Wie rede ich mit meinem Kind über Terrorismus?

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Kinder bekommen oft viel mehr mit als wir denken - und sie machen sich ihre Gedanken und Sorgen. Wie erklären wir ihnen Terrorismus?
Foto: coloroftime / iStock

Wie kann ich meinen Kindern erklären, was dort Grausames in der Welt geschieht?

Wer den Fernseher einschaltet, wird immer wieder damit konfrontiert: Bombenanschläge, Menschen, die in Angst fliehen, zerstörte Heimaten... auch unsere Kinder sehen diese Bilder. Wie erklären wir ihnen Terrorismus?

Wenn wir ehrlich sind, hätten wir selbst auch gerne eine Erklärung für die Grausamkeiten, die gerade in unserer Welt geschehen. Doch wenn wir Erwachsenen uns schon so verloren vor diesen Nachrichten fühlen, wie muss es dann erst Kindern gehen? Wie erklären wir ihnen Terrorismus?

Der Medienratgeber "Schau hin!" (eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend u.a.) betont, dass diese Bilder für Kinder belastend sind und dass sie sich Sorgen machen, ob so etwas auch bei uns passieren kann. Darum solltet ihr gerade Kindern unter zehn Jahren altersgerechte Formate zur Information anbieten, wenn sie auf die Bilder in den Nachrichten reagieren.

Informationen und Aufklärung sind das A und O - sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene.

Doch: Lasst eure Kinder unter zehn Jahren nicht die Tagesschau oder Heute-Journal gucken, das überfordert und verwirrt sie eher. Schaut lieber, wenn eure Kinder anwesend sind, kindgerechte Nachrichten wie "Logo!" im KiKa. "Eltern sollten die Berichterstattung in jedem Falle zusammen mit ihren Kindern schauen und auf altersgerechte Formate achten. Wenn sie mit ihnen über die Ereignisse sprechen, lernen Kinder besser, diese einzuschätzen und damit umzugehen", meint SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer.

Aber ganz ehrlich, Eltern sind auch nur Menschen und wissen auch nicht alles. Wenn ihr selbst überfragt seid, schickt doch gemeinsam mit eurem Kind eure Frage an die Redaktion von Kindernachrichten (zum Beispiel an die Kindernachrichten "logo!" (tivi.de), oder "neuneinhalb"(neuneinhalb.wdr.de), "Kindernetz" (kindernetz.de/minitz), "Sowieso" (sowieso.de), der Kinderradiokanal (kiraka.de) oder Infoseiten wie hanisauland.de).

Wichtig ist, dass ihr euer Kind, egal ob unter oder über zehn Jahre, mit seiner Angst vor Terrorismus nicht alleine lasst.

Vor allem ältere Kinder haben durch Mitschüler und Soziale Medien schon viel über den aktuellen Terrorismus erfahren - auch viel Falsches. Fragt euer Kind, was es schon gehört hat und wie es ihm damit geht.

Macht euch gemeinsam mit eurem Kind schlau und unterhaltet euch über eure Erkenntnisse. Seid ehrlich, aber geht bei kleineren Kindern nicht zu sehr in verwirrende Details.

Kinder neigen dazu, Dinge dramatischer zu sehen, als sie wirklich sind. Vor allem wenn sie etwas immer und immer wieder in den Medien sehen, kann es bei ihnen den Eindruck erwecken, dass es häufiger passiert und auch dass es näher ist, als es wirklich der Fall ist. Relativiert das.

Redet die Angst und die Sorgen eurer Kinder dabei aber nicht klein, rät Amanda Harris vom Australian Child and Adolescent Trauma Loss and Grief Network. Es ist vollkommen in Ordnung, Angst zu haben oder sich Sorgen zu machen. Aber erklärt eurem Kind, dass es sicher ist, zeigt selbst keine Angst. Ein guter Weg, eurem Kind Mut zu machen, ist seine Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte zu lenken: Die vielen mutigen Helfer, die sofort zur Stelle sind. Das Mitgefühl, der Zusammenhalt.

Außerdem ist es gerade bei kleinen Kindern unter zehn Jahren wichtig, bei euren Erklärungen auf ein gutes Ende zu zielen, um die Angst zu verringern: Böse Menschen haben andere Menschen angegriffen, weil sie mit ihrer Politik nicht einverstanden sind. Aber die Polizei sucht sie und hat die bösen Menschen zum Teil auch schon geschnappt und jetzt kommen sie ins Gefängnis.

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