Wencke Myhre: Die schlimmste Nacht ihres Lebens

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Tapfere Wencke Myhre: Im August 2010 traf sie die Schockdiagnose Brustkrebs
Foto: Imago / Scherf

"Die Nacht, in der ich fast die Hoffnung verlor."

Sie ist eine starke Frau – aber auch sie geriet an ihre Grenzen

Wenn sie heute, im November 2012, an die schwerste Zeit ihres Lebens zurückdenkt – dann erscheint ihr alles bloß wie ein langer, böser Traum.

„Es war ein plötzlicher Stop in meinem Leben… Ich setzte mich und schrieb meine Gedanken auf“, sagt Wencke Myhre (65) über die Zeit nach der Brustkrebs-Diagnose . So entstanden ihre Memoiren.

Eine offene, erschütternde Lebensbeichte. Besonders berührt die Schilderung einer bestimmten Nacht – in der sie fast die Hoffnung verlor…

Es war gegen Ende ihrer ersten Chemotherapie, als sie bemerkt, dass nun unweigerlich ihre schönen Haare ausfallen.

Wencke Myhre: „In einer schlaflosen Nacht stehe ich auf, schaue in den Spiegel und fasse mir in die Haare. Ein großes Büschel löst sich von der Kopfhaut. Mit meinem Hund ,Oscar‘ als stummem Zuschauer entferne ich all das lose Haar, und schneide mit der Nagelschere den Rest ab. Ich binde mir ein Kopftuch um, und hoffe, dass mein Lebensgefährte nicht aufwacht…“

Kurz nach dieser Nacht fuhr sie zu einem Perückenmacher. Wencke: „Das Haar ist natürlich nur zweitrangig, es zählt das Überleben – aber mit der Perücke fühlte ich mich mehr geschützt. Nicht so verletzbar. Eitel sind wir alle…“

Wencke überstand die Therapie, heute geht es ihr Gott sei Dank wieder gut. Aber sie sagt auch: „Ich muss ab jetzt damit leben. Ich werde nie diese Unruhe (dass noch mal etwas sein könnte, d. Red.) beiseiteschieben können. Sie wird das ganze Leben bleiben.“

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