Zeit für den Frühjahrsputz

zeit fuer den fruehjahrsputz

Fasten, aber richtig!

Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, sich von allem Schlechten und Bösen zu befreien.

Wenn Ende Januar, Anfang Februar die Tage langsam wieder länger werden, weiß Anna, dass es Zeit wird für den körpereigenen Frühjahrsputz. Die kalte Jahreszeit, Weihnachten und Kaneval sind überstanden und spätestens die ersten Schneeglöckchen wecken Frühlingsgefühle . Für Anna bedeutet das: Aufbruchsstimmung und das Bedürfnis, allgemein ein wenig auszumisten.

Zur Vorbereitung: Untersuchen lassen und EinlesenLesen Sie sich zunächst in das Thema ein. Wenn die Entscheidung getroffen ist, geht es erst einmal zum Arzt. Nicht jeder ist für eine Fastenkur geeignet. Dagegen sprechen Untergewicht, Mangelerscheinungen, bestimmte Medikamente oder eine Schwangerschaft .

Gesunde können mit dem okay vom Arzt in der Regel in eigener Regie fasten. Wer es zum ersten Mal wagt, braucht jetzt eine gründliche Vorbereitung. Die Entschlackungskur ist nämlich nur dann gesund, wenn einige Regeln befolgt werden.

Einfach drauflosfasten und dann abbrechen, kann das Verdauungssystem ganz schön durcheinanderbringen. Also: Erst einmal ins Thema einlesen.

Nichts für Spontane: Am Anfang steht der PlanZuerst wird ein geeigneter Zeitpunkt festgelegt und die Fastenkur richtig durchgeplant. Wann kann der Fastende davon ausgehen, dass er sich um sich selbst kümmen kann? Weiterarbeiten geht - wenn nicht gerade eine besonders anstrengende Arbeitsphase ansteht.

Wer fastet, muss Gelegenheit haben, sich zurückzuziehen, früh ins Bett zu gehen und Außenkontakt je nach Stimmung und Befindlichkeit zu regulieren. Ist der Termin gefasst, geht es an die Vorbereitung.

Zuerst einmal sollten Kühlschrank und Speisekammer leer geräumt werden. Der Schokopudding kann nämlich zum echten Problem werden. Nach der Räumaktion kommt der Einkaufszettel dran. Je nach Kur und Rezepten braucht der Fastende ungesüßte Säfte, Mineralwasser, verschiedene Tees , Gemüse für Suppen und Glaubersalz. Und natürlich einen dicken Roman, ein paar Filme, geruchsneutrale Shampoos und Cremes und Salbeibonbons.

Langsam anfangen, schnell steigen: AnfastenWie lange gefastet wird, ist jedem selbst überlassen. Anna nimmt sich normalerweise zehn Tage Zeit für das große Reinemachen. Zwei Tage zur Vorbereitung, sechs Tage reines Fasten und zwei Tage Fastenbrechen.

Zwar könnte sie immer weitermachen, aber irgendwann muss das Leben "draußen" ja auch weitergehen. Denn Ausgehen , Freunde treffen und Einladungen sind in den zehn Tagen so gut wie tabu.

Das Anfasten ist die Vorbereitung für Magen und Darm. Am ersten Tag einfach mager essen, also zum Beispiel etwas Hühnchenfleisch und Salat, am zweiten gibt es noch ein bisschen weniger. Und dann kann es richtig losgehen.

Es wird enst: Glaubersalz und FlüssignahrungDer erste richtige Fastentag sollte frei von Verpflichtungen sein. Also am besten auf einen Sonntag legen. Denn statt Frühstück gibt es eine Portion Glaubersalz in lauwarmem Wasser. Das schmeckt scheußlich, muss aber runter.

Eine schnellere und effektivere Art, den Darm komplett zu entleeren, gibt es nicht. Ein Vorteil der Abführaktion: Hunger kommt erst einmal keiner auf. Wer es ganz genau nimmt, macht während der Kur alle zwei bis drei Tage einen Einlauf. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache. Glaubersalz tut es auch.

In den sechs Tagen, die folgen, sollte der Fastende mit allem rechnen. Fastenkrisen, Fastenflauten, Übelkeit, Kopfschmerzen , Traurigkeit, Euphorie, Sehstörungen, Erschöpfungszuständen. In dieser Woche gehen Sie durch Himmel und Hölle. Und das freiwillig? Woher kommt die Idee eigentlich?

Bußübung und Vorbereitung: die UrsprüngeUrsprünglich ist das Fasten ein religiöser Ritus. Es gilt als Bußübung, Trauerbewältigung und Vorbereitung auf große Feste. Verschiedene Kulturen verbinden mit dem Verzicht auf Nahrung eine Reinigung der Seele, das Streben nach Konzentration, Erleuchtung oder Erlösung.

