Wie wird man eigentlich ...

wie wird man eigentlich
Traumjob
Foto: Privat

Arbeiten im Traumjob

Wünschen Sie sich auch manchmal, beruflich etwas ganz Neues zu wagen? Dann lassen Sie sich von diesen Frauen inspirieren: Sie haben ihre zweite Chance ergriffen – und arbeiten heute in ihrem Traumjob!

... Mode-Designerin

Simone van Trojen, 41, Amsterdam

Das perfekte Kleid habe ich jahrelang gesucht.“ Als Juristin und leitende Angestellte hatte Simone immer einen vollen Terminkalender: „Meetings, Essen, Reisen und nach der Geburt meiner beiden Kinder 2003 und 2004 auch Elternabende.“ Jeder Anlass verlangte ein anderes Outfit, sie musste sich mehrmals am Tag umziehen.

Kurzerhand ließ Simone im Mutterschaftsurlaub 2004 ein „Universalkleid“ schneidern. „Ich hatte kaum Ahnung von Modedesign, wusste aber, was ich wollte: ein schlichtes, waschbares Kleid, knitterfrei, passend für Oper und Sandkasten. Das Ergebnis entsprach genau meinen Vorstellungen, alle fragten mich, wo ich es herhabe.“

Firmengründung

Grund genug für Simone, damit in Serie zu gehen. Sie suchte eine Schnittdirektrice, die ihre Ideen umsetzt, Produktionsstätten und gründete 2006 ihre Firma LaDress (www.ladress.com) als Modelabel mit Onlinestore. „Bis heute trage ich alle Modelle selbst, damit ich sicher bin, dass sie perfekt sind!“

Extra-Tipp: Auch wenn ich finde, dass man seiner Intuition folgen sollte: Ein gründlich recherchierter Businessplan und eine penible Buchführung sind die Basis jeden Erfolges!

... Diät-Coach

Sabine Heijman, 36, München

Früher war ich Kommunikationsmanagerin, arbeitete für große Firmen und jettete durch die Welt.“ 2007 kam Sabine für ein Siemens-Projekt von Den Haag nach München und verliebte sich so in die Stadt, dass sie 2009 auch nach dem Projektende bleiben wollte. „Aber ich wollte nach 12 Jahren keinen weiteren stressigen Job , sondern meine Leidenschaft für Sport, Ernährung und Motivationstraining zum Beruf machen.“

Als frühere Synchron-Schwimmerin in der holländischen Nationalmannschaft konnte Sabine auf persönliche Erfahrungen zurückgreifen. „Wir jungen Leistungssportler bekamen damals individuelles Motivationscoaching plus Persönlichkeitstraining. Das wollte ich auch normalen Kundinnen, vor allem Managerinnen, die wenig Zeit haben, möglich machen!“

Der Einsatz hat sich gelohnt

Das „Bailine“-Konzept, das in Holland sehr populär ist und das Ernährung , Sport und Coaching mit elektromagnetischer Muskelstimulation verbindet, empfand Sabine als das beste auf dem Markt. Sie bewarb sich um die erste Franchise-Lizenz in München, besuchte Gründerinnenseminare, absolvierte verschiedene Trainerausbildungen. Der Einsatz hat sich gelohnt. „Im Herbst 2010 eröffnete ich und schon nach einem halben Jahr konnte ich davon leben!“

(www.yourhealthcoach.de)

Extra-Tipp: Wenn man Schulden macht, sollte man noch ein zweites Standbein haben und sich ein paar Stunden dafür freihalten. Bei mir ist es Business-Coaching, aber Taxifahren oder Kellnern geht genauso gut.

... Schäferin

Verena Jahnke, 21, Eimke bei Uelzen

Es ist 6:30 Uhr morgens, dunkel und kalt. Verena zieht ein Extrapaar Socken an, bevor sie in ihre Gummistiefel schlüpft und sich auf den Weg zu ihrer Schafherde macht. Als sie die 800 Tiere zusammen mit Schäferhündin Anja im leichten Schneetreiben endlich auf die Weide getrieben hat, ist es hell.

Andere Menschen sitzen jetzt im warmen Büro, aber Verena möchte mit ihnen nicht tauschen. Nicht mehr – denn obwohl sie in der Schäferei ihrer Eltern (www.glockenbergsschaeferei.com) aufgewachsen ist, hatte sie nie geplant, diesen Job selbst zu ergreifen: „Sieben Tage bei jedem Wetter draußen verbringen – das wollte ich mir nicht antun!“ Nach der Realschule besuchte sie deshalb die Wirtschaftsschule und machte ein Jahr Praktikum bei einem Anwalt.

