Wir sind nicht perfekt - na und!

wir sind nicht perfekt na und

Report: Wohlfühlfigur statt Modelmaße

Ein paar Pfunde zu viel, zu wenig oder am falschen Ort: 68 Prozent der Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden. Doch unsere Paare sind sich einig - der Liebe ist das egal!

"Sie findet sich zu dürr - ich nicht!"

Kristina (28) & Tim (30)

Kristina sagt: "Ich glaube, dass Tim mich zu dünn findet . Er hat schon bei unserem zweiten Treffen vor zwei Jahren etwas in dieser Richtung gesagt. Tim mag wie viele andere Männer eher Frauen mit Rundungen, zumindest aber ohne hervorstehende Knochen. Schlank ist für ihn okay, aber nicht dürr: Und ich wiege nur 49 Kilo bei 1,70 Meter!

Aber daran wird sich nichts ändern, dieser Körper ist die Konsequenz meiner Lebensweise. Ich lebe aus ethischen Gründen vegan, esse weder Fleisch noch Fisch und auch keine sonstigen Tierprodukte wie Eier, Milch oder Käse. Da ich auch noch sehr gerne Sport treibe, sehe ich nun einmal so aus.

Ich habe schon oft versucht, mit Tim darüber zu reden, weil ich möchte, dass er erkennt, warum ich so bin - aber irgendwie scheint er mich da nicht richtig zu verstehen!"

Tim sagt: "Gerade als Psychologe bekomme ich öfter mit, wie stark der unreflektierte mediale Einfluss die Menschen prägt. Eine Frau habe einem bestimmten Idealbild zu genügen - glauben die meisten Frauen. Ich hätte zwar vielleicht auch Probleme damit, eine extrem dicke Freundin zu haben, aber alles andere finde ich in Ordnung: Mollig, dünn, das ist egal.

Es kommt für mich prinzipiell eher darauf an, dass eine Frau sportlich ist, also dass sie auf sich achtet. Dass Kristina vegan lebt, nervt mich hin und wieder, obwohl ich selbst Vegetarier bin, denn man hat bei ihr das Gefühl, dass sie auf Dauerdiät lebt. Aber sie ist so herrlich frech und gleichzeitig geistig so reif, dass ich darüber ohne Probleme hinwegsehe.

Ich mache mir auch keine Gedanken darüber, was wird, wenn Kristina älter wird. Ich bin der Meinung, dass jedes Alter schön ist, auch optisch. Kurz: Mir gefällt meine Kristina so, wie sie ist! Wir lassen beim Sex auch immer das Licht an und betrachten uns gerne.

Trotzdem fragt sie mich immer wieder, ob ich sie zu dünn finde. Ich habe dabei stets das Gefühl, dass ich sie in etwas bestätigen soll, was meiner eigenen Wahrnehmung überhaupt nicht entspricht! Schließlich kenne ich sie nur so, wie sie ist - und das ist die Frau, in die ich mich verliebt habe und die ich perfekt finde!"

"Die Rundungen gehören zu mir"

David (30) & Marlene (24)

Marlene sagt: "Eigentlich hätte ich ja die idealen Proportionen, wenn man von 90-60-90 ausgeht. Nur dass es bei mir etwas mehr ist: 100-70-100 bei 1,70 Meter Größe. Ich aber habe trotz meiner Rundungen das Gefühl, im richtigen Körper zu stecken, dass der Körper ein Spiegel meiner Seele ist. Klar, meine Oberschenkel könnten fester sein . Aber Frauen sind wohl immer mit irgendetwas unzufrieden, selbst wenn sie in ihrem Körper glücklich sind.

Als ich meinen Mann David vor fünf Jahren auf einem Konzert seiner Band Painamp in Wien kennen gelernt habe, war das Liebe auf den ersten Blick. Und als ich mich das erste Mal vor ihm ausgezogen habe, hat sich das schön und natürlich angefühlt. Ich fühlte weder Angst noch Unsicherheit!"

David sagt: "Ich bin froh, dass Marlene so gut mit sich und ihrem Körper klarkommt, man sieht ja, dass sie auch in Unterwäsche vor der Kamera völlig sicher wirkt. Ich finde sie perfekt, und das noch nach fünf Jahren Liebe und fünf Monaten Ehe.

Außer wenn sie bedrückt ist: Dann hält sie sich so krumm. Ich tue dann alles, um sie aufzurichten. Ich wäre glücklich, wenn sie schwanger wird und wir Kinder bekommen. Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob sich ihr Körper dadurch verändert. Denn Marlene wird auch während oder nach einer Schwangerschaft die ideale Figur haben.

Ich hatte auch schon mal eine dünne Freundin, es geht für mich nur darum, dass sich eine Frau in ihrer Haut wohl fühlt und sich attraktiv findet - so wie Marlene."

"Trotz Rollstuhl ist sie sexy!"

