WhatsApp Sniffer: Mit App Treue des Partners testen?

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Vorsicht! Das Handy des Partners mit einem WhatsApp Sniffer auszuspionieren, kann gefährliche Folgen haben.
Foto: © Wavebreak

Liebe

Ist mein Mann treu? Sind meine Kinder bei Freunden oder doch in der Disco? Spionage Apps für Smartphones wie WhatsApp Sniffer, zu deutsch Schnüffler, können helfen, diese Fragen zu beantworten. Doch die Nutzung ist illegal und sehr gefährlich.

Viele Frauen kennen das: Freitagabend, warten auf den Freund. Man hat schön gekocht und sich schick gemacht. Da ruft er an, es wird spät, Kundentermin … Klar, dass frau da zweifelt. Am liebsten würde man prüfen, ob er wirklich noch im Büro ist. Oder ob er sich stattdessen via WhatsApp mit einer attraktiven Freundin verabredet hat. Und überhaupt: Sein Handy orten zu können, wäre auch richtig cool … oder?

Die Nutzung von Spionage-Apps ist sehr gefährlich

Helfen können da WhatsApp Sniffer, das sind Spionage-Apps, die seit einigen Jahren im Internet kursieren und ermöglichen, die Nachrichten mitzulesen, die jemand über seinen WhatsApp-Account verschickt. Sie schicken die Daten des infizierten Handys an einen Internet-Server, wo du sie lesen kannst. Solche Spionage-Apps wie die Sniffer oder auch MySpy sind einfach herunterzuladen. Die Nutzung solcher Apps ist jedoch sehr gefährlich!

Die Daten können von Fremden für kriminelle Machenschaften genutzt werden

„Wer auf einem Handy eine Spionage-App installiert, ermöglicht damit den Zugriff auf sämtliche Daten, die sich auf dem Handy befinden. Kontakte, Bilder, SMS, Mails, gespeicherte Passwörter, alles kann dann von außen abgefragt werden. Diese Daten gehen aber nicht nur an einen selbst, sondern können auch an das Unternehmen gesendet werden, das die App entwickelt hat. Diese Unternehmen sitzen oft im Ausland, sind nicht an deutsches Recht gebunden und es besteht große Gefahr, dass die Daten auch für kriminelle Machenschaften genutzt werden“, erklärt Falk Garbsch, ein Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC). Der CCC ist eine Vereinigung von deutschen Computer- und Internetexperten, die es sich auch zur Aufgabe gemacht haben, über die Gefahren der neuen Techniken aufzuklären.

Eine horrende Handy-Rechnung kann eine Folge sein

Hat eine fremde Person erstmal die Daten, die oft auf einem Handy gespeichert sind, kann sie damit vieles machen: eine Bestellung bei Amazon aufgeben, Einkäufe bei Ebay tätigen, Mails im Namen des Handybesitzers versenden oder auch bei teuren Hotlines anrufen. Eine horrend hohe Handyrechnung kann eine der Folgen sein. „Das Problem ist, dass es dann nahezu unmöglich ist, zu beweisen, dass man das nicht selbst zu verantworten hat“, warnt Falk Garbsch.

Das Handy kann zur Wanze werden

Via Fernsteuerung kann das Handy durch die Spionage-App auch als Wanze benutzt werden. Der Aufenthaltsort kann bestimmt und über die Kamera und das Mikrofon können Videos und Gespräche aufgenommen werden. „Das ist ungefähr so, als würde ich mein Handy einer wildfremden Person in die Hand drücken und ihr sagen: Mach damit, was du willst“, verdeutlicht Garbsch. Dasselbe gilt für Spionage-Software auf Computern. „Was man auch unbedingt bedenken sollte, ist, dass diese Daten, einmal versendet, nicht mehr zurückzuholen sind“, so der Software-Experte. „Außerdem ist es in Deutschland grundsätzlich illegal, eine andere Person derart zu überwachen. Wer eine Spionage-App auf einem fremden Gerät installiert, macht sich strafbar.“

Der Vertrauensbruch führt höchstwahrscheinlich zum Beziehungsende

Von all diesen Gefahren abgesehen, ist die Installation einer Spionage-App aber auch ein elementarer Vertrauens-Bruch. Ob Partner, Kinder oder Angestellte, wenn diese die App entdecken, sind eine Ende der Beziehung, großes Misstrauen und Enttäuschung sicher. „Man muss sich nur mal vorstellen, wie es wäre, wenn das jemand mit einem selbst machen würde“, empfiehlt Garbsch. „Wenn ich darüber nachdenke, meinen Partner auszuspionieren, dann ist die Beziehung schon derart im Argen, da ist sie eigentlich schon vorbei. Technische Ansätze sind dann bestimmt nicht die richtige Lösung.“

Lieber nochmal durchatmen

Also: Vor dem Griff zum fremden Handy und der Installation von Sniffer, MySpy & Co – lieber nochmal tief durchatmen, daran denken, welch großen Schaden so eine App anrichten kann – und es besser sein lassen.

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