Zahnschmerzen & unser Körper: Die Wechselwirkungen

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Häufig stecken hinter unspezifischen Zahnschmerzen andere Erkrankungen unseres Körpers.
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Krankheitsbilder

Viele Krankheitsbilder äußern sich in scheinbar unerklärlichen Zahnbeschwerden – aber auch umgekehrt entscheidet in manchen Fällen unser Gebiss darüber, ob wir krank werden oder gesund bleiben.

Warum löst eine Erkältung Zahnschmerzen aus?

Eine fortgeschrittene Nasennebenhöhlen-Entzündung, die sogenannte Rhinosinusitis, kann bis in die Kieferhöhle ausstrahlen – und wird dann in den Zähnen wahrgenommen. Die HNO-Ärztin Dr. Cornelia Gehlhoff-Weiser weiß: „Eine Rhinosinusitis drückt sozusagen auf die darunter liegenden Bereiche – die Empfindung von Zahnschmerzen entsteht. Häufig stecken hinter unspezifischen Zahnschmerzen andere Erkrankungen.“

Mittelohr-Entzündungen und Erkrankungen des Gesichtsnervs können ebenfalls unangenehme Zahnschmerzen verursachen. Da die Nervenbahnen der Zähne sehr empfindlich sind, reagieren sie auf kleinste Druckveränderungen. Treten zusätzlich Symptome wie Fieber und Gliederbeschwerden auf, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Erkältung die Ursache ist. Die Therapie sollte dann über abschwellende und sekretlösende Medikamente statt finden.

Was wissen die Zähne über unseren Körper?

Durch Wechselbeziehungen der Nerven und Blutbahnen steht jeder Zahn mit einem bestimmten Organ in Verbindung. Werden diese versteckten Zusammenhänge in der Diagnose mit beachtet, lässt sich vielen Krankheiten auf die Spur kommen, deren Ursachen sonst unerkannt blieben. Das alte chinesische Heilwissen gibt dazu wertvolle Hinweise.

Demnach stehen zum Beispiel Schneidezähne in einer Beziehung zu den Nieren und zur Blase, die Eckzähne zu Leber, Galle und Augen, die kleinen und großen Backenzähne zum Magen- und Darmtrakt, und die Weisheitszähne sind mit dem Herzen verbunden. So können Zähne als Signal-Geber genutzt werden, die anzeigen, was im Körper nicht stimmt. Die Erfahrungen von Zahnärzten und Kieferorthopäden belegen zudem: Schmerzen im Schneidezahn sind möglicherweise auf Knie-Beschwerden zurückzuführen, Kiefer-Probleme auf eine Brustwirbel-Blockade.

Warum kann der Zahnarzt Rückenleiden heilen?

Wer chronische Beschwerden im Rückenbereich hat, sollte sich ebenfalls die Zähne untersuchen lassen. Denn bereits kleinste Zahn-Fehlstellungen können unserem Bewegungsapparat schaden. Stimmt der Biss nicht exakt, sei es durch eine zu hohe Krone oder einen schiefen Zahn, versucht die Kiefer-Muskulatur, dieses Missverhältnis zu beseitigen. Dadurch kommt es zu Verspannungen, die auf andere Muskel-Gruppen übergreifen und zu Schmerzen im Rücken führen können. Ein Zahnarzt kann das Gebiss korrigieren und damit die Ursache der Rückenschmerzen beseitigen.

Wie greifen Zahnprobleme das Herz an?

Bakterien und Gifte aus Entzündungsherden im Zahnbereich schwächen nicht nur unsere Abwehrkräfte, sie können auch Krankheiten verursachen. „Die häufigsten Auslöser sind tote Zähne, Karies, Parodontitis oder unbehandelte Zahnfleisch-Taschen“, erklärt der Zahnmediziner Dr. Steffen Tschackert. Es besteht das Risiko, dass scheinbar harmlose Parodontitis-Bakterien über den Blutkreislauf ins Herz gelangen, und zu einem Herzinfarkt oder anderen schweren Krankheiten wie einer Herzmuskelentzündung, Rheuma, Diabetes Typ 2 und Schlaganfällen führen.

Welche anderen Symptome gibt es?

Auch bei Sodbrennen, einem Reizmagen, Blasenentzündungen, Gallensteinen oder Bronchitis bringt eine Zahnbehandlung eventuell Besserung. Wer zweimal im Jahr zur Zahn-Untersuchung geht, ist gut beraten.

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