Wie sicher sind eingesetzte Zahnimplantate?

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Fragen an den Experten

Etwa eine Million künstliche Zähne werden jährlich in Deutschland eingesetzt. Doch immer wieder kommt es dabei zu Problemen. Schätzungen zufolge lockert sich jedes siebte Zahnimplantat früher oder später oder fällt sogar ganz heraus. Ein Grund dafür ist mangelnde Erfahrung bei den Zahnärzten , sagt Prof. Gerd Gehrken von der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichts-Chirurgie (DGMKG). In unserem Interview beantwortet der Experte die wichtigsten Fragen über Zahnimplantate.

Wie lang hält ein Implantat?

„Die heutige Technik und moderne Materialien versprechen Erfolgsaussichten von über 90 Prozent. Wird die Behandlung von Spezialisten durchgeführt, sind Zahnimplantate sehr sicher und es gibt kaum Komplikationen. Sie halten meist ein Leben lang und sind in der Regel nicht mehr von echten Zähnen zu unterscheiden.“

Woran erkenne ich einen Experten?

„Grundsätzlich dürfen sowohl Zahnärzte als auch Mund-Kiefer-Gesichts-(MKG)-Chirurgen Zahnimplantate setzen. Ganz entscheidend für den Erfolg der Behandlung ist die Erfahrung des Implantologen. Wer sich seit längerer Zeit auf Implantologie spezialisiert hat und mehr als 30, im Idealfall über 100 Implantate im Jahr setzt, verfügt über eine gewisse Routine. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, dass der Operateur über umfangreiche Kenntnisse der Behandlungsschritte verfügt und weiß, was bei eventuell auftretenden Komplikationen zu tun ist. Fragen Sie Ihren Zahnarzt oder MKG-Chirurgen also vorher, ob er eine Zusatzausbildung in Implantologie und regelmäßige Fortbildungen nachweisen kann.“

Für wen sind Implantate nicht geeignet?

„Voraussetzung für den Halt des Implantats ist das Vorhandensein von genügend Knochensubstanz, mit der sich die künstliche Zahnwurzel verbinden kann. Aufschluss darüber gibt die sogenannte digitale Volumentomografie (DVT), die den Kiefer dreidimensional darstellen kann. Ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht bei Diabetikern. Durch den gestörten Stoffwechsel ist bei ihnen die Durchblutung des Knochengewebes schlechter – das Zahnimplantat kann nicht gut einwachsen und eventuell wieder herausfallen. Bei gut eingestelltem Blutzuckerspiegel ist eine Behandlung dennoch meist möglich.“

Gibt es weitere Risikogruppen?

„Bei Patienten, die Blütverdünner einnehmen, z. B. wegen eines Herzleidens, ist die Einheilung des Implantats in den Knochen ebenfalls erschwert. Auch bei einer Osteoporose-Erkrankung hält eine künstliche Zahnwurzel meist schlechter. Bei Patienten, die Medikamente gegen Knochenschwund einnehmen, sollte man zusätzlich mit Wundheilungsstörungen rechnen.“

Wer bezahlt die Rechnung?

„Für ein konventionelles Implantat tragen die gesetzlichen Kassen ca. ein Viertel der Kosten, die bei rund 2.000 Euro liegen. Ein vorheriger Knochenaufbau wird in der Regel nicht übernommen.“

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