Wird das Amt bald die künstliche Befruchtung für Hartz-IV-Empfänger zahlen?

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Das Ehepaar Knick aus Berlin sieht das Amt in der Pflicht. Sie sollen einen Teil der Kosten für die künstliche Befruchtung übernehmen.
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Das Ehepaar Knick aus Berlin verklagt jetzt das Jobcenter Marzahn-Hellersdorf, da dieses ablehnt, einen Teil der Kosten für ihre künstliche Befruchtung zu zahlen. Der Grund: Die Übernahme der Kosten für Hartz-IV-Empfänger ist nicht vorgesehen.

Seit 2008 versuchen Sandra (36) und Maik Knick (31) aus Berlin-Hellersdorf, ein Kind zu bekommen. Vor drei Jahren ließ sich Sandra künstlich befruchten. Das Geld für die Behandlung bekam die Hartz-IV-Empfängerin damals von ihrer Schwiegermutter. Doch leider wurde Sandra zwar schwanger, verlor das Kind aber nach drei Wochen. Seitdem vermeidet das Paar, das sich sehnlichst ein eigenes Baby wünscht, Kontakt mit kleinen Kindern.

Jetzt, im Alter von 36 Jahren, sieht sie ihre letzte Chance gekommen, zusammen mit ihrem Mann ein Kind zu bekommen. Inzwischen ist klar, dass es ohne eine weitere künstliche Befruchtung nicht möglich sein wird. Denn Sandra Knicks Eileiter sind verwachsen.

Die Kosten der Behandlung betragen in etwa 10.000 Euro. 75 Prozent von diesem Betrag würde die Krankenkasse übernehmen. Die Hälfte des Restbetrages von 2.500 Euro könnte durch ein Förderprogramm des Berliner Senats finanziert werden. Damit würden noch 1.250 Euro übrig bleiben, die das Ehepaar allerdings nicht selbst bezahlen kann. Denn Sandra und Maik Knick sind beide Hartz-IV-Empfänger. Sie leben von rund 1.000 Euro im Monat.

Das Paar sieht aus diesem Grund das Jobcenter Marzahn-Hellersdorf in der Pflicht. Das Amt, das die verbleibenden Kosten für die künstliche Befruchtung tragen soll, verweigert jedoch die Bezuschussung. Bereits 2012 hatte das Ehepaar Knick ein Hartz-IV-Darlehen beantragt. Dieses ist jedoch nicht für Behandlungen wie eine künstliche Befruchtung, sondern für Dinge wie Kleidung, Körperpflege, Haushaltsgegenstände etc. vorgesehen. Darum verklagen Sandra und Maik Knick jetzt das Amt.

Der Fall soll in den kommenden Wochen vor dem Berliner Sozialgericht verhandelt werden. Sollte die Klage der Knicks abgewiesen werden, haben diese vor, bis vor das Bundessozialgericht zu ziehen.

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