Wie lange braucht die Liebe?

wie lange braucht die liebe
Beziehungs-Geschichten zur Partnersuche
Foto: Thinkstock, Privat, Priva

Beziehungs-Geschichten zur Partnersuche

Im Kino reicht in der Regel ein Blick, aber das wahre Leben schreibt andere Geschichten: Neun Paare erzählen, was genau passieren musste, bis es bei ihnen gefunkt hat.

„Es begann und endet mit einer Hochzeit“

Aleta, 25, Projekt- und Produktmanagerin für Zeichentrickfilme, und Arne, 23, Hotelfachmann, Hamburg

Aleta und Arne trafen sich auf einer Hochzeit – von wildfremden Leuten. „Das war am 3. Juli letzten Jahres“, erzählt Aleta. „Wir jobbten damals beide als Servicekräfte für eine Cateringfirma.“ Arne erinnert sich: „Ich dachte anfangs, Aleta sei etwas arrogant. Erst am Abend beim Gläserspülen taute sie auf – ich weiß noch, dass wir über das Tattoo einer anderen Kollegin sprachen, darüber, warum wir beide uns nie tätowieren lassen würden …

Sie begann, von sich zu erzählen, und ich fand sie immer sympathischer.“ Am Ende der Feier überreichte Arne ihr ganz altmodisch seine Visitenkarte. „Er wohnte in Lübeck, ich in der Nordheide, 100 Kilometer entfernt. Aber wir ließen von da an die Leitungen glühen, telefonierten oft vier Stunden täglich. Nach zwei Wochen trafen wir uns zum ersten Date, am 17. Juli am Hamburger Strand.

Der erste Kuss

Da haben wir uns das erste Mal geküsst . Ich glaube, verliebt hatten wir uns schon am Telefon, aber von diesem Moment an waren wir ein Paar.“ Kurz darauf zogen sie gemeinsam nach Hamburg – und die Hochzeit Nummer zwei wird natürlich ihre eigene: Ihren Jahrestag am 17.7. feiern sie auf dem Standesamt.

„Nach sechs Wochen sind wir zusammengezogen“

Janine, 24, Werbeagentur-Inhaberin, und Alexander, 25, Juniorchef einer Aufzugsfirma, Aschaffenburg

„Die Woche vor Weihnachten hatte ich Urlaub, aber niemand sonst“, erinnert sich Janine. „Ich postete auf wer-kennt-wen.de, dass Urlaub zwar schön sei, es aber blöd ist, daheim zu sitzen.“ Alexander reagierte prompt: „Ich sah, dass sie die Bekannte eines Kumpels ist, und schrieb sie an. Ohne große Hintergedanken – ich wollte nur einfach nicht alleine auf den Weihnachtsmarkt.“

Liebe auf den ersten Blick

Janine ließ sich problemlos überzeugen, am nächsten Tag holte Alexander sie mit dem Auto ab. „Ich war sofort hin und weg! Wie er mir die Tür aufhielt, seine Stimme – das ist mein Mann, dachte ich nur.“ Schon auf dem Markt hielten sie Händchen, „danach fuhr er mich zum Sternegucken auf den Hoherodskopf. Auf dem Gipfel, beim ersten Kuss , war klar, dass wir zusammen sind.“ Sechs Wochen später zog Alexander bei ihr ein, seither waren sie keinen Tag getrennt.

„Unsere Liebe begann als Fahrgemeinschaft“

Sabine, 23, Studentin, und Malte, 27, Student, Lahnau/Verden

Plötzlich stand Malte vor ihr – in Holland, wo die Bremerin Sabine studierte. „Ich hab dein Nummernschild gesehen. Kann ich bei dir mitfahren?“ Nicht gerade unsterbliche erste Worte für eine Beziehung, aber dazu kam es auch zunächst nicht. „Wir fuhren an den Wochenenden gemeinsam heim. Natürlich haben wir während der Fahrt gequatscht, aber es war eher belanglos.“

Die erste Liebesnacht

Erst auf einer Nikolausfeier an der Uni gut acht Wochen später bemerkte Sabine, wie schnuckelig sie ihn findet. „Wir waren beide ziemlich beschwipst, am nächsten Morgen sah ich, dass er seinen Namen mit Edding auf meinem Bauch verewigt hatte. Es dauerte Tage, bis ich das wieder abkriegte!“ Sie lud ihn zu ihrer Geburtstagsfeier vier Tage später ein, am Abend danach zum Reste trinken. „Am 16.12. haben wir uns zum ersten Mal geküsst . Vor unserer ersten Liebesnacht viele Tage später. Wir gehen alles langsam an.“

