Zahnprophylaxe, Karies und Parodontitis

experte drliebrecht ruesing
Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing
Foto: djd

Experten-Interview

Der WUNDERWEIB-Experte für Zahnprophylaxe: Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing

Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing ist Oberärztin in der Zahnklinik der Universität zu Köln.

Sie ist spezialisiert auf komplexe Prothetikversorgungen, Implantatprothetik sowie Kiefergelenkspatienten.

Im großen WUNDERWEIB-Interview beantwortet die Expertin Fragen zur Zahnprophylaxe, zu Karies und Parodontitis.

Sie erklärt, wie man die Entstehung von Karies am besten verhindern kann und wie sich Parodontitis erkennen lässt.

Außerdem erläutert sie, welche Standardbehandlungen es gibt und was diese durchschnittlich kosten.

Karies ist der "Klassiker" unter den Zahnkrankheiten. Wie lässt sich die Entstehung von Karies am besten verhindern?

Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing: Die Kariesentstehung ist von vielen Faktoren abhängig. Um sie zu vermeiden, sollte man zum einen möglichst selten zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen.

Dazu zählen auch gesüßte Getränke, die oft nicht als zuckerhaltig erkannt werden. Unschädlich sind dagegen Produkte, die mit dem "Zahnmännchen" versehen sind. Fluoride beugen der Kariesentstehung vor.

Sie sind in bestimmten Lebensmitteln wie schwarzem Tee enthalten, werden aber auch dem Speisesalz zugefügt oder Zahnpasten und Mundspüllösungen.

Und was kann eine gute Mundhygiene bewirken?

Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing: Kariespräventiv ist natürlich auch eine effiziente Mundhygiene.

Dazu zählt das regelmäßige Zähneputzen (mindestens zweimal täglich) mit fluoridierter Zahnpasta sowie die Verwendung von Zahnseide oder -zwischenraumbürstchen einmal täglich.

Aber auch regelmäßige Kontrollen beim Arzt sind wichtig für die Kariesprophylaxe: Hier werden die Zähne professionell gereinigt, fluoridiert und ggf. Bissflügelaufnahmen angefertigt. Auf diesen Röntgenbildern kann Karies im Zahnzwischenraum frühzeitig erkannt werden.

Bei Erwachsenen hat sich Parodontitis zur Volkskrankheit entwickelt. Wie gefährlich ist die Erkrankung eigentlich?

Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing: Vor allem die chronisch verlaufende Parodontitis wird häufig nicht vom Patienten erkannt, da er in der Regel keine Schmerzen hat. Erst wenn die Erkrankung weiter fortgeschritten ist, treten Beschwerden wie Zahnlockerungen oder Schmerzen auf. Im mittleren und hohen Patientenalter ist Parodontitis die häufigste Ursache für Zahnverlust.

Und wie lässt sich Parodontitis erkennen?

Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing: Der Patient bemerkt die Parodontitis in der Regel aufgrund anhaltender Zahnfleischentzündungen und -bluten. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten tiefe Zahnfleischtaschen und Knochenschwund auf. Im Endstadium kommt es schließlich zu Zahnlockerungen und letztendlich zum Verlust der Zähne.

Es gibt aber auch Krankheitsverläufe, bei denen die Parodontitis ohne erkennbare Zahnfleischentzündungen einhergeht. Sie wird häufig erst bei Röntgenkontrollen diagnostiziert, da hier der Knochenverlust genau gesehen werden kann.

Wie wichtig sind Ihrer Ansicht nach regelmäßige Prophylaxe-Maßnahmen? Welche Standardbehandlungen gibt es hier und was kosten diese durchschnittlich?

Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing: Regelmäßige Prophylaxemaßnahmen sind sehr wichtig. Dabei werden die Beläge entfernt und die Zahn- bzw. Wurzeloberflächen poliert sowie anschließend fluoridiert. Natürlich gehört auch die Mundhygieneunterweisung und Motivation des Patienten dazu.

Dabei bekommt der Patient ein Feedback über den Erfolg seiner Maßnahmen und wird auf eventuelle Schwächen aufmerksam gemacht. Die vorhandenen Zahnbeläge können dazu angefärbt werden, um dem Patienten zu demonstrieren, an welchen Stellen er die Pflege noch verbessern muss. Diese Leistungen sind für Kinder kostenlos. Die Erwachsenen müssen zwischen 50 und 200 Euro dafür bezahlen.

Lesen Sie hier das Experten-Interview zum Thema Zahnerhalt und Zahnzusatzversicherung mit Expertin Bianka Monika Hock.

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