Wie Mütter falsche Männer an ihre Töchter vererben

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Wenn wir uns immer wieder in den Falschen verlieben, könnte das unseren Eltern liegen.
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Warum wir in der Liebe manchmal fremdbestimmt sind

Ist er der Richtige oder Falsche? Die Suche nach Mr. Right ist häufig eine Lebensaufgabe, die aus Sicht vieler Frauen vom Quäntchen Glück und dem richtigen Händchen abhängt. Doch haben wir wirklich die freie Wahl, wenn es um den Mann unserer Träume geht?

Laut der Buchautorin und Coaching-Expertin Gudrun Schönhofer-Hofmann ist das Glück in der Liebe eine Frage der Veranlagung. Kurz gesagt: Glück oder eben Unglück ist zu einem großen Teil erblich bedingt und hängt maßgeblich von unseren Überzeugungen ab. Unsere Vergangenheit, insbesondere die gelebten Werte der eigenen Mutter, können die Männersuche erschweren oder gar zu einem unerreichbaren Ziel machen.

 

Veranlagung oder Schwäche für „böse“ Jungs?

 

Die meisten Frauen wünschen sich einen Mann, der sie von Herzen liebt und verständnisvoll ist. Doch nicht wenige Frauen quälen sich stattdessen mit einem unpassenden Männertyp , der für Leid statt Liebesfreuden sorgt. Gern redet man sich ein, eben auf „echte“ Kerle zu stehen und die negativen Seiten in Kauf nehmen zu müssen. Doch dahinter steckt nicht selten eine vererbte Überzeugung der eigenen Mutter, die die Männerauswahl unbewusst mitsteuert.

Hatte die Mutter selbst einen unsensiblen, rücksichtslosen Mann an ihrer Seite mit der eigenen Überzeugung, diese Eigenschaften würden die Männlichkeit beweisen, überträgt sich dieses Bild häufig auf die Tochter. Bei der Männersuche verhält sich die Tochter ähnlich und ermittelt in potenziellen Partnern diese Eigenschaften und lehnt jene gar ab, die zu stark vom Bild abweichen. Eine fatale Spirale, die den richtigen Partner in weite Ferne rücken lässt. Sucht die Tochter das komplette Gegenteil des vermittelten Männerbildes, ist dies meist ein innerer Protest, weniger eine Wahl aus Liebe. Die Gefahr besteht dabei, in das Gegenteil zu verkehren, statt unsensibel ist der Mann nun butterweich und manipulierbar.

 

Mutter vs. Tochter: Wenn Neid eine Rolle spielt

 

In Beziehungen zwischen Mutter und Tochter können auch Anzeichen von Neid auffindbar sein, vor allem durch den Impuls der Mutter. Nach dem Motto „Du darfst es nicht einfacher haben“ wehren Mütter neue Partner der Tochter unbewusst ab, wenn diese beziehungsfreundliche Charaktereigenschaften mitbringen und wahre Liebe bekunden. Mütter, die selbst wenig Glück in der Liebe hatten oder die Überzeugung schafften, dass alle Männer „schlecht“ sind, tun sich oftmals schwer mit dem Glück der eigenen Tochter. Sie ermutigen dazu, sich unliebsamen Männern anzunehmen und schwierige Beziehungen „auszuhalten“. Sie können wahre Liebe und Glücksempfinden im Außen nicht akzeptieren oder hegen große Zweifel an der Echtheit, vor allem gegenüber dem Mann. Hier muss die Tochter Resistenz und eigene Überzeugung in sich tragen, um Angriffe auf die eigene Beziehung vonseiten der Mutter abzuwehren.

 

 

Liebe mich bitte nicht! - Die eigenen Schwingungen erkennen

 

Wie alles im Leben hat auch die Suche nach Mr. Right mit dem eigenen Resonanzfeld zu tun, im Falle des rücksichtlosen, störrischen Mannes häufig ein Mangel als Selbstwertgefühl. Hat die Mutter bereits dieses Frauenbild gepflegt und sich von der Männerwelt unliebsam behandeln lassen, nimmt die Tochter dies als natürliche, normale Verhaltensweise auf.

Diese Überzeugungsmuster legen sich in den Genen der Tochter langfristig und tief fest. Daher ist es wichtig, sich die alten Strukturen von Mutter und Vater, gar den Großeltern, ins Bewusstsein zu rufen. Was hat meine Mutter über Männer im Allgemeinen gesagt und gedacht? Wie haben sich die Eltern gegenseitig behandelt? Fragen wie diese können eine wirksame Methode sein, sich alter Muster bewusst zu werden und diese durch neue, eigene Erkenntnisse zu ersetzen.

 

Die Wissenschaft belegt das vererbte Glücksstreben

 

Wissenschaftlich wurde diese Erkenntnis des vererbten Glücks zusätzlich untersucht und bestätigt. Wissenschaftler von Universitäten in Großbritannien, den USA und der Schweiz haben laut einer Untersuchung von mehr als 1000 Zwillingspaaren herausgefunden, dass ungefähr ein Drittel der Unterschiede im Glücksempfinden vererbt wird.

Weitere wissenschaftliche Erforschungen ergaben, dass das vererbte Gen, welches das Protein zum Serotonintransport (Glückshormon) kodiert, einen starken Einfluss hat, ob wir mehr oder weniger Glück empfinden können. Dies zeigt einen weiteren Einfluss der genetischen Eigenschaft auf das Glücksempfinden eines Menschen.

 

Der Erste-Hilfe-Plan für die Erkennung alter Überzeugungsmuster:

 

1. Identifizieren Sie automatische Glaubenssätze und alte Überzeugungen

► Welches Männerbild wurde Ihnen vermittelt? Was galt/gilt in der Familie als männlich?

2. Entfernen Sie den alten Glaubenssatz

► Erkennen Sie die Weitergabe von fremden Überzeugungen und sortieren sie diese aus.

3. Schaffen Sie einen eigenen, zeitgemäßen Glaubenssatz, der aus Ihnen entspringt

► Möchte ich einen fürsorglichen Mann oder einen Macho? Machen Sie sich ein eigenes Bild, unabhängig von der Meinung der Mutter/Familie!

4. Gedanke schafft Materie bedeutet, dass das Unterbewusstsein den Anleitungen des eigenen Denkens folgt

► Leben Sie Ihre neue Überzeugung und suchen sie nach möglicherweise neuen Eigenschaften in Männern, die früher nicht von Bedeutung waren!

Über die Autorin:

Dieser Text ist ein Gast-Beitrag von Gudrun Schönhofer-Hofmann (47). Sie coacht seit 2004 mit Methoden aus dem Bereich des systemischen Coachings in eigener Beratungspraxis in der Nähe von Bonn. Die professionelle Basis legen langjährige Studien sowie Ausbildungen in den Bereichen Familien-, System, Organisations-, Systembrett- und systemische Strukturaufstellungen. Weitere Schwerpunkte sind das Coaching mit Pferden sowie Kompetenzen in Homöopathie, Psychologie, Naturheilkunde und Akupunktur für Tiere. Gudrun Schönhofer-Hofmann verfügt über Erfahrungen aus mehr als 3.500 Coachings (Stand: 2015). Schönhofer-Hofmann ist Mutter zweier erwachsener Kinder und leitet ihr eigenes 25 Hektar großes Pferdegestüt, den „Paulinenhof“. Mehr dazu unter www.paulinenhof.eu.

Ihre Erkenntnisse zu den Verbindungen in Familien hat sie in diesem Buch festgehalten:

Die geheime Macht des Clans: Verstrickungen lösen, Ressourcen erschließen, erfüllt leben

Verlag Bookson Demand, Norderstedt

Softcover ISBN 978-3-7392-1995-0
E-Book ISBN 978-3-7380-5453-8

Mehr zum Buch und zur Autorin unter www.rootfinder.eu .

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