Kinderkrankheiten bei ErwachsenenWindpocken, Masern und Keuchhusten bei Erwachsenen

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Inhalt
  1. Wie gefährlich sind Kinderkrankheiten für Erwachsene?
  2. Keuchhusten: Oft hilft nur ein Antibiotikum
  3. Masern: Jeder zweite Patient ist erwachsen
  4. Mumps: Man kann sich auch trotz Impfung infizieren
  5. Scharlach: Rückfälle sind häufig
  6. Windpocken: Juckreiz über Wochen

Wie gefährlich sind Kinderkrankheiten für Erwachsene?

Wie gefährlich sind Windpocken, Masern und Keuchhusten für uns? Was die Kleinen meist gut wegstecken, kann für uns Erwachsene ziemlich heftig werden.

Seit Wochen kommen diese rätselhaften Hustenanfälle immer wieder. Viel zu lange für eine Erkältung. Was ist das nur? Oft entdeckt erst ein Lungenarzt, was immer mehr Erwachsene quält: Keuchhusten, auch 100-Tage-Husten genannt. Und nicht nur damit gibt es zunehmend Probleme: Sogenannte Kinderkrankheiten treffen immer mehr Erwachsene - das "Ansteckungsalter" verschiebt sich nach oben.

Mediziner nennen zwei Gründe für diese bedenkliche Entwicklung: Zum einen lassen sich Eltern selbst und ihre Kinder nicht mehr konsequent impfen oder Impfungen auffrischen. Zum anderen stecken sich ungeimpfte Kinder heute weniger an, weil sie in Kleinfamilien oder ganz ohne Geschwister aufwachsen - sie erlangen keinen natürlichen Immunschutz. Bekommt dann aber ein Jugendlicher oder Erwachsener eine Kinderkrankheit, ist der Verlauf meistens heftiger als bei Kindern.

 

Keuchhusten: Oft hilft nur ein Antibiotikum

Erreger: Bakterium Bordetella pertussis. Keuchhusten (Pertussis) ist erst seit 2012 bundesweit meldepflichtig, und Experten befürchten alarmierende Zahlen. Die Beschwerden können Wochen andauern und werden bei Erwachsenen häufig mit chronischer Bronchitis verwechselt, weil sie auch ohne das typische Keuchen auftreten.

Was kann man tun?

Meersalz-Inhalationen (Mischung aus der Apotheke) beruhigen die Atemwege. Bei schwerem Verlauf kann der Arzt ein Asthma-Spray verschreiben - und ein Antibiotikum. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt: Lassen Sie sich impfen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen.

 

Masern: Jeder zweite Patient ist erwachsen

Erreger: Morbillivirus. Masern sollten längst ausgerottet sein, doch die Zahl der Infektionen steigt seit Jahren. Experten schätzen, dass jeder zweite Betroffene bereits erwachsen ist. Je älter der Patient, desto größer die Gefahr von schweren Komplikationen wie etwa Lungen- und Hirnhautentzündung.

Was kann man tun?

Bei Virus-Erkrankungen gibt es keine Therapie, mit der sich die Erreger direkt bekämpfen lassen. Wichtig ist, die Auswirkungen zu lindern, vor allem mit Tees, z. B. Lindenblütentee, und absoluter Bettruhe. Der Ausschlag dauert mindestens fünf Tage. Ist er verschwunden, gibt es kein Ansteckungsrisiko mehr. Nach einer Infektion oder zwei Impfungen (die Krankenkassen zahlen) ist man immun gegen Masern. Im Zweifel nachimpfen lassen.

 

Mumps: Man kann sich auch trotz Impfung infizieren

Erreger: Mumpsvirus. Es kommt zu einer Entzündung der Ohrspeicheldrüsen mit schmerzhaften Schwellungen. Für Mumps gibt es keine Meldepflicht und deshalb auch keine genauen Fallzahlen. Mediziner beobachten jedoch, dass zunehmend Jugendliche und Erwachsene betroffen sind. Bei ihnen weitet sich die Krankheit häufig auf Bauchspeicheldrüse oder Gehirn aus. Weitere Komplikationen: Ertaubung, Fehlgeburt, bei Männern Unfruchtbarkeit.

Was kann man tun?

Ins Bett legen und die Ohren kühlen. Impfungen gibt es für Kinder und Erwachsene, doch einen lebenslangen Schutz bieten sie nicht.

 

Scharlach: Rückfälle sind häufig

Erreger: Streptokokken (Bakterien). Scharlach kann man mehrmals und in jedem Alter bekommen. Jährlich erkranken mindestens 50 000 Menschen daran. Symptome: starke Halsschmerzen, tiefroter Rachen und Zunge ("Himbeerzunge"), Schüttelfrost, Fieber, Ausschlag in den Achselhöhlen und Leisten.

Was kann man tun?

Gegen die Bakterien verschreibt der Arzt ein Antibiotikum. Es sollte mindestens zehn Tage eingenommen werden, damit der Scharlach nicht zurückkehrt. Selbst mit Antibiotikum liegt das Rückfallrisiko bei 30 Prozent. Gegen die Schluckbeschwerden helfen kühle Getränke, Gurgeln mit Salbeitee, Lutschtabletten. eine Impfung gibt es nicht.

 

Windpocken: Juckreiz über Wochen

Erreger: Varizella-Zoster-Virus. Windpocken sind seit Jahren rückläufig, treffen Erwachsene aber häufig besonders hart: Sie bekommen hohes Fieber, und der juckende Ausschlag "blüht" wochenlang immer wieder auf. Mögliche Komplikationen sind Hirnhaut-, Lungen- und Leberentzündung. Bei Schwangeren kann die Windpocken-Infektion zu Missbildungen beim Ungeborenen führen.

Was kann man tun?

Der Juckreiz lässt sich mit kühlem Essigwasser (5 EL Essig auf 1 l Wasser) lindern. Wer als Kind keine Windpocken hatte, sollte beim Arzt seine Antikörper bestimmen und sich bei Bedarf impfen lassen. Bei Frauen mit Kinderwunsch zahlt die Krankenkasse.

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