Wissenswertes zu Schlafstörungen, Verstopfung und Schilddrüsenüberfunktion

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Frau Dr. Bracht hat Antworten auf Ihre Fragen
Foto: Dr. Petra Bracht

Fragen an Hausärztin Dr. Petra Bracht

Die Allgemeinärztin und Naturheilmedizinerin hat in Bad Homburg eine Privatpraxis. Hier steht sie Ihnen beratend zur Seite.

SCHLAFSTÖRUNGEN: ELEKTRONISCHE GERÄTE AUS DEM SCHLAFZIMMER ENTFERNEN!

Manchmal brauche ich abends über eine Stunde, bis ich einschlafen kann. Was kann ich tun?

Joy L. (54), Pyrmont

    Antwort von Dr. Bracht:

    Schlafstörungen können viele Ursachen haben: Stress in der Familie, Druck am Arbeitsplatz, ein ungesunder Schlafplatz. Letzterer spielt eine größere Rolle, als wir glauben. Weil unser Körper nachts runterschaltet, sind wir anfälliger für äußere Einflüsse, die sich durch die Position unseres Schlafplatzes ergeben. Gesundheitsbelastende Einflüsse von elektro-magnetischen Feldern führen zu Schlafstörungen. Probieren Sie es aus: Entfernen Sie alle 220-Volt-Geräte, wie Radiowecker, Musikanlagen, Heizkissen, Fernseher, Lampen und Computer aus der Nähe Ihres Betts. Auch Handy und Ladegerät gehören nicht ins Schlafzimmer. Alternativ können Sie auch die Sicherung Ihres Schlafzimmers ausschalten oder sich vom Elektriker einen Netzfreischalter einbauen lassen. Manchmal bewirken schon diese wenigen Maßnahmen wahre Wunder im Kampf gegen Schlafstörungen.

    VERSTOPFUNG: AYURVEDISCHE KRÄUTER REGEN DIE DARMTÄTIGKEIT WIEDER AN

      Seit vielen Jahren leide ich unter chronischer Verstopfung und Blähungen. Jetzt habe ich gehört, dass Ayurveda bei Verdauungsstörungen sehr gut helfen soll. Ist das wahr?

      Annette D. (49), Köln

        Antwort von Dr. Bracht:

        Das stimmt, denn diese alte indische Heilkunst weiß, was ein gestresster Verdauungstrakt benötigt, um wieder zur Ruhe zu kommen. Probieren Sie folgende Tipps aus: Beginnen Sie den Tag mit einem warmen Ingwer-Wasser am Morgen. Essen Sie nur dann, wenn Sie wirklich Hunger haben. Lassen Sie sich mindestens drei Stunden Zeit zwischen den Mahlzeiten. Die Hauptmahlzeit am Mittag sollte aus gekochten, leicht verdaulichen Lebensmitteln mit etwas Ghee (gereinigte Butter, Butterschmalz) bestehen. Essen Sie sich aber nicht völlig satt. Verwenden Sie Kräuter und Gewürze (Gelbwurz, Bockshornklee und Kreuzkümmel). Diese unterstützen die Verdauung bei ihrer Arbeit.

        GEWICHTSVERLUST: ES KÖNNTE DIE SCHILDDRÜSE SEIN

          Ich habe in den vergangenen Monaten stark abgenommen. Eine Diät habe ich aber nicht gemacht. Was kann denn noch die Ursache dafür sein?

          Annegret M. (51), Neu-Isenburg

            Antwort von Dr. Bracht:

            Gewichtsverslust kann viele Gründe haben. Beispielsweise kann eine Überfunktion der Schilddrüse vorliegen. Die jodhaltigen Schilddrüsenhormone spielen eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel und das Wachstum. Liegen die Hormone Thyroxin und Tri-Jodthyronin in einer zu hohen Konzentration vor, ist der Energie-Grundumsatz erhöht. Die Folge: Sie haben ständig Hunger, essen viel, nehmen aber nicht zu, sondern eher ab. Auch ein nicht erkannter Diabetes mellitus kann die Ursache für den Gewichtsverlust sein. Dann haben Sie starken Durst, trinken bis zu sieben Liter täglich. Es sollte aber auch eine chronische Krankheit oder eine unerkannte Depression ausgeschlossen werden. Lassen Sie sich auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen, um die Ursache für den ungewollten Gewichtsverlust zu klären.

            IHR RECHT ALS PATIENT

            Was zahlt die Kasse? Wann habe ich Anspruch auf Schmerzensgeld? Gut, wenn man sein Recht kennt

            ARZT MUSS ÜBER DATEN SCHWEIGEN

              Kürzlich war ich erstmals als Patientin in einer Gemeinschaftspraxis. Alle Türen standen auf, die Arzthelferinnen sprachen lautstark über Befunde von Patienten. Darf das sein?

              Birgit R., Kusel

                Nein, das geht so nicht. Laut Kassenärztlicher Vereinigung hat ein Patient einen Anspruch darauf, dass seine Befunde und Daten von Arzt und Krankenhaus vertraulich behandelt werden. Anderen Personen darf der Gesundheitszustand eines Patienten nur dann offenbart werden, wenn dieser dem ausdrücklich zustimmt.

                EINSICHT IN UNTERLAGEN ERLAUBT

                  Meine Mutter wollte von ihrem Hausarzt eine Kopie der Laborbefunde. Er hat dies aber verweigert. Darf er das?

                  Alexandra K., Offenbach

                    Als Patient darf man Arztberichte, Protokolle und Untersuchungsergebnisse einsehen und eine Kopie verlangen. Ausnahme: subjektive Wertungen, psychiatrische und psychotherapeutische Unterlagen. Auch Röntgenaufnahmen werden oft dem Patienten überlassen, da dieser bei Nachweis eines Interesses ohnehin einen Herausgabe-Anspruch hat.

                    ZAHNARZT MUSS RISIKEN ERLÄUTERN

                      Mein Zahnarzt hat eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Ich hatte aber keine Vorstellung von möglichen Folgen durch diesen Eingriff. Bin ich denn rechtlich abgesichert, falls etwas passieren sollte? Doris H., Monzingen

                        Der Zahnarzt muss jeden Patienten über die möglichen Risiken einer Behandlung aufklären, auch über seltene. Durch seine Unterschrift bestätigt der Patient, dass diese Aufklärung erfolgt ist, und gibt sein Einverständnis, dass der Arzt den Eingriff durchführen darf.

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