Wenn eine Adoption kein Glück bringt

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Zuzusehen, wie die anderen Kinder eine neue Familie bekommen, wäre schon schlimm...
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Die Adoption: Wenn Eltern Abschied nehmen müssen

Die Eltern der beiden Kleinen leben noch, aber sie haben Aids. Deshalb entschließen sie sich, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. Ein schwieriger Abschied und Anfang – für alle

"Ich habe sie gestillt, ich will die Wahrheit hören!" Eine Mutter ist wütend und verzweifelt. Ihre Kinder sind weg. Und zwar viel verschwundener, als sie jemals erwartet hätte. Sie hat ihre Tochter und ihren Sohn zur Adoption freigegeben, weil ihr keine andere Lösung einfiel. Denn sie und der Vater der Kinder haben Aids. Die Zukunft für die Familie, zu der noch weitere Geschwister hören, war zu ungewiss. Aber jetzt hat sie schon so lange nichts mehr von den beiden Adoptiv-Kindern gehört, obwohl ihr etwas anders zugesagt worden war.

Eine dänische Filmemacherin erzählt uns diese wahre Geschichte über "Die Adoption". Von zwei Elternpaaren am Rande der Verzweiflung - und darüber hinaus. Die einen verzehren sich nach Informationen, wie es ihren Kindern geht, und hören über Jahre nichts von ihnen.

Die anderen, die neuen dänischen Eltern der Kleinen kämpfen. Mit der Wut der Adoptivkinder. Vor allem die Tochter Masho ist verzweifelt und sauer, dass ihre leiblichen Eltern sie fortgeschickt haben. Statt Alltag und Harmonie permanente Überforderung. „Ich sag dir was, Schätzchen, hier weht ein anderer Wind“, droht die dänische Adoptivmutter schon nach Stunden der Kleinen, als die im Hotelzimmer nicht weiß, wohin mit ihrem Schmerz und alles Mögliche durch die Gegend pfeffert.

Wahrscheinlich wäre schon schlimm genug, den eigenen Kindern aus der Ferne dabei zuzusehen, wie sie sich in einer anderen Famlie einleben. Aber nicht einmal das geht. Die leiblichen Eltern versuchen in Äthiopien vergeblich, etwas über den Zustand ihrer Kinder in Erfahrung zu bringen: „Die anderen Eltern haben uns im Stich gelassen. Sie haben uns den Rücken zugekehrt.“

Auch in Dänemark entspannt sich die Lage für die neue "Familie" kein bisschen: "Das macht keinen Spaß. Man fragt sich nur: Wie lange halte ich das aus?" Und: "Es ist so, als hätte man eine Niete gezogen."

Es ist unfassbar, wie sehr alles schief laufen kann, auch wenn alle alles richtig machen möchten.

Nach der Dokumentation wurde in Dänemark sogar die Regeln für Adoptionen geändert: Statt zwei privaten Agenturen darf jetzt nur noch der Staat vermitteln

Absolut sehenswert, bis Dienstag noch hier online !

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