Wegen "Zurschaustellung von Andersartigkeit": Lesbisches Paar wird aus Wiener Café Prückel geworfen

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Der Begrüßungskuss eines lesbischen Pärchens wurde im Wiener Café Prückel wurde zum "öffentlichen Ärgernis".
Foto: iStock/ Symbolbild

Besitzerin betrachtet öffentliche Küsse des lesbischen Paares als öffentliches Ärgernis

Ungeheuerlich, aber wahr: In der letzten Woche wurde ein lesbisches Pärchen aus dem Wiener Café Prückel geworfen, weil es sich öffentlich küsste.

Es ist ein ganz normaler Tag in der österreichischen Hauptstadt. Eva und Anastasia tun genau das, was so viele andere Paare in Wien auch gerne tun. Sie verabreden sich in einem der vielen Wiener Kaffeehäuser.

Als die beiden Frauen im Wiener Café Prückel aufeinandertreffen, begrüßen sie sich mit einem Kuss. Es dauert nicht lange und ein Kellner erscheint am Platz des lesbischen Pärchens. Er teilt Eva und Anastasia mit, dass sie sich im Café Prückel besser nicht noch einmal küssen sollten. Er nimmt die Bestellung entgegen und kommt nur noch ein weiteres Mal an den Tisch des Paares, um das Gewünschte zu bringen und abzukassieren.

Als das lesbische Paar sich bei der Geschäftsführerin des Café Prückel über den unhöflichen Kellner und seine deplatzierten Äußerungen beschweren möchte, stößt es bei der Chefin auf taube Ohren. Anstatt sich bei ihren Gästen zu entschuldigen, nimmt Christl Sedlar, die Leiterin des Café Prückel, ihren Angestellten in Schutz. Mehr noch: Sie schmeißt Eva und Anastasia sogar aus dem Lokal. Laut Aussage des Paares wegen "Zurschaustellung von Andersartigkeit". Christa Sedlar soll gesagt haben, dass das Verhalten des lesbischen Paares eher in einen Puff gehöre, als an einen öffentlichen Ort wie ein Café.

Wie das Magazin Vice berichtet , soll die Geschäftsführerin des Café Prückel das Paar sogar mit den Worten verabschiedet haben: „Egal, was ihr macht, mein Geschäft könnt ihr nicht zerstören, nur ihr werdet zerstört werden." In einem späteren Telefon-Interview versucht sich Christ Sedlar dann allerdings zu rechtfertigen - mit einer mehr als fadenscheinigen und empörenden Begründung: "Ich finde es traurig, dass sie ihre Zuneigung öffentlich kundgeben müssen. Man kann alles von zwei Seiten sehen. Sie haben sich gemobbt gefühlt, weil wir sie angegangen sind, wir haben uns gemobbt gefühlt, weil sie hier rumgemacht haben."

Der Kuss, den Anastasia und Eva als "Begrüßungskuss" beschreiben, sei laut Café-Leiterin Sedlar eher ein "öffentliches Ärgernis" gewesen. Eine interessante Wortwahl, wenn man bedenkt, dass die Besitzerin zugibt, den Kuss selbst gar nicht gesehen zu haben. Sie sagte, nicht beobachtet zu haben, was sich ereignete, bevor der Kellner an das lesbische Pärchen herantrat. Außerdem kann sie sich auch nicht mehr daran erinnern, was sie genau zu dem Paar gesagt habe, bevor dieses das Café Prückel verlassen musste.

Gegen die intolerante Haltung der Cafébesitzerin und des Personals soll nun am kommenden Freitag mit einer Kundgebung vor dem Café Prückel vorgegangen werden. Mehr Informationen gibt es auf Twitter, #KüssenimPrückel .

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