Zehntausende zu hohe Rechnungen bei Vodafone

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Insgesamt 47.000 Vodafone-Kunden wurden fälschlicherweise zu hohe Rechnungen ausgestellt.
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14.000 Prepaid- und 33.000 Vertragskunden sind betroffen

In den letzten Monaten hat der Mobilfunkanbieter Vodafone zehntausenden Kunden zu hohe Rechnungen gestellt und fälschlicherweise Geld abgebucht. Grund dafür ist ein Fehler im Abrechnungsystem.

Nach aktuellem Stand sollen bereits seit Mai 2015 die ersten Fehler im Abrechnungssystem von Vodafone aufgetreten sein. Kunden, die sich über zu hohe Rechnungen und unrechtmäßig abgebuchte Beträge beschwerten, wurde ihr Geld zwar erstattet. Doch das hinter dem Problem ein systematischer Fehler stecken könnte, wurde erst klar, als nach mehreren Wochen eine größere Untersuchung eingeleitet wurde.

Die Öffentlichkeit wurde durch das Mobilfunkportal Areamobile auf die fehlerhaften Rechnungen aufmerksam gemacht. In der Redaktion der Webseite entdeckte man den Fehler, als Redakteure meldeten, dass von zwei Vodafone-Prepaid-SIM-Karten Geld für mobiles Internet abgebucht worden war, obwohl dieses gar nicht genutzt wurden. Wird für Prepaid-Karten kein zusätzliches Datenvolumenpaket, das sogenannte Callya Smartphone Special, gebucht, belaufen sich die Kosten für mobiles Internet auf 9 Cent die Minute. Da das mobile Internet jedoch bei den betroffenen Handys ausgeschaltet worden war, hätte es eigentlich keine Abbuchungen geben dürfen. Dennoch wurden in unregelmäßigen Abständen wiederholt 9-Cent-Beträge abgebucht.

Die Redakteure beobachteten das Phänomen und wandten sich schließlich an den Kundendienst von Vodafone. Man gab an, dass Ganze untersuchen zu lassen. Letztendlich wurde aber erst einmal der abgebuchte Betrag von fünf Euro gut geschrieben. Areamobile berichtet, dass andere Kunden, den es ähnlich mit ihren Rechnungen ergangen sei, ebenfalls ihr Geld zurück erhalten hätten.

Erst jetzt wurde jedoch bekannt, warum es zu diesen falschen Abbuchungen kam. Der Grund für die zu hohen Rechnungen war ein Fehler im LTE-Netz des Mobilfunkanbieters Vodafone. Auch wenn das mobile Internet nicht genutzt wurde, wurden Kunden sogenannte "Signalisierungspakete" berechnet. Diese dienen dazu, dass die Mobilfunknetze Kontakt zu den Geräten im LTE-Netz halten können. Diese sind auch aktiv, wenn der Nutzer gerade das Internet gerade gar nicht nutzt. Da die beobachteten SIM-Karten nicht das Callya Smartphone Special nutzten, wurde für die "Kontaktaufnahme" zu den Signalisierungspaketen Geld berechnet. Die Beträge von jeweils 9 Cent kamen zustande, weil dies die Kosten für eine Minute mobile Datennutzung sind.

Vodafone hat inzwischen festgestellt, dass insgesamt 47.000 Kunden, die das LTE-Netz nutzen, von diesem Problem betroffen sind. Davon sind 14.000 als Nutzer einer Prepaid-Karte und 33.000 Vertragskunden. Wer in den letzten drei Monaten zu viel Geld für bezahlt hat, bekommt den jeweiligen Betrag nun gutgeschrieben.

Bei Fragen werden Kunden darum gebeten, sich entweder unter der Vodafone-Hotline 0800-0800 1721212 oder über die MeinVodafone-App zu melden.

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