Wie kann ihm seine Frau Thea jetzt helfen?

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Trotz der umfangreichen Arbeit versucht Günther Jauch - hier mit Ehefrau Thea - auf Events & Partys zu gehen
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Günther Jauch

Er zählt seit Jahren zu den beliebtesten Deutschen. Manch einer wünscht ihn sich sogar als Kanzler. Er ist ein Mann, der alles hat. Trotzdem wirkt Günther Jauch nicht annähernd so glücklich, wie er es sein müsste…

30 Jahre macht er schon Fernsehen, zehn Jahre davon "Wer wird Millionär?". Ein guter Grund für Günther Jauch (53), Bilanz zu ziehen. Über sein Leben – vor und hinter der Kamera. Dem Magazin der "Zeit" gab er jetzt ein Interview. Und da wirkt er gar nicht so, wie man es bei einem Mann mit seinem Erfolg vermuten könnte. Was für ein bitteres Drama um den beliebten TV-Moderator.

Der Moderator spricht vom Aussteigen

Günther Jauch wirkt im Interview sehr nachdenklich und ernst. Er spricht sogar vom Aussteigen. Und: "Was wäre, wenn ich kein Fernsehen mehr machen würde? Die Leute würden mich vergessen. Das geht schnell", sinniert er. Weiter: "Im Fernsehen ist alles leichter als im Leben." Er meint sogar: "Was ich mache, ist nichts Bleibendes."

Warum ist er nur so selbstkritisch? Er hat doch so viel erreicht! Doch nicht nur über sein Berufsleben zieht er eine kritische Bilanz, auch über sein Privates: "Ich habe nix gesehen von der Welt. Ich habe immer nur gearbeitet." Dabei hat er doch früher oft von seinem zünftigen Familienurlaub in Südtirol geschwärmt, fernab von Glamour und Schickimicki. Bereut er jetzt vielleicht, stets so bodenständig gelebt zu haben? Es klingt fast so.

Während des Interviews blickt Günther Jauch immer wieder versonnen auf den friedlichen Heiligen See in Postdam, an dem er mit seiner Familie lebt.

Sein Gesicht wirke dabei oft grüblerisch, heißt es im Interview. Und dann sagt er so etwas Trübsinniges wie: "Wenn ich 80 bin und es geht dahin und ich werde in einen Operationssaal geschoben, hoffe ich, dass der 40-jährige Chefarzt denkt: Jauch, der war doch mal 'ne Nummer. Und deshalb etwas mehr Sorgfalt walten lässt."

Wo ist nur sein jungenhaftes Strahlen geblieben?

Was ist nur mit Günther Jauch passiert? Eine mögliche Erklärung gibt der Moderator selbst: "Mir fehlt es an der Gelassenheit, die mein Vater hatte", sagt er. Ernst-Alfred Jauch († 1991) war ebenfalls Journalist und stets ein Vorbild für Sohn Günther. Aber steckt noch mehr dahinter?

Der Berliner Psychologe Konrad W. Sprai kennt andere Fälle, in denen Menschen eine selbstkritische Lebensbilanz ziehen: "Wenn jemand in seinem Job sehr eingespannt ist, sich häufig zusammenreißen muss, dann kann das zu einem Zustand führen, wo man sich leer und ausgebrannt fühlt. Wenn das der Fall ist, sollte man sich eine Auszeit nehmen. Einfach mal raus, etwas ganz anders machen, in die Natur gehen, sich seinen Kindern widmen. Das kann Wunder wirken. Wichtig ist, die Signale richtig zu deuten und auch anzunehmen."

Und was kann der Ehepartner tun?

Psychologe Sprai: "Er sollte sich dem Betroffenen noch mehr emotional zuwenden, Verständnis zeigen und signalisieren: Ich bin immer für dich da."

Günther Jauch sagt, ihm fehle die Gelassenheit

Wie es in Günther Jauch aussieht, wissen wir nicht. Aber er erzählt, wie seine Thea ihn berät und für ihn da ist: "Meine Frau sagt immer: Finde den richtigen Moment, um Abschied zu nehmen." Und das wird Thea auch jetzt tun – sie kann ihren Mann beraten und ihm den Rücken stärken bei seinen weiteren Entscheidungen. Jedenfalls hoffen wir, dass bald wieder positive Nachrichten von ihm zu hören sind, denn seine Zuschauer wollen ihn noch lange auf dem Bildschirm sehen.

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