Wie viel Haarpflege brauchen wir wirklich?

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Haarpflege kann nur vor Schäden bewahren, sie aber nicht reparieren.
Foto: thinkstock

Was Sie sich sparen können

Kann man bei der Haarpflege eigentlich übertreiben? Damit Sie nicht unnötig Geld ausgeben: Experten sagen, welche Mittel Sie sich sparen können!

Kein Spliss, mehr Glanz oder sogar mehr Haar: Die unzähligen Haarpflege-Mittel in den Drogerie-Regalen versprechen wahre Wunder. Aber welche Mittel können Haare wirklich verschönern? In der Zeitschrift "auf einen Blick" beantworten zwei Experten die wichtigsten Fragen zur Haarpflege.

Was brauchen Haare wirklich? Dr. Gerd Gauglitz (35), Dermatologe an der Uniklinik in München: "Bei Haaren handelt es sich um totes Zellmaterial, das Nährstoffe nicht von außen aufnehmen kann. Sie müssen daher in erster Linie von innen, etwa durch ausgewogenene Ernährung, versorgt werden." Pflegeprodukte beeinflussen also nicht die Gesundheit, sondern nur das Erscheinungsbild der Haare.

Spülungen sind bei kurzem Haar überflüssig

Und welche Produkte sind sinnvoll? Zur schonenden Reinigung benötigt man ein Shampoo, das dem persönlichen Haartyp, z. B. trocken oder fettig, entspricht. "Der Unterschied liegt in der Menge der waschaktiven Substanzen", so Dr. Gauglitz. Öfter als dreimal pro Woche sollten Haare jedoch nicht gewaschen werden. Wessen Haare über Kinnlänge hinausgehen, kann noch eine Spülung verwenden, um sie kämmbarer zu machen. Bei Kurzhaarfrisuren ist das meist unnötig.

Olivenöl pflegt Haare und macht sie glänzend

Und wie sieht es mit Haarkuren aus? "Sind die Haare erst mal durch Färben oder Heißföhnen geschädigt, kann man sie nicht mehr reparieren", sagt Prof. Crisan Popescu (60), Haarkosmetikforscher am Deutschen Wollforschungsinstitut der TH Aachen. Kuren, Fluids & Co. kleben Bruchstellen zwar oberflächlich, dieser Effekt hält jedoch nur kurz und kann das Haar auf Dauer zusätzlich austrocknen. Was hilft? Prof. Popescu: "Um die Haare zu schützen, sind Öle empfehlenswert. Hier sind entsprechende Produkte sinnvoll. Am günstigsten: Einfach Olivenöl nehmen. Damit lässt sich auch der Glanz erhöhen." Tipp: Damit das Haar nicht beschwert wird, nur sparsam anwenden.

Auf welche Produkte kann man verzichten?

"Auf Shampoos gegen Haarausfall. Hier gibt es nur wenige Mittel, deren Wirkung wissenschaftlich belegt ist - die sind allerdings apothekenpflichtig", sagt Hautarzt Dr. Gauglitz. Auch Volumenprodukte kann man sich sparen, da sie kaum zu sichtbaren Ergebnissen führen. Hier kann ein Schaumfestiger besser helfen.

Sind teure Mittel besser als günstige? Forscher Popescu: "Der Preis ist kein Qualitätsmerkmal, er setzt sich größtenteils aus den Kosten für die Werbung zusammen. Es kann manchmal sogar sein, dass in günstigen und teuren Mitteln die gleichen Inhaltsstoffe verwendet werden."

Brauchen Männer andere Haarpflege?

Der Markt für Haarpflegeprodukte speziell für Männer boomt. Dabei unterscheiden die sich meist nur in Duft und Verpackung von ihren weiblichen Pendants. Denn aus wissenschaftlicher Sicht benötigt Männerhaar keine besondere Pflege. Im Gegenteil: Da sie meist sehr kurz getragen werden, ist ein einfaches Shampoo völlig ausreichend, um das Haar von Talg zu befreien. Bei trockener Kopfhaut ist ein Schuppenshampoo ratsam. Dermatologe Gauglitz: "Ich empfehle Betroffenen ein günstiges Unisex-Produkt aus der Drogerie."

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