Wie oft sollte ich was waschen? Die 10 häufigsten Irrtümer

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So oft solltest du WIRKLICH waschen! Wir klären über 10 Hygiene-Mythen auf

Manchmal übertreiben wir es ja etwas mit der Reinlichkeit. Und dann wieder unterschätzen wir, wie häufig gewaschen werden sollte...

Die meisten Menschen (inklusive meiner Mutter) benutzen ihre Handtücher eine Woche lang, bevor sie sie waschen. Ich hätte niemals gedacht, dass das falsch ist!

Und dass ich natürlich auch meine Sofakissen und Kuscheldecken waschen sollte - daran denke ich irgendwie viel zu selten...


10 Irrtümer über das Waschen - und wie oft ihr diese Dinge WIRKLICH waschen solltet:

1. "Handtücher: 1 x die Woche waschen" - Zu wenig!

Kelly A. Reynolds, Professorin für Umwelt und Gesundheit an der Universität von Arizona hat sich mit diesem Thema beschäftigt und herausgefunden: Duschhandtücher sollten wir höchstens dreimal benutzen. Denn der Stoff nimmt abgestorbene Hautzellen und Wasser auf und die Nässe bietet Schimmel und Bakterien ideale Bedingungen, um sich zu vermehren. Wichtig: Handtücher nach dem Benutzen gut durchtrocknen lassen, das verlangsamt das Bakterienwachstum.

Für die empfindliche Gesichtshaut eigene Handtücher benutzen (sonst drohen Unreinheiten) und diese noch öfter waschen – im Idealfall nach jeder Benutzung. Dasselbe gilt für Waschlappen.

2. "Duschen: täglich duschen ist ein Muss" - Nein, muss nicht sein!

Wer wenig schwitzt und nicht mit Schmutz in Berührung kommt, braucht nach Ansicht von Dermatologen nur alle 2 – 3 Tage zu duschen – dazwischen reicht eine Katzenwäsche mit dem Waschlappen.

Vorsicht ist auch bei der Duschtemperatur geboten: Je heißer das Wasser ist, desto mehr Fett und Feuchtigkeit verliert die Haut – bereits vier Minuten heißes Duschen spült fast ihre gesamte schützende Fettschicht ab. Die ideale Duschtemperatur liegt bei lauwarmen 32 – 36 Grad.

Die Haare müssen wir auch nicht täglich waschen. Shampoo enthält fettlösende Tenside, die nicht nur die Haare entfetten sondern auch die Kopfhaut. Die tägliche Wäsche aktiviert die Talgdrüsen, ständig Fett zu produzieren – die Ansätze werden immer schneller strähnig, die Spitzen trocknen aus. Hautärzte empfehlen: 2 – 3 Mal pro Woche mit mildem Shampoo waschen ist optimal für Kopfhaut und Haare.

3. "Geschirrtücher: Solange sie sauber aussehen, ist alles okay" - Nein.

Geschirrtücher, Putz- und Spüllappen sind ein Schlaraffenland für Erreger aller Art – besonders, wenn sie ständig feucht und mit Essensresten in Kontakt sind. Bis zu 4 Mio. Mikroorganismen befinden sich in 1 ml Wasser, das aus einem Spüllappen gewrungen wird – so das Ergebnis einer Untersuchung des TÜV Süd. Die Küchenkeime können zu Magen-Darm-Infektionen führen.

Alle 1 – 2 Tage sollten alle Küchentücher ausgetauscht und bei 60 Grad gewaschen werden – so der Expertenrat.

4. "Sofa-Kissen: braucht man nicht zu reinigen" - Falsch!

Kuscheldecken und Sofakissen müssen viel aushalten und werden bei der Wäsche oft vergessen.

Alle 4 – 8 Wochen, so die Empfehlung der Experten – sollten Sofadecken und Kissenbezüge gereinigt werden, an die wir uns täglich kuscheln. Besonders pflegeleicht sind Fleece- und Wolldecken, die mit den entsprechenden Schon- bzw. Wollprogrammen und Feinwaschmittel einfach in der Maschine gereinigt werden können.

5. "BH: wöchentlich wechseln reicht" - Nein.

BHs werden direkt auf der Haut getragen und sollten spätestens nach 3 – 4 Einsätzen gewaschen werden. Am längsten bleiben sie schön, wenn sie mit der Hand in lauwarmen Wasser mit Feinwaschmittel gewaschen werden. Für die Maschine gilt: BHs in einem Wäschebeutel oder Kissenbezug schützen, alle Haken vorher verschließen und maximal 30 Grad einstellen.

6. "String-Tangas: jeden Tag eine gute Wahl" - Vorsicht!

Vorsicht, wenn Du zu Blasenentzündungen neigst! Denn der String hat direkten Kontakt mit dem Anus. Von dort befördert er leicht Bakterien nach vorn. Lieber seltener tragen.

7. "Schlafanzüge: alle 2 Wochen in die Maschine" - Besser öfter!

Etwa alle 14 Tage waschen wir im Durchschnitt unseren Schlafanzug – so das Ergebnis einer britischen Umfrage. Reicht das? Nein, sagen Experten. Denn der Stoff nimmt nachts abgestorbene Hautschuppen und Schweiß auf – und stellt daher ein ideales Milieu für Bakterien und Keime dar, die Infektionen auslösen können.

Schlafanzüge und Nachthemden sollten daher maximal vier Nächte getragen werden.

8. "Meinen Rouge-Pinsel nutze ich seit Jahren und er ist immer noch gut!" - Nicht gut!

In Pinseln und Co. sammeln sich Schminkreste, Hautschuppen und Bakterien, die wir uns täglich wieder auf die Haut pinseln. Diese können durch die Schutzbarriere der Haut dringen und Entzündungen auslösen.

Deshalb sollten Utensilien wie Pinsel, Schwämmchen und Bürsten etwa einmal pro Woche mit einem sanften Haarshampoo gereinigt und an der Luft getrocknet werden.

9. "Handtaschen müssen nicht gereinigt werden." - Oh doch!

In einer Handtasche tummeln sich meist mehr Keime als auf einem Toilettensitz – so das erschreckende Ergebnis einer Hygiene-Untersuchung. Insbesondere Taschen, die wir täglich benutzen, sollten wir daher einmal in der Woche vollständig ausräumen und reinigen. Keine Sorge – auch das empfindliche Innere von Ledertaschen lässt sich schonend mit Pflegetüchern säubern. Anschließend die leere Tasche sorgfältig ausschütteln oder -saugen und mit einem Desinfektionsspray für Textilien oder Leder einsprühen.

10. Bettwäsche: Alle 3 bis 4 Wochen zu wechseln reicht" - Kommt drauf an...

Grundsätzlich reicht es tatsächlich, Bettwäsche alle 2 – 4 Wochen zu waschen. Doch: Wer nachts stark schwitzt, nackt schläft, unter einer Hausstauballergie leidet oder seine Haustiere mit im Bett schlafen lässt, sollte wöchentlich wechseln. Auch in den warmen Sommermonaten empfiehlt sich ein kürzerer Wechselrhythmus.

Damit alle Bakterien abgetötet werden, wird die 60-Grad-Wäsche empfohlen – empfindliches Gewebe kann dank Hygienespüler auch bei 30 Grad gereinigt werden. Weichspüler beeinträchtigt die Saugfähigkeit und seine Duftstoffe können Kopfschmerzen oder Schlafstörungen auslösen – verzichte besser darauf.

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