Heute wird Fasten fast immer als Heilfasten verstanden. Das Gefühl, das Fastende beschreiben, kommt dem Ursprungsgedanken allerdings sehr nahe. Die intensive Beschäftigung mit sich selbst und der Verzicht auf feste Nahrung führen zu regelrechten Erleuchtungzuständen.

Fasten wird mit einer erstaunlichen Konzentrationsfähigkeit, einem seelischen Reinheitsgefühl, Glücksmomenten und der tiefen Befriedigung belohnt, dem eigenen Körper etwas abgerungen zu haben. Und das ist noch nicht alles.

Innen- und Außenwirkung: Der Körper bedankt sichDer bestimmt beliebteste Nebeneffekt einer Fastenkur zeigt sich auf der Waage. Anna verliert in der Regel sieben Kilo von denen zwei wiederkommen.

Die große Entschlackung hat aber noch andere Vorteile: Darm, Gewebe, Gefäße und Gelenke werden entwässert und entlastet. Das macht beweglich und steigert das allgemeine Wohlbefinden . Herz und Kreislauf werden gekräftigt, die Blutfettwerte sinken und um das Glück perfekt zu machen, bedankt sich der Körper für die Entgiftung mit strahlender Haut und seidenweichen kräftigen Haaren.

Eindrucksvoll ist auch die Schärfung von Geruchs- und Geschmackssinn. Schmeckt die Gemüsesuppe anfangs noch fad, scheint sie schon nach Tagen geschmacksintensiv. Ähnlich ergeht es dem Fastenden mit allen möglichen Außengerüchen. Auf Parfums und starke Essensgerüche reagiert er nahezu allergisch. Das kann ganz schön lästig werden.

Zu allem Übel geht mit dem verfeinerten Geruchssinn auch noch ein veränderter Eigengeruch einher. Wenn die Entgiftung auf vollen Touren läuft, dünstet der Körper aus. Lutschen Sie jetzt ungesüßte Salbeibonbons. Das hilft gegen das unangenehme Gefühl, zu stinken.

A propos Allergie: Viele Allergiker schwören auf die alljährliche Kur, weil Heuschnupfen, Neurodermitis und andere Allergiesymptome schwächer werden. Auch Menstruationsbeschwerden und Hautprobleme können durch Fasten langfristig verschwinden.

Irgendwann muss Schluss sein: Das FastenbrechenAuch wenn es nach den ersten harten Tagen immer so weitergehen könnte, irgendwann muss Schluss sein. Zelebrieren Sie diesen Tag. Sie haben immerhin ganz schön viel geschafft. Als erste feste Nahrung eignet sich ein gedünsteter Apfel . Klingt lächerlich, ist aber wahr: Sie werden den ganzen Apfel kaum schaffen und nach zwei Bissen pappsatt sein.

Für die Umstellung sollten Sie sich an einen Ratgeber halten. Auch wenn Sie ohnehin erst einmal keine Lust auf Eisbein verspüren werden - lassen Sie es langsam angehen. Und denken Sie daran: Das ist die Gelegenheit, die Enährungsgewohnheiten umzustellen.

Durchhalte-Tipps 1. Auch wenn es nur Suppe oder Saft gibt: Decken Sie den Tisch, trinken Sie Wasser aus einem besonders schönen Weinglas, löffeln Sie die Suppe mit einem kleinen Löffel. Dann kommen Sie sich nicht so enthaltsam vor.

2. Weil Essen als Belohnung für zwischendurch wegfällt, ist es wichtig, dass Sie andere Wege finden, sich etwas zu gönnen: Ein neues Buch, ein neuer Film, Musik oder ein langer Spaziergang.

3. Ziehen Sie sich zurück. Essende Freunde werden Ihnen ohnehin nur auf die Nerven gehen. Wenn Sie sich ständig erklären und rechtfertigen müssen, nehmen Sie sich selbst das Triumphgefühl. Was natürlich ungemein ansponen und notfalls auch trösten kann, ist eine Freundin, die mit fastet.

4. Ziehen Sie sich warm an. Ihr Stoffwechsel ist während der Fastenzeit massiv heruntergefahren. Sie werden also frieren wie ein Schneider. Wunden Sie sich nicht, wenn Sie zwei Pullis und drei Paar Socken brauchen.

5. Frühjahrsputz und Fasten passen prima zusammen. Also los zum Aufräumen und Schränke ausmisten. Dann haben Sie danach das Gefühl , zu einem neuen Körper auch noch eine neue Wohnung dazuzubekommen.

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