„Sie war immer total abweisend zu mir“

Angela, 24, Gesundheits- und Krankenpflegerin, und Michael, 24, Soldat, Wettringen

Angela und Michael kennen sich seit dem ersten Schultag 1993. „Wir konnten uns von Anfang an nicht leiden, er streckte mir die Zunge raus, ich zickte ihn an“, erinnert sich Angela. So blieb das für die gesamte Schulzeit. „Ich fand Angela ab der 9. Klasse schon echt interessant“, gesteht Michael. „Aber ich traute mich nie, sie anzuquatschen, weil sie zu mir immer total abweisend war.“ Auch die kaufmännische Schule besuchten sie ab 2004 gemeinsam.

Liebes-Geschichte mit Happy End

Langsam wurde das Verhältnis freundlicher, blieb aber weiter distanziert. Erst im Sommer 2006, als sie sich durch einen gemeinsamen Freund öfter in privater Runde trafen, redeten sie – „zwangsläufig“, so Angela – mehr miteinander. Und merkten, dass da was ist zwischen ihnen: „Es war Liebe auf den tausendsten Blick. Aber dann ging alles richtig schnell: Wir haben am 16.10.2007 geheiratet, unser Sohn Luca ist heute drei Jahre alt! Manchmal braucht das Happy End eben einen etwas längeren Anlauf.“

„Es funkte erst, als der Weg frei war“

Stefanie, 25, Grafikdesignerin, und Harms, 28, Grafikdesigner, Nürnberg

Stefanie und Harms besuchten 2004 denselben Zeichenkurs, beide gefielen sich – aber beide waren in festen Beziehungen . Bei der Aufnahmeprüfung zum Grafikstudium 2005 sahen sie sich dann wieder. „Ich war wahnsinnig nervös, aber Harms beruhigte mich, es war alles so ungezwungen und selbstverständlich mit ihm“, erinnert sich Stefanie. Doch keiner der beiden stellte seine Beziehung deswegen infrage, mehr als ein sporadischer SMS-Kontakt entstand nicht. Bis Steffi Harms Ende 2006 über Studi-VZ anfunkte, weil sie seine Nummer verloren hatte.

Zu Weihnachten der erste Kuss

Dadurch erfuhr er, dass sie sich inzwischen getrennt hatte, so wie er. „Das war der Startschuss“, erzählt Harms. „Wir telefonierten viel, fotografierten zusammen, ich half ihr beim Umzug. Aber sie wollte erst mal keine Beziehung. Drei Wochen ging das so. Im Dezember 2006 tauschten wir Weihnachtsgeschenke – und den ersten Kuss. Seitdem sind wir ein Paar.“ Stefanie: „Ich habe Harms letztes Jahr einen Heiratsantrag gemacht. Er hat ihn angenommen, aber gesagt: ‚Das zählt nicht richtig, das muss der Mann übernehmen!‘ Jetzt warte ich auf seine Initiative!“

„Als er mir die Haare wusch, passierte es“

Bianca, 22, Studentin, und Stephan, 23, Student, Magdeburg

Sie waren schon länger Freunde, doch erst ein gemeinsamer Urlaub ließ den Funken endlich überspringen. Bianca fand Stephan, den sie über ihre Cousine kennengelernt hatte, zwar schon immer attraktiv und war etwas verknallt. Er aber sah in ihr nur einen Kumpel, hatte zwischenzeitlich auch mal eine andere Freundin. Bianca erinnert sich: „Stephans Eltern schenkten ihm im Mai 2007 einen Urlaub für zwei nach Lagow in Polen. Schön urig in einer Blockhütte mit Kamin. Stephan fragte mich, ob ich mitwill, ganz ohne Hintergedanken.“ 

Kuschelnd vorm Kamin

Kurz vor der Reise brach sich Bianca den Arm. „Ich war völlig hilflos. Stephan musste mir die Tasche tragen, die Haare waschen und mein Essen schneiden. Ganz der edle Ritter. Beim Haarewaschen wurde er immer zärtlicher – wenig später saßen wir kuschelnd vorm Kamin.“ Mehr passierte erst mal nicht, „mit dem ersten Sex warteten wir noch vier Wochen – in unserer magischen Hütte hätte er vielleicht alles kaputt gemacht.“ Ansonsten aber fackelten die beiden nicht lange: Sechs Monate später zog Stephan zu Bianca, nach dem Studium wollen sie heiraten.