Der Job ist anstrengend

Doch immer, wenn sie nach Hause kam, merkte sie, was sie im Büro vermisste: „Die Arbeit mit den Tieren ist etwas Wundervolles! Man erlebt hautnah mit, wie die Lämmchen und die Welpen der Schäferhunde geboren werden, sieht sie aufwachsen, das schafft eine starke Verbindung.“ Nach und nach wurde ihr klar, dass sie doch Schäferin werden will. 2008 begann sie mit der Ausbildung – drei Jahre lang lernte sie Tierwirtin mit der Fachrichtung Schafhaltung.

Bei aller Liebe zu den Tieren, der Job ist anstrengend: „Ich stehe nicht nur herum, eine Herde ist wie ein Sack Flöhe. Ich muss die Tiere hüten, füttern, scheren, Klauen schneiden und Hunde ausbilden.“ 1.000 Euro verdient Verena im Monat, große Sprünge kann sie damit nicht machen, doch sie ist genügsam.

Frauen in diesem Job

„Wenn ich mal ausgehe, sind die Leute immer total erstaunt, dass Frauen in diesem Job arbeiten. Manche wundern sich sogar, dass es überhaupt noch Schäfer gibt! Ich finde: zum Glück!“

Extra-Tipp: Ich bin froh, dass ich meine Leidenschaft doch noch gefunden habe – und empfehle jedem, ehrlich zu sich zu sein und in sich hineinzuhorchen, was einem wirklich Spaß macht.

... Foodbloggerin

Astrid Paul, 41, Ingelheim

Mit ihrem Kochblog „Arthurs Tochter kocht“ (arthurstochter kocht.blogspot.com) ist Astrid in nur zwei Jahren zu einer der erfolgreichsten Food-Bloggerinnen Deutschlands avanciert. „Dabei bin ich Autodidaktin, ich habe mir das Kochen jahrelang in Kursen und mit viel Übung angeeignet“, erzählt sie.

Astrid arbeitete als Managerin in einem Lebensmittelkonzern, Cafébesitzerin und Hotelpächterin etwa 70 Stunden die Woche – bis sie den Stress nicht mehr aushielt und ihr Leben neu ordnen wollte. 2009 gründete sie den Foodblog, postet mehrmals pro Woche Rezepte, die sie nachkocht und kommentiert, News und Betrachtungen rund ums Essen.

Blog, Kochbuch, Party-Köchin

Vom Bloggen allein kann kaum jemand leben, aber ihr Blog machte Astrid so populär, dass sie gerade ihr drittes Kochbuch schreibt und bis zu 700 Euro Tagesgage als Party-Köchin verlangen kann. „Dass ich von meiner Passion leben kann, war mein Ziel!“

Extra-Tipp: Ich habe einen ausgeprägten Geschmacks- und Geruchssinn. Jeder Mensch besitzt so eine besondere Fähigkeit. Finden Sie Ihre heraus und bilden Sie sie weiter!

... Werbetexterin

Steffi Magin, 35, München

Tochter Lola ist im Kindergarten, schon klingelt das Telefon. „Hey Steffi! Hättest du Zeit? Es geht um einen Pitch. Echt spannendes Briefing – eine große Kampagne.“ „Ab wann?“ „Morgen.“ „Hmm ... o.k.“ Dann geht’s los: Aufgabe mit dem Auftraggeber besprechen, Produkt und Zielgruppe anschauen, Scribbles anfertigen, Bilder suchen, Headlines machen, ausprobieren. Steffi ist in ihrem Element.

Texten ist ein Quereinsteigerberuf

„1999 ergatterte ich ein Textpraktikum bei der Werbeagentur TBWA – und blieb!“ Das Schreiben war genau ihr Ding: „Immer neue Aufgaben, Ansprechpartner, Marken. Das fand ich megaspannend – trotz der 80 Wochenstunden!“ Die wurden Steffi 2005 doch zu viel: „Deshalb machte ich mich selbstständig, genauso wie mein Mann , der vorher Etatdirektor war und den ich im Job kennengelernt hatte.“

Mit Erfolg: Steffi textet für Firmen wie Apple, Lego und Kraft – und verdient damit 60 bis 80 Euro die Stunde!

Extra-Tipp: Texten ist ein Quereinsteigerberuf, für den man kein Diplom braucht. Dafür ist Talent gefragt – und der Wille, sich auf das Produkt und die Zielgruppe einzulassen!

... Event-Managerin

Verena Fassbender, 22, Hannover

Rot muss der Zuckerrand sein, nicht gelb!“ Verena begutachtet den Begrüßungscocktail einer Privatschule, die in einer halben Stunde mit 80 Gästen ihre Betriebsparty feiern wird. „Das Logo der Schule ist rot-blau. Deshalb habe ich mir eine knallblaue Margerita mit rotem Zuckerrand ausgedacht“, erzählt Verena.