Eva (28) & Nikolas (24)

Eva sagt: "Als ich Nikolas vor fast drei Jahren kennen lernte, hatte ich fast 20 Kilo weniger und noch keinen Rollstuhl - aber schon einen beschwerten Gang. Ich leide an Friedreichscher Ataxie, einer sehr seltenen neurologischen Erbkrankheit, die mich nach und nach gehunfähig machen wird.

Glücklicherweise kann ich meinen Job als Sozialpädagogin behalten, trotz des Rollstuhls, den ich meistens brauche. Zuhause geht's noch ohne, aber ich kann keine längeren Strecken mehr sicher auf den Beinen bleiben. Das Gefühl , dass man mir nun aus Mitleid nachschaut und nicht wegen meiner Attraktivität, tut weh.

Aber ich bin trotzdem glücklich in meinem Körper. Ich kann trotz der Krankheit alles spüren und habe einen wunderbaren Freund. Er sattelt nun sogar von Maschinenbau auf Medizintechnik um, um mir später tolle Rollstühle bauen zu können!"

Nikolas sagt: "Natürlich musste ich Evas Krankheit erst einmal verdauen. Aber was wäre ich für ein Mann, wenn ich mit der Frau, in die ich mich sofort total verliebt habe , deshalb nicht zusammen sein wollte?

Eva weiß immer genau, was sie will, und ist dabei wahnsinnig sanftmütig. Ich bewundere ihre Kraft, ihren Mut, ihr Charisma! Wenn man jemanden liebt, verlässt man ihn nicht einfach deswegen, weil der Körper nicht hundertprozentig funktioniert. Sobald Eva im Bett liegt, ist sie eine Frau wie jede andere auch. Alles ist relativ.

Eva denkt, dass Sexiness von der Fähigkeit zu gehen und zu tanzen ausgemacht wird. Ich finde das nicht. Jennifer Lopez ist doch nicht nur sexy , wenn sie steht, sondern auch, wenn sie sitzt! Ich mag Evas Augen, ich liebe ihren Po, ich würde sie in richtig scharfe Klamotten stecken, wenn sie mich ließe!

Nach zwei Jahren Fernbeziehung zwischen Karlsruhe und München sind wir nun endlich zusammengezogen. Und ich habe auch schon einen Gentest machen lassen: Es ist alles okay, wir können also sogar Kinder kriegen , sobald mein Studium beendet ist!"

"Ich gebe gern mit ihr an!"

Marianne (29) & Uwe (49)

Marianne sagt: "Früher wollte ich nie Kinder haben - und nun seht sie an, die Rasselbande! Vier Kinder zwischen fünf und neun sind es, und bei jeder Schwangerschaft nahm ich 35 Kilo zu - und dann wieder ab.

Durch das lange Stillen hat mein Busen gelitten , an den Oberschenkeln macht sich Cellulite breit. Manchmal ist das ein wenig deprimierend: Ich arbeite als Choreografin, da sieht man ständig knackige Tänzerinnen.

Dann aber denke ich wieder: Für vier Kinder siehst du verdammt gut aus! Niemand glaubt mir die vielen Geburten, ich konnte meine Kleidergröße 36/38 nämlich halten, worüber ich sehr glücklich bin!"

Uwe sagt: "Vor elf Jahren war ich als Musicalproduzent in Salzburg tätig - und Marianne war eine der Darstellerinnen. Ich wusste: Das ist sie! Wir rauschten beide ungebremst ineinander, heirateten bald, bekamen Kinder ...

Ich finde meine Frau sexy, fast so wie damals mit 18, und gebe leidenschaftlich gerne mit ihr an! Die Cellulite oder der leicht hängende Busen ist mir egal! Frauen sollten Männer nicht auf vermeintliche Problemzonen hinweisen, am Ende bemerken wir sie dann sogar!"

"Alle denken, ich spinne!"

Magdalena (20) & Eray (28)

Magdalena sagt: "Ich rede kaum noch über meinen Körper, weil mir immer gesagt wird: ,Du spinnst doch!‘ Aber abgesehen davon, dass mich meine Reiterhosen stören, ist mir mein Busen zu groß.

Dann höre ich immer: ,Mensch, Pamela Anderson zahlte viel Geld dafür und du willst deinen Busen loswerden?‘ Aber ich bin sehr zierlich, 1,65 m, wiege 50 Kilo - und habe D-Körbchen. 70 D ist extrem schwer zu finden, meist nur von Spezialherstellern. Das nervt!

Außerdem habe ich sehr häufig Rückenschmerzen. Wenn ich zwei Kilo zunehme, dann vergrößern sich immer nur meine Reiterhosen und mein Busen! Glücklicherweise nehme ich aber auch recht schnell ab - wenn ich Stress habe sind schnell mal drei Kilo runter."