„Ich checkte jede einzelne Silvia auf Facebook!“

Silvia, 27, IT-Spezialistin, und Marc, 31, Mediengestalter, München

„Hätte ich schneller reagiert, wäre mir eine Menge Stress erspart geblieben“, erinnert sich Marc. Er hat die hübsche Silvia 2009 in der Straßenbahn samt ihrer Clique kennengelernt, alle auf dem Weg zum selben Halloweenfest. „Ich war hin und weg, meine damalige Beziehung lag gerade in den letzten Zügen, es war wie ein Signal. Doch ich hörte es nicht und ging früh mit meiner Ex heim.“ Vergessen konnte er Silvia aber nicht.

Liebe dank Facebook

Er machte sich auf die Suche: „Ich wusste nur, dass sie Silvia heißt und Rockmusik mag. Ich suchte Monate in jeder Rockdisco und checkte alle Silvias auf Facebook . Vergeblich. Erst durch einen gemeinsamen Bekannten bekam ich schließlich ihre Nummer!“ Silvia erinnert sich: „Ich wusste sofort, wer er war, ich fand ihn schon auf dem Fest sehr nett und geistreich – aber er war mit Freundin da und daher tabu.“ Am 27. März 2010 trafen sie sich in einem Rockclub – seither sind sie zusammen, seit Februar 2011 mit eigener Wohnung.

„Nach zwei Wochen zog er zu mir nach Berlin“

Diane, 25, Veranstaltungskauffrau, und Andreas, 25, Koch, Berlin

„Mir fiel Andi sofort auf, als er am 27. Mai 2009 im ,Goya‘ stand. Er sah so süß aus. Und so schüchtern!“ Aber auch Diane war nicht besonders mutig, tanzte allein. Erst als sie gegen ein Uhr gehen wollte, merkte sie, dass Andi interessiert war – und sich ein Herz gefasst hatte. „Er bat mich, mit ihm frühstücken zu gehen! Dabei kribbelte es dann so bei mir, dass ich ihn über unseren Kakao hinweg spontan küsste . Aber er blieb zurückhaltend.“

Schnelle Liebe

Der Grund: Andi war nur für einen Urlaub aus Zürich da. Trotzdem trafen sie sich am gleichen Abend wieder. „Jede rote Ampel nutzten wir zum Knutschen, schon in der Nacht darauf hatten wir Sex .“ Aber erst nach Tag fünf waren sie „offiziell“ zusammen. „Der magische Moment kam, als Andi mit mir einen Freund besuchen wollte.

Er fragte mich: ,Soll ich dich als eine oder als meine Freundin vorstellen?‘ Wir guckten uns kurz in die Augen und dann war es passiert!“ Eine Woche später kündigte Andi ganz mutig Wohnung und Job, zog zu Diane – und fand mit Glück auch schnell eine neue Stelle.

„Ich hielt ihn für einen totalen Schnösel“

Claudia, 33, Familientherapeutin (HPG), und Rainer, 38, Bankkaufmann und Gastronom, München/Kißlegg

„Rainer war überhaupt nicht mein Typ“, erinnert sich Claudia, „zu forsch und selbstsicher. Er hat sich in meinen Augen mords was auf sich eingebildet mit seinem TT und als Inhaber eines Bistros.“ Getroffen hatte sie ihn im Januar 2009 auf einem Psychologieseminar in Düsseldorf. Rainer setzte alles daran, sie trotz ihres Widerstands zu einem Abendessen zu überreden. „Sie war die interessanteste Teilnehmerin, hübsch, freundlich, eher zurückhaltend.“

Die Hochzeit im Visier

Mit Erfolg: „Ich saß eine Woche allein in Düsseldorf, mir war langweilig“, erinnert sich Claudia. „Also sagte ich schließlich Ja. Weil wir sein anvisiertes Restaurant nicht fanden, landeten wir bei McDonald’s. Dort schob er sich so robust die Hamburger rein und wir haben uns so nett unterhalten, dass sich mein Vorurteil in Luft auflöste.“

Dennoch musste Rainer vier Monate werben, fuhr jedes Wochenende vier Stunden, um sie zu sehen. „Im April kamen wir zusammen, nach vielen Gesprächen. Ich wollte was Ernsthaftes!“ Das hat sie definitiv bekommen: Der gemeinsame Nestbau und auch die Hochzeit sind mittlerweile fest ins Visier genommen.

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