Sie ist Eventmanagerin in der „Finca und Bar Celona“ (www.cafe-bar-celona.de), einer Veranstaltungs-Gastronomie in Hannover. Dort erstellt sie seit einem halben Jahr Partykonzepte, plant den Aufbau, die Musik und Technik und verhandelt mit Versicherungen sowie Auftraggebern. Der Job fordert mit 50 Wochenstunden einiges von der 22-Jährigen, doch die geht völlig darin auf: „Nach dem Abi lernte ich Fremdsprachenkorrespondentin. Aber ich wollte mehr Action, deshalb machte ich von 2008 bis 2010 noch eine berufsbegleitende Zusatzausbildung als Betriebswirt für Eventmanagement.“

Gute Perspektiven

Sie hatte Glück und fand schnell eine Anstellung – und die Perspektiven sind gut: Erfolgreiche Eventmanager verdienen bis zu 4.500 Euro. Am meisten ist sie begeistert davon, wie abwechslungsreich ihre Tätigkeit ist: „Ich mache jeden Tag etwas anderes als am vorigen, und an den Wochenenden betreue ich abends die Partys !“ Davon ist Verenas Freund Merlin nicht immer begeistert. „Er würde mich manchmal gerne öfter sehen, doch noch wichtiger ist es ihm, dass ich happy in meinem Job bin.“

Extra-Tipp: Eventmanager kann man auch ohne Ausbildung werden, aber Kenntnisse zu Bauvorschriften, Buchhaltung und Versicherungsrecht sind von Vorteil!

... Social-Media-Manager

Bea Graf, 37, Frankfurt

Bei den meisten Firmen ist es verboten, Bea bekommt sogar Geld dafür: Während der Arbeit surft sie stundenlang bei Facebook und Co. herum. Die 37-Jährige arbeitet in der Frankfurter Kommunikations-Agentur Envy (www.envy.de): „Wir machen Werbung, Promotion, Design und Programmierung und sorgen dafür, dass Kunden wie das Audi-Zentrum Frankfurt oder die Leica Gallery mit ihren Markteinführungen, Events oder Ausstellungen in aller Munde sind.“

Und damit das klappt, nutzt die Firma natürlich auch die ganzen populären Netzwerkseiten wie Facebook oder Google+. „Inzwischen bestehen sogar 85 Prozent meines Jobs aus Social Media Marketing.“ Bea hat schon viele Quereinstiege hinter sich, zum Beispiel als Douglas-Filialleiterin und Chefredakteurin eines Frankfurter Stadtmagazins.

Ein Sprung ins kalte Wasser

„Mein heutiger Boss Andrej war mit Envy treuer Anzeigenkunde meiner Zeitschrift ‚Pur‘, so wurden wir gute Freunde. 2007 bot er mir spontan einen Job an.“ Bea sprang ins kalte Wasser – und landete weich: „Freitags darf ich sogar von zu Hause arbeiten. Und 5.500 Euro Gehalt pro Monat sind auch nicht zu verachten!“

Extra-Tipp: Den Job bekommt man normalerweise über eine Ausbildung zum Fachwirt für Werbung und Kommunikation, zur Marketingkauffrau oder über ein Marketingstudium.

... Yoga-Lehrerin

Silvia Schaub, 35, München

Ganz gelassen packt Silvia Schaub ihre Arbeitstasche: eine Yogamatte, Trainingsklamotten und eine Musik-CD – mehr braucht sie nicht für ihren Job als Jivamukti-Yoga-Lehrerin. Früher stand die Zeitschriften-Redakteurin dagegen ständig unter Strom, fühlte sich unzufrieden: „Nach vielen stressigen Jahren merkte ich, wie meine Kräfte nachließen. Immer öfter fragte ich mich: ‚Wozu das alles?‘“

Um etwas zu entspannen, besuchte Silvia 2003 ihre erste Yogastunde – und war begeistert. Mehrmals wöchentlich ging sie zu Kursen, 2010 begann sie ihre Ausbildung und seit 2011 lehrt sie auch. „Finanziell habe ich mich verschlechtert, aber diesen Job ergreift man nicht wegen des Geldes. Yogalehrer sind oft hoffnungslose Idealisten!“

Seine Berufung leben

Derzeit schreibt Silvia hie und da noch Texte für Zeitschriften, bald möchte sie aber ganz von dem Unterricht leben können. „Mein Freund Lars ist Musiker, er hat mich bedingungslos unterstützt. Von ihm habe ich zum Beispiel gelernt, dass ein geregeltes Leben nicht das Maß aller Dinge ist. Viel wichtiger ist es, seine Berufung zu leben!“

Extra-Tipp: Als Ausbildung gibt es intensive Trainings mit ungefähr 500 Yogastunden oder berufsbegleitende, die über mehrere Jahre gehen. Wichtig ist es, alle Yoga-Arten zu kennen und seinen Lieblings-Stil zu finden.

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