Eray sagt: " Beim ersten Mal Sex musste ich das Licht ausmachen, sie wollte es so! Ganz ehrlich, wenn ich überhaupt eine Schwachstelle an ihr nennen könnte, würde ich sagen, dass sie zu maskuline Schultern für ihre feminine Figur hat.

Aber der Rest von ihr ist doch wie aus dem Bilderbuch! Ich höre ihr trotzdem zu, wenn sie mit mir über ihre Probleme redet, schließlich will ich sie ernst nehmen - auch wenn ich selbst ganz anderer Meinung bin."

"Ich liebe Saras Ecken und Kanten!"

Sara (21) & Oliver (22)

Sara sagt: "Ich werde oft gefragt, ob ich einen Unfall hatte, weil meine Nase diesen asymmetrischen Huckel in der Mitte hat. Nein, hatte ich nicht, ich bin schon immer so gewesen!

Früher war ich deswegen manchmal unsicher, denn natürlich habe ich mir in der Schule jede Menge Sprüche anhören müssen, aber dann sagte ich mir: Sie ist eben da und sie gehört zu mir. Ich würde sie niemals ändern wollen!

Ich glaube daran, dass der Körper, in meinem Falle vor allem das Gesicht, ein Spiegel des Charakters ist. Von Natur aus habe ich rote Haare, das steht für mein Temperament , die kantige Nase symbolisiert für mich Stärke und die geschwungenen Lippen sehe ich als Ausdruck der Lebensfreude, die ich empfinde.

Ich verstelle mich grundsätzlich nicht, genieße jede Sekunde meines Lebens. Eine Schönheits-OP wäre für mich wie eine Fälschung der eigenen Person, das käme nie infrage!"

Oliver sagt: "Wir sind seit vier Monaten zusammen und ich bin völlig fasziniert von Sara! Sie hat das gewisse Etwas, ist offen, großzügig, ehrlich, lebensfroh, spontan ... Bei 1,72 Meter wiegt sie nur 55 Kilo - wäre ihre Nase nicht, ginge sie glatt als Topmodel durch!

Aber gerade ihr Gesicht gefällt mir besonders an ihr, denn es passt zu ihrem Wesen. Ich käme nie auf die Idee, einer Frau zu sagen, dass sie ihre Nase machen lassen müsse. Und ich weiß, dass Sara Veränderungen, die über Strähnchen färben oder Sport hinausgehen, eh nicht zulassen würde.

Ich finde es schön, wenn eine Frau so völlig zu sich steht. Sara isst, was ihr schmeckt, und lässt sich von niemandem verrückt machen. Das ist heutzutage nicht üblich, viele junge Frauen orientieren sich am Aussehen der Stars und Models .

Als Student der Medienbildung und Kommunikation lerne ich exakt, wie das alles funktioniert. Man kann Frauen nur raten, sich ein eigenes Bild von sich zu machen und sich keines von außen aufdrücken zu lassen!"

"Beim ersten Sex machte ich mir Gedanken ..."

Kirsten (23) & Flo (25)

Kirsten sagt: "Ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich meinen Hintern nicht bemerke - schließlich lässt Flo kaum eine Chance aus, mich deswegen zu veräppeln. Ich bin halt generell sehr feminin gebaut, die Natur hat es gut mit mir gemeint.

Meinen Busen zum Beispiel finde ich wunderbar, ich habe auch einen völlig flachen Bauch. Weil ich Sport studiere , nutze ich Training als Mittel, um meine Formen knackig zu halten. Derzeit wiege ich 70 Kilo bei 1,78 Meter Körpergröße.

Das ist zwar nicht gerade wenig, aber Muskeln bringen nun mal mehr Kilo pro Volumen auf die Waage als Speck. Mein Po-Umfang ist 104 cm, damit kann ich leben. Ich gefalle mir, wie ich bin - außer wenn Männer ins Spiel kommen.

Als ich vor einem Jahr das erste Mal mit Flo im Bett landete, habe ich mir schon Gedanken gemacht, wie er mich wohl von hinten findet, wenn ich ins Bad gehe . Aber das hat sich schnell gelegt!"

Flo sagt: "Kirsten fühlt sich wirklich pudelwohl in ihrer schönen Haut. Trotzdem sagt sie mir immer wieder mal, dass sie ihren Po und ihre Oberschenkel zu dick findet. Aber glücklicherweise ist sie keine Person, die dann Schmeicheleien und Lügen hören will, sondern echte Kritik.

Wenn mir ihr Po eines Tages wirklich zu dick wird, dann sage ich ihr das auch. Ist er aber nicht. Kirsten hat in meinen Augen gar keine Schwachstellen. Als wir uns das erste Mal getroffen haben, wusste ich gleich, dass sie mir gefällt, auch wenn ihre Hüllen fallen.

Männer sind ja nicht blind, nur weil eine Frau angezogen ist. Wir wissen ganz genau, was uns erwartet - und sind dabei längst nicht so kritisch, wie Frauen glauben."

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