Wie trägt man Layering?

marlene layering h
Blazer von Filippa K, ca. 340 Euro. Tunika-Top, ca. 350 Euro, und Armreif, ca. 60 Euro, beides von Lala Berlin. Hose von Schumacher, ca. 235 Euro.
Foto: HAARE + MAKE-UP: PEGGY KUR KA/BIGOUDI.DE MIT PRODUKTEN VON AVEDA

Marlene probiert's an

Neuer Look – alte Fragen. Steht mir das? Wie trag ich das? Autorin Marlene Sørensen wagt jeden Monat einen modischen Selbstversuch. Ihr aktueller Fall: Layering

Und?“ frage ich ihn. „Welchen Trend teste ich diesmal?“ Ich mache eine kleine Drehung vor meinem Freund. Er guckt mich von oben bis unten an und: schweigt. „Komm schon! Fällt dir nichts dazu ein?“ „Ehrlich gesagt , nein.“ „Ich probiere Layering. Das sieht man doch!“ „Layering? Ist das nicht jedes Jahr ein Trend: Klamotten übereinander anziehen?“ Vielleicht hätte ich jemand anderen fragen sollen. Aber er hat nicht mal unrecht. Natürlich kann man immer einen Pullover über ein T-Shirt ziehen. Als modisches Genie gilt man deshalb noch nicht.

Layering (was auch nicht bekloppter klingt als das Tragen von Lagen) ist weniger ein Trend als ein Erkennungszeichen unter Menschen, die ernsthaft über die perfekte Länge von Jackenärmeln diskutieren und das gern auf den einschlägigen Streetstyle-Blogs machen. Oder die selbst auf den Streetstyle-Blogs auftauchen. Bloß mit einer Bluse und einem Cardigan fällt man den Fotografen nicht auf. Mit einer Bluse, über die man eine kurze Jacke, darüber einen langen Cardigan und darüber wiederum einen ärmellosen Mantel trägt , aber schon. Mein Lieblingsbild von den letzten Schauen in New York zeigt eine Redakteurin, die einen Tüllrock unter etwas trägt, das aussieht wie ein umfunktionierter Armee-Parka, und die darüber einen Pullover um die Hüften geschlungen hat. Man könnte sie für unzurechnungsfähig halten. Oder für sehr stilsicher. Der Unterschied erschließt sich nicht immer. In jedem Fall sieht sie unverwechselbar aus.

Im Grunde ist Layering vor allem ein Mittel, um Einzelteile interessanter aussehen zu lassen, die für sich genommen nicht viel hermachen. Oder nicht ganz zu einem passen. Der Blazer, den ich hier trage, zu einer Bluse käme mir zu elegant vor. Mit einem losen Top , das hinten unter der Jacke hervorschaut, wirkt es gleich lässiger. Diesen feinen Unterschied bemerkt leider nicht jeder. Einem Kollegen fiel nur der Blazer auf. Chic sähe ich aus, sagte er. So damenhaft. Aber was soll man auch von einem Mann erwarten, der seine T-Shirts in die Jeans steckt.

Styling-Tipps:

• Ganz einfach: die Ärmel einer Bluse oder eines Pullovers aus dem Jackenärmel rausschauen lassen

• Die Klamotten fürs Layering sollten nicht zu eng (quetscht) oder zu dick (trägt auf) sein

• Beim Layering kommt es nicht nur auf unterschiedliche Längen, sondern auch auf Farben und Muster an. Wer komplett Schwarz trägt, egal in wie vielen Lagen, sieht einfach aus, als würde er komplett Schwarz tragen

Kategorien: