Wissenswertes zu Neurodermitis, Harnleiterinfekt und Schnupfen

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Fragen an Hausärztin Dr. Petra Bracht

Die Allgemeinärztin und Naturheilmedizinerin hat in Bad Homburg eine Privatpraxis. Hier steht sie Ihnen beratend zur Seite.

NEURODERMITIS: EIN ÖLBAD SCHÜTZT DIE HAUT VOR DEM AUSTROCKNEN

Meine beiden Kinder leiden an Neurodermitis und ihre Haut schuppt stark. Ist Eincremen besser als rückfettende Ölbäder? Ich habe allerdings gehört, dass Ölbäder durch neue Studien in Verruf geraten sind. Was raten Sie mir?

Silvie B. (32), Kronau

    Antwort von Dr. Bracht:

    Es ist richtig, dass man in jüngster Zeit rückfettende Ölbäder bei Neurodermitis-Patienten als eher ungünstig einstuft. Allerdings erscheinen mir die Argumente nicht wirklich einleuchtend. Da wird die Unfallgefahr des Ausrutschens durch eine glitschige Badewanne aufgeführt. Ein weiterer Einwand ist, dass bislang keine Studie den erhofften Effekt belegt habe und dass mögliche allergische Reaktionen auf antimikrobielle Substanzen auftreten können. Da sich aber gerade kleinere Kinder nur schwer eincremen lassen, ist das Ölbad eine brauchbare Alternative. Wenn Cremen machbar ist, verwenden Sie rückfettende Salben, die zusätzlich Harnstoff enthalten. Bei Neurodermitis ist der Harnstoffanteil in der Haut niedriger als bei gesunder Haut. Harnstoff hilft Wasser zu speichern, die Haut wird elastischer und widerstandsfähiger. Doch vergessen Sie nicht, dass unsere Haut auch von innen genährt werden muss. Es ist notwendig, unser Essen mit den richtigen Ölen anzureichern, die dann der Haut zur Verfügung stehen. Geeignet ist kalt gepresstes Leinöl, das über viele ungesättigte Omega-3-Fettsäuren verfügt. dann zum Herzen und wird von dort aus über die Arterien im Körper verteilt. Auch für die Blutentnahme aus der Vene wird die Nadel intravenös angelegt.

    HARNLEITERINFEKT: DIE ENTZÜNDETE BLASE IMMER GUT AUSHEILEN

      Ich habe gehört, dass sich nicht nur die Blase, sondern auch die Harnleiter entzünden können. Wie kann das passieren? Renate C. (55), Siegen

        Antwort von Dr. Bracht: Die untere Harnwegsinfektion ist eine Entzündung der Harnröhre und/oder auch der Harnblase. Wenn aber eine solche bakterielle Blasenentzündung chronisch vorhanden ist, können sich die Bakterien weiter nach oben in Richtung Harnleiter bewegen und diese infizieren. Die Harnleiter verbinden die Harnblase mit dem Nierenbecken. Eine Harnleiter-Entzündung kann also oft der Grund für eine nachfolgende Nierenbeckenentzündung sein. Denn Bakterien, die nicht gestoppt werden, haben den Drang, sich immer weiter zu vermehren. Deshalb ist es so wichtig, Blasenentzündungen immer zum Ausheilen bringen und die Therapie nicht zu früh abzubrechen. Ist die Blasenentzündung aufsteigend und damit der Harnleiter betroffen, hilft oft nur noch ein Antibiotikum. Nach dieser medikamentösen Behandlung können Sie jedoch viel tun, um künftigen Infektionen vorzubeugen: Vermeiden Sie kalte Füße und halten Sie Ihren Unterleib stets warm. Sie sollten sehr viel trinken, um Krankheitskeime aus der Blase zu spülen. Tees mit Bärentraubenblättern, Goldrutenkraut und Pfefferminze wirken antientzündlich und helfen, die Schleimhäute von Blase und Harnleiter zu stabilisieren. Tees mit Schachtelhalmkraut oder Birkenblättern wiederum wirken harntreibend.

        SCHNUPFEN: SCHON IM FRÜHSTADIUM ZU SPRAY MIT MEERSALZ GREIFEN

          Kaum wird es kühler, bekomme ich einen Schnupfen. Was halten Sie von Schnupfensprays? Gibt es sonst noch Alternativen? Helga S. (43 ), Kirchheim

            Antwort von Dr. Bracht: Es gibt für mich nur zwei Arten von Schnupfensprays, die ich mit gutem Gewissen empfehlen kann. Die eine Variante ist Schnupfenspray mit Meersalz. Dieses Spray gibt der Nase die nötige Feuchtigkeit. Außerdem wirkt es leicht spülend. Die natürlichen im Meersalz enthaltenen Mineralstoffe unterstützen außerdem die Regeneration der Nasenschleimhaut. Dadurch bessert sich das Wohlbefinden deutlich. Die zweite infrage kommende Variante ist ein neuartiges Spray, das den lokalen pH-Wert im Bereich der Nasenschleimhäute in den sauren Bereich absenkt. Erreicht wird das durch den Zusatz von einprozentigem Stoffgemisch aus verschiedenen Cellulosen (Hydroxypropylmethyl-Cellulose-Gel). Durch den sauren pH-Wert wird die Aktivität von Schnupfenviren gehemmt, sodass eine weitere Vermehrung nicht mehr möglich wird. Beide Sprays wirken allerdings nur, wenn sie im Frühstadium des Infekts erfolgen, also wenn Ihr Schnupfen gerade erst begonnen hat. Zur Vorbeugung und Abhärtung sollten Sie sich jeden Tag bei Wind und Wetter für eine halbe Stunde an der frischen Luft bewegen. Lassen Sie sich vom Herbstregen nicht abschrecken: rein in Gummistiefel und Regenjacke! Auch die tägliche Einnahme von Zink, Q 10 und Vitamin C unterstützt zusätzlich Ihre körpereigene Abwehr, sodass Sie dem herbst-typischen Ansturm der Erkältungs-Viren etwas entgegenzusetzen haben.

            IHR RECHT ALS PATIENT

            Was zahlt die Kasse? Wann habe ich Anspruch auf Schmerzensgeld? Gut, wenn man sein Recht kennt

            BEI ASTHMA ANS TOTE MEER

              Ich habe besonders hartnäckiges Asthma, das sich nur am Toten Meer lindern lässt. Muss die Krankenkasse die Kur nun bezahlen? Sybille A., Meersburg

                Können Sie nachweisen, dass sich Ihre Krankheit wegen des Klimas in Deutschland nicht wirksam kurieren lässt, dürfen die Krankenkassen den Antrag auf eine Auslandskur nicht aus Kostengründen ablehnen. Legen Sie diese Bescheinigung des Arztes gleich Ihrem Antrag bei. (Az.: L 1 KR 1202/03)

                URLAUB, WENN DAS KIND KRANK IST?

                  Meine zehnjährige Tochter war stark erkältet. Muss ich dafür Jahresurlaub nehmen (wie geschehen) oder geht das auch anders? Meike V., Saarbrücken

                    Für kranke Kinder unter zwölf dürfen sich Eltern freinehmen. Alleinerziehende haben einen Anspruch auf 20 Tage pro Kind im Jahr (bei mehreren Kindern bis zu 50 Tage), Verheirateten werden je zehn Tage (mehrere Kinder maximal 25 Tage) gewährt. Der Lohn wird sechs Tage bezahlt, der Rest gilt als unbezahlter Urlaub. Bei älteren Kindern besteht kein Anspruch.

                    KRANKGESCHRIEBEN UND INS THEATER?

                      Wegen einer Erkältung bin ich krankgeschrieben, möchte aber mein Theater-Abo wahrnehmen. Hella T., Karlsruhe

                        Krankgeschriebene Arbeitnehmer dürfen nichts unternehmen, was die Genesung verzögert oder gefährdet, so steht es im Arbeitsrecht. Wer mit Magenverstimmung ins Restaurant geht, riskiert eine Abmahnung. Eine abklingende Erkältung schließt aber einen Theaterbesuch nicht aus.

                        PATIENTEN-AKTE MUSS LESBAR SEIN

                          Endlich habe ich Kopien meiner Behandlungsunterlagen erhalten. Doch diese sind nicht lesbar, und mein Arzt erklärt mir nichts. Marion K., Duisburg

                            Bestehen Sie darauf! Das Arbeitsgericht Hagen hat bestätigt, dass jeder Patient einen Anspruch auf vollständige Information hat. Ihr Arzt ist verpflichtet, Ihnen den Inhalt der Krankenunterlagen vollständig mitzuteilen. (Az.: 10 C 33/97)

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