Werbeaufsicht verbietet Kampagne mit Magermodel

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Die Beine dünn wie Streichhölzer - dieses Foto ist besorgniserregend
Foto: YSL

Endlich! Die britische Werbeaufsicht greift durch: Eine Kampagne von Yves Saint Laurent wird jetzt verboten, weil das Model eindeutig zu dünn ist. Das Foto des abgemagerten Models wird als "unverantwortlich" kritisiert.

Eine junge Frau rekelt sich in teurer Designer-Kleidung auf dem Boden eines Zimmers. Eigentlich das perfekte Hochglanz-Motiv: Doch was sexy wirken soll, sieht irgendwie falsch aus. Steif und viel zu kantig liegt das Model da. Ein fast schmerzhafter Anblick, denn die junge Frau ist kaum mehr als Haut und Knochen. Rippen, die hervortreten und Beine, bei denen man Oberschenkel nicht von Unterschenkel unterscheiden kann, wirken nicht ästhetisch, sondern einfach nur besorgniserregend.

Genau das sieht auch die britische Werbeaufsicht "Advertising Standards Authority" (ASA). Ein schlechtes Vorbild für junge Mädchen? Auf jeden Fall, sagt die ASA. Die Kampagne sei ein Beispiel dafür, dass Design-Labels ungesundes Untergewicht propagandieren würden.

"Die ASA ist der Auffassung, dass die Pose des Models und der besondere Lichteffekt die Aufmerksamkeit auf den Brustkorb ziehen, von dem die Rippenbögen zu sehen sind und deutlich hervortreten"

Einsicht bei Yves Saint Laurent? Fehlanzeige! Laut des britischen "Guardian" sollen die Verantwortlichen der Kampagne bestritten haben, dass das Model zu dünn sei. Und genau das stellt das Problem dar: Viele Labels arbeiten trotz der öffentlichen Proteste weiterhin mit Mager-Models zusammen. Argumente wie: Die Mode sei an extrem dünnen Models besser präsentiert, bestehen in der Haute Couture immer noch.

In der Öffentlichkeit scheint sich die Meinung über dünne Models mehr und mehr zu wenden. Immer wieder sorgen Kampagnen mit erschreckend dünnen Frauen für Protest unter den Konsumenten. Zuletzt verursachte die dänische Zeitschrift Cover feinen Mager-Skandal. Ein offensichtlich magersüchtiges Model wurde "versehentlich" abgedruckt. Das Blatt entschuldigen sich und gab an nicht mit Absicht gehandelt zu haben.

Dennoch: Magere Models bleiben in der Modebranche auch weiterhin Realität. Umso besser zu wissen, dass sich Behörden und Politik einschalten.

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