Wie gefährlich ist der Zika-Virus für uns?

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So sieht ein Baby aus, dessen Mutter mit Zika infiziert war.
Foto: Getty Images

In Deutschland gibt es die erste Zika-Erkrankte. Der Virus breitet sich gerade "explosionsartig" in Süd- und Mittelamerika aus.

2015 wurden in Brasilien ungewöhnlich viele Kinder mit einem zu kleinen Kopf geboren. Ausgelöst wurde diese Missbildung durch einen Virus, der sich derzeit "explosionsartig" in Süd- und Mittelamerika ausbreitet. In bereits 20 Länder wurde der Virus gemeldet. In Brasilien gibt es seit dem vergangenen Jahr rund 4180 Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen, die mit dem Zika-Virus in Verbindung gebracht werden.

Wie wird Zika übertragen?

Zika wird über Mücken übertragen. Ein Grund dafür, warum sich der Virus so gut verbreiten kann. Beim Menschen löst der Virus meist zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen und Hautausschlägen. Viele Infizierte merken gar nicht, dass sie betroffen sind. Wer die Krankheit durchgestanden hat, ist danach immun gegen den Erreger. Ein Grund dafür, dass die Krankheit vor ihrer starken Ausbreitung Anfang 2015 als eher harmlos galt.

Dennoch: Zika ist auch über ungeschützten Sex übertragbar. Auch Blutkonserven können den Erreger übertragen.

Warum ist Zika für Schwangere gefährlich?

Gefährlich ist die Krankheit für Schwangere: Infiziert sich eine Frau während der Schwangerschaft, kann das zu schweren Schädelmissbildungen beim Kind führen. Sie überträgt den Virus auch auf ihr Kind. Einige südamerikanische Staaten haben Frauen schon empfohlen geplante Schwangerschaften bis auf weiteres zu verschieben.

Mittlerweile werden Schwangere in Brasilien extrem kontrolliert. Jeder Hautausschlag und jede Frau mit Fieber in der Schwangerschaft werden auf den Erreger untersucht. Dennoch schreitet die Ausbreitung voran. Brasilien geht von einer Ansteckungsrate in Millionenhöhe aus, so die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Gibt es Zika auch in Deutschland?

Die Chefin der Weltgesundheitsorganisatin (WHO) Margaret Chan sagte: Die Zika-Epidemie verbreite sich "explosionsartig" auf dem amerikanischen Kontinent. Die WHO geht ebenfalls davon aus, dass sich in den kommenden Monaten bis zu vier Millionen Menschen auf dem südamerikanischen Kontinent anstecken könnten.

In Deutschland gibt es bislang einen Fall des Virus. Eine Frau hatte sich in Haiti infiziert. Sie wird derzeit in einer Spezialklinik in Hamburg behandelt. Die Ausbreitung ist unwahrscheinlich, da eine Ausbreitung über Mücken in Deutschland quasi ausgeschlossen werden kann.

Das Auswärtige Amt rät Frauen von Reisen nach Südamerika derzeit ab. Generell gilt es bei Reisen nach Süd- und Mittelamerika auf strengen Mückenschutz zu achten.

Was kann man gegen die Ausbreitung tun?

In Brasilien sind rund 200.000 Soldaten im Einsatz um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Dazu werden Brutstätten von Mücken systematisch ausgemerzt. Denn ohne die Mücke hat der Erreger weniger Chance sich zu verbreiten.

Auf dieser Karte siehst du, wo sich der Zika Virus schon überall ausgebreitet hat

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