoff Nifedipin - also etwa Blutdrucksenker - können in Zusammenhang mit der Pampelmuse zu Blutdruckabfall, Herzrasen und Kopfschmerzen führen. Mit Schlafmitteln eingenommen kann die Pampelmuse zu vollrauschartigen Symptomen führen.

Eisentabletten

Wein, Grün- und Schwarztee und Kaffee machen Eisentabletten wirkungslos! Die darin enthaltenen Gerbstoffe, sogenannte Tannine, hindern den Körper daran, das Eisen aufzunehmen - es wird einfach wieder ausgeschieden. In der Regel gilt: Zwei Stunden vor und zwei Stunden nach der Einnahme der Eisentabletten auf tanninhaltige Lebensmittel verzichten. Auch Milch, Sahne, Rhabarber und eiweißreiche Lebensmittel sollten nicht mit Eisentabletten eingenommen werden.

Antidepressiva

Antidepressiva enthalten Monoaminooxidase-Hemmer (kurz: MAO-Hemmer). Kommen Lebensmittel mit über acht Gramm Tyramin hinzu, kann es zu Kopfschmerzen, aber auch gefährlichem Bluthochdruck und sogar Hirnblutungen führen. Gereifter Käse, Rotwein (vor allem Chianti), Tofu, Sauerkraut, Sojabohnen, sowie andere geräucherte oder getrocknete Fisch- und Fleischprodukte (z.B. Salzheringe und Salami) - sie alle enthalten erhöhte Mengen Tyramin, das entsteht, wenn Lebensmittel gegärt oder fermentiert werden.

Möglicherweise in der Kombination mit Antidepressiva gefährlich: Bananen, Ananans, Muskatnuss, Feigen, Rosinen, Joghurt und Soja-Soße.

Paracetamol

Alkohol verstärkt den lebertoxischen Effekt von dem schmerzstillenden Mittel Paracetamol.

Blutverdünner

Grüne Gemüsesorten wie Spinat, Kohlrabi, Brokkoli und Rosenkohl, aber auch Leber, Fleisch und Ei enthalten viel Vitamin K. Dieses Vitamin schwächt den gerinnungshemmenden Effekt der Wirkstoffe Phenprocoumon und Warfarin, die in Blutverdünnern enthalten sind. Auch Vitamin E (in Walnüssen, Müsli, Vollkornprodukten, Mandeln, Nüssen und Ölen enthalten) verstärkt die Wirkung der Gerinnungshemmer (wie z.B. Marcumar).

Blutdrucksenker

Die Leber ist zuständig für den Abbau von Arzneisoffen. Ist das Organ allerdings mit dem Verdauen reichhaltiger, fetter Nahrung beschäftigt, lässt sie die Medikamente "ungefiltert" durch. Die Folge: Die Wirkstoffe in den Betablockern, etwa Propranolol, wirken stärker als sie sollten.

Asthmamittel

Viele Asthmamittel enthalten den Wirkstoff Theophyllin. Es erweitert die Bronchien und dämmt Entzündungen der Atemwege ein. Vorsicht ist geboten bei der Einnahme der Asthmamittel in Kombination mit Schwarzem Pfeffer. Das in ihm enthaltene Piperin sorgt dafür, dass sich zu viel des Arzneiwirkstoffs Theophyllin im Körper ansammelt und somit seine Wirkung erhöht wird.

Asthmamittel in Kombination mit Gerbstoffen (Tanninen) können eine ähnliche Wirkung entfalten. Tannine sind z.B. enthalten in schwarzem und grünen Tee, Walnüssen und Himbeeren.

Antazida

Antazida werden gegen Sodbrennen verschrieben. Sie sollen die Magensäure neutralisieren. Das tun sie u.a. mit den in ihnen enthalten Aluminiumsalzen. Wer zu einem Antazidum greift, sollte auf Citrate verzichten, enthalten etwa in Obstsäften, Limonaden, Brausetabletten und Wein. Der Grund: In Kombination miteinander reichert der Körper eine größere Menge des Aluminiums an - und das kann giftig enden.

Diuretika

Wer ein Diuretikum nimmt, sollte auf Lakritze verzichten. Das Medikament, das den Körper entwässern soll, verstärkt in Kombination mit der dunklen Süßigkeit seine Wirkung. Die Folge: Vitamine und Mineralstoffe werden ebenfalls "ausgeschwemmt", vor allem der Kaliumverlust wird immens. Auf Dauer führt Kaliummangel zu Muskelschwäche, Schläfrigkeit und erhöhten Blutdruck.

 

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