YouNow: Jetzt auch noch rechtliche Probleme für die User

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Mehrere Medienanwälte warnen: Den Usern von YouNow könnten rechtliche Folgen drohen

YouNow birgt viele Gefahren: Auch rechtliche Probleme könnten den Usern drohen! Mehrere Anwälte warnen jetzt vor der unbedachten Nutzung des Videolivestreams.

YouNow ist bei vielen Kindern und Jugendlichen extrem beliebt und wird von ihnen viel zu unbedacht verwendet. Das könnte jetzt sogar rechtliche Probleme mit sich bringen...

YouNow ist ein Videolivestream, auf dem sich jeder Mensch jederzeit live zeigen kann. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist YouNow extrem beliebt und sie nutzen es, ohne über die damit einhergehenden Gefahren nachzudenken. Sie erzählen viel zu viel aus Ihrem Leben, geben ihre echten Namen preis, oft auch ihren Wohnort, selbst ihre Handynummern werden oft über den Livestream in die Welt geschickt. Ein Paradies für Stalker und Pädophile!

Anwälte warnen jetzt auch vor rechtlichen Folgen: Denn nicht nur mit ihren persönlichen Daten, auch mit den Persönlichkeits- und Urheberrechten anderer Menschen gehen viele User extrem unvorsichtig um!

YouNow und das Urheberrecht

Oft haben die Jugendlichen, während sie sich für YouNow filmen, Musik im Hintergrund laufen. Nicht selten nehmen sie sogar Musikwünsche ihrer Zuschauer entgegen: "Hey, hast du auch die neue Single von Mark Ronson und Bruno Mars da?" - "Klar!" Schön für die Nutzer, die so ihre Lieblingsmusik hören können - noch schöner für die GEMA. Denn die kann dafür Gebühren verlangen.

So warnt Fachanwalt Karsten Gulden von GGR Rechtsanwälte auf der Seite seiner Kanzlei : "Hintergrundmusik, die öffentlich über das Internet gestreamt wird, ist vergütungspflichtig. Es ändert auch nichts daran, dass man dies als Privatperson macht und keine Umsätze mit YouNow erzielt. Die Nutzung von GEMA-Repertoires - das ist der Großteil der Charts-Musik - muss bei der GEMA angemeldet werden. Das kann teuer werden."

Bis jetzt ist noch kein Fall bekannt, wo sich die GEMA bei einem User gemeldet hat. Aber so bekannt, wie YouNow inzwischen ist, ist das wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Die Persönlichkeitsrechte anderer auf YouNow

Viele User filmen sich nicht nur in den eigenen vier Wänden. Am Wochenende filmen sie sich zum Beispiel auf Partys oder unter der Woche in der Schule. Doch das geht an die Persönlichkeitsrechte der anderen Partygäste, Mitschüler und auch die der Lehrer, die gefilmt werden könnten. Denn meistens wissen die anderen Freunde, Mitschüler und Lehrer gar nicht, dass sie gerade gefilmt und im Internet gezeigt werden.

"Dies verstößt klar gegen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen" erklärt Christian Solmecke, Partner der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke auf der Homepage seiner Kanzlei. "Hier könnten Unterlassungsansprüche auf die Jugendlichen zukommen."

Tobias Röttger von GGR Rechtsanwälte ergänzt auf der Seite seiner Kanzlei: "Auch der Lehrer kann gegen einen solchen Livestream juristisch vorgehen. Das Recht am gesprochen Wort wird hierdurch verletzt und dies kann ebenfalls in einer Abmahnung enden. Von anderen schulischen Disziplinarmaßnahmen ganz zu schweigen."

Reden Sie als Eltern mit Ihren Kindern über die Gefahren, die mit der YouNow-Nutzung einhergehen.

Weitere Infos und Tipps zu YouNow, und wie Sie als Eltern handeln sollten, finden Sie hier:

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