Wie Großeltern sich auf Ihr erstes Enkelkind vorbereiten können

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Foto: Papirazzi, fotolia

Bei einem Kurs können sich erstmals werdende Großeltern auf ihre neue Rolle vorbereiten. Was die Hebamme rät, wenn das erste Enkelkind kommt.

Großeltern sind einfach unersetzlich. Doch wie weit dürfen sie sich in Eltern−Angelegenheiten einmischen? Darüber kommt es zwischen den Generationen immer wieder zum Streit. "Um mögliche Konflikte zu vermeiden, sollten sich werdende Großeltern bewusst auf ihre neue Rolle vorbereiten", sagt die erfahrene Hebamme Ilse Hörwick vom Geburtshaus Hamburg .

Seit gut einem Jahr bietet sie Kurse zum Thema "Großeltern werden − einfühlsam unterstützen und teilhaben" an. Ein bislang einmaliges Projekt in Deutschland. Die Teilnehmer des vierstündigen Seminars lernen, wie Babys heute richtig gewickelt, getragen, gefüttert und gebadet werden. "Vor allem geht es mir aber darum, die Hilfe der künftigen Großeltern dorthin zu lenken, wo sie gebraucht wird", sagt Ilse Hörwick. Hier ihre wichtigsten Tipps:

Hilfe während der Schwangerschaft

Besonders in den letzten Wochen der Schwangerschaft können Frauen Unterstützung oft gut gebrauchen. Einkaufen, Essen vorkochen − all das entlastet die werdende Mutter. Wichtig ist, dass Großeltern ihre Kinder jetzt nicht mit eigenen Sorgen belasten", sagt Ilse Hörwick. Schauergeschichten von früheren Geburten oder gut gemeinte Ernährungs−Tipps sollte man sich lieber verkneifen. Und: "Wenn der errechnete Geburtstermin bereits überschritten ist, nicht jeden Tag anrufen." Die Kinder sind ohnehin schon angespannt von der langen Warterei. Jetzt helfen Großeltern am besten mit Geduld.

Unterstützung nach der Geburt

Endlich der ersehnte Anruf: "Mama, das Baby ist da!" Die meisten Großeltern möchten jetzt am liebsten sofort die Geschenke einpacken und ins Krankenhaus fahren. Lieber noch warten, rät Ilse Hörwick. "Nach der Geburt wollen viele Eltern zunächst gar keinen Besuch empfangen, sondern sich intensiv um ihren Sohn oder ihre Tochter kümmern. Wer also weiter ein bisschen Geduld hat und ein bis zwei Tage wartet, bis die junge Familie so weit ist, der kann sicher sein, dass sich alle über den kurzen Besuch (höchstens eine halbe Stunde) freuen." Die größte Unterstützung bieten Großeltern, die von Anfang an viel Verständnis haben: "Junge Familien müssen erst ihren Rhythmus finden. Das ist eine riesengroße Aufgabe, und Eltern sind oft empfindlich, wenn sie in ihrer neuen Rolle noch nicht angekommen sind", so Ilse Hörwick. Ihr Tipp an alle Omas und Opas: Gelassenheit verbreiten. "Sie wissen ja schon: Nicht jede Blähung ist eine Kolik und nicht jeder Anfall von Baby−Blues eine Wochenbett−Depression. Was unsichere Mütter vor allem brauchen, sind Lob und Bestätigung." Wer möchte, kann für die Eltern die Wäsche erledigen oder die Wohnung sauber machen. "Eine tolle Hilfe, die junge Mütter erleichtert.

Wenn die Enkel größer werden

Jetzt sind die Großeltern erst richtig gefragt: z. B. als Babysitter, Spielgefährten, oft sogar als Tagesmutter-Ersatz. Nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen betreut fast jeder fünfte Deutsche im Alter zwischen 40 und 85 Jahren regelmäßig seine Enkelkinder. Immerhin 35 Stunden pro Monat wenden Großeltern im Schnitt dafür auf. Ohne die Unterstützung von Oma und Opa könnten viele Mütter gar nicht arbeiten gehen. Aber auch die Enkelkinder profitieren von einer engen Bindung an ihre Großeltern: Sie sind Verbündete, denen man Geheimnisse anvertrauen kann. Sie haben mehr Zeit als die Eltern, reagieren oft geduldiger. Und sie sind eine wichtige Brücke zur Vergangenheit, sagt Ilse Hörwick: "Durch die Erzählungen von Früher lernen Kinder ihre familiären Wurzeln kennen."

Miteinander reden hilft am besten

Selbst in den glücklichsten Familien läuft das Miteinander der Generationen nicht immer reibungslos ab. "Wenn Eltern oder Großeltern etwas nicht passt, sollten sie die Probleme frühzeitig ansprechen - in einer sachlichen Atmosphäre und ohne Vorwürfe", rät Ilse Hörwick. "Konflikte über die Enkelkinder auszustragen ist

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