"Wie trägt man ein Cape?"

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Jawoll! Chic mit Jeans, Denimhemd und Schnürstiefeletten sieht kein Cape on Earth nach Holmes, Watson oder Landfrauentag aus. Cape: Zucca. Hemd: Levi’s. Jeans: privat. Stiefeletten: Sportmax.
Foto: Sabrina Theissen

Marlene probiert's an

Neuer Look – alte Frage. Steht mir das? Wie trag’ ich das? Autorin Marlene Sørensen wagt jeden Monat einen modischen Selbstversuch. Ihr aktueller Test-Fall: das Cape

Auf der Liste der Reaktionen, die keine Frau mit ihrer Kleidung auslösen möchte, steht „Hallo, Sherlock Holmes!“ ziemlich weit oben. So reagierte die Fotografin, als ich mich in Cape, Bundfaltenhose und Bluse vor ihre Kamera stellte. Ich musste nicht erst das Testbild abwarten, um mich noch mal umzuziehen.

Auf dem Laufsteg sah das Cape in dieser Kombination ja prächtig aus. Aber wie bei vielen Outfits, die in einer Modenschau dramatisch gut aussehen, wirken sie abseits des Scheinwerferlichts schnell wie ein Kostüm. Nichts dagegen einzuwenden.

Mode ist dazu da, um sich damit zu verwandeln. Aber doch bitte nicht in einen Detektiv aus dem 19. Jahrhundert … Vielleicht hatte Holmes ja jeden Morgen eine Stunde Zeit , zu seinem Umhang das Passende auszuwählen (schöne Vorstellung. „Watson! Ist diese Hose zum Cape zu … bauschig?“). Jedenfalls dauerte es ewig, bis ich das Richtige fand.

Ein Cape ist eben nicht der ewig gleiche Wintermantel in Schwarz, den man über alles ziehen kann, und deshalb als Kleidungsstück interessanter, aber auch komplizierter. Erst mal: Das Teil hat keine Ärmel. Das macht es verdammt schwierig, ein Oberteil für drunter zu finden. Es darf nicht zu dünn sein – sonst frieren die Unterarme ab. Es darf nicht zu dick sein – sonst gehen die schönen Drapierungen des Capes verloren. Und dann: schmale Hose oder weite Hose? Schmale Hose – mit Männerschuhen . Ein Look, wie für eine Studentin im Auslandssemester an der Sorbonne. Dummerweise sehe ich in diesem Cape dann aus, als sei ich nur 1,45 m groß.

Also hohe Schuhe. Wie kann es sein, dass ich 24 Paar hohe Schuhe habe, aber nicht genau die richtigen Schürstiefel? Und wohin eigentlich mit der Handtasche? Entweder man legt sie in den Ellenbogen, was unpraktisch ist. Oder man lässt sie zu Hause. Ein Kleidungsstück, zu dem man keine Tasche und auch sonst nur wenig tragen kann? Das ist echter Luxus.

Kurz nachdem ich zu diesem Schluss gekommen bin, ruft eine Freundin an. „Keine Zeit . Ich muss Schnürstiefel zu meinem Cape kaufen.“ „Sag bloß, du siehst darin nicht aus wie ein Ei unter der Haube? Ich schon! Ich weiß nie, was ich dazu anziehen soll.“ Hätte sie gefragt , wie sie nicht so aussieht , als würde sie im Londoner Nebel einen Mord aufklären, hätte ich ihr sogar helfen können.

Styling-Tipps:

  • Das Cape gibt es in zwei Versionen: gemütlicher Poncho (z. B. von Chloé) und dramatischer Umhang (z. B. von Céline). Zu ersterem passen schmale Hosen & Loafers. Zu zweitem kurze Shorts & hohe Schuhe.
  • Bester Kauf: ein Cape in Camel. Kombinieren mit Navy, Schwarz oder Khaki.
  • Perfekte Handtasche dazu: eine Clutch. In die passt sowieso alles, was man wirklich braucht.

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