WoW MoM: Gaming als Therapie für Menschen mit Krebs

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Foto: Screenshot / kickstarter.com / Lauren Fash / Andie Bolt

Community als Halt

Ihre Mutter ist an Krebs erkrankt. Dass ausgerechnet Gaming als Therapie funktionieren könnte, hätte die junge Filmmacherin nicht gedacht, so startet sie das Projekt WoW MoM…

Es ist bereits vier Jahre her, dass Terry Bolt gesagt wurde, sie hätte noch sechs Monate zu leben. 2010 bekam die muntere Frau und Mutter die Diagnose Krebs. In ihrem Körper hatten sich neuroendokrine Tumore gebildet, eine extrem seltene Krebserkrankung, unter der unter anderem auch Steve Jobs litt. An ihrer Seite ist zu jeder Zeit ihre Tochter Andie Bolt, eine junge Filmemacherin und Komikerin.

Nachdem die Tumore operativ entfernt werden, beginnt für Terry die Zeit der Ungewissheit. Es ist die Wartephase, in der sie zum ersten Mal in Berührung mit dem Spiel World of Warcraft kommt. Mutter und Tochter hatten bereits von vielen Menschen gehört, die ihre schweren Schicksale mit Gaming kompensieren.

So fing auch TerryBolt an, in die Fantasiewelt von WoW einzutauchen. Bald stellt die tapfere Frau fest, dass die Farben und Landschaften zwar unrealistischer nicht sein könnten, die Charaktere dafür jedoch umso realer sind. Sie findet Freunde in der Community.

Gaming bietet vielen Menschen die Möglichkeit, sich für einen Moment seiner Probleme zu entziehen und in eine andere Welt zu schlüpfen. Während des Spiels können sie in eine andere Rolle schlüpfen und sich selbst neu erfinden. Bei WoW trifft man plötzlich auf andere Menschen mit anderen Schicksalen, es bleibt jedem überlassen, diese zu teilen oder für sich zu behalten. Doch sind die Probleme erst einmal geteilt, ist es die Community, die vielen Spielern Halt und Hoffnung gibt- so auch Terry Bolt noch heute.

Ihre Tochter hat die Wirkung von Online Gaming beobachtet. Ihre Mutter hat mit WoW einen Weg gefunden, mit dem Krebs umzugehen. Das Spiel hilft ihr. Fasziniert beschließt Andie Bolt die Geschichte in einen Film zu verwandeln.

Mit ihrer Dokumentation WoW MoM möchte Andie die überraschend positiven Einflüsse von Online Gaming darstellen- und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die Krankheit NET (Neuroendokrine Tumore) lenken. Bildmaterial ist genügend vorhanden, seit Jahren filmt Andie Momente mit ihrer Mutter und bereitet sich auf die Dokumentation vor. Der Dreh ist abgeschlossen, nun fehlt das Geld für den Schnitt. Aus diesem Grund startet die junge Filmmacherin eine Crowdfunding -Kampagne, in der sie die Geschichte ihrer Mutter erzählt. Bereits über hundert Menschen haben gespendet.

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