Zigaretten: So leidet die Umwelt

tabak
Die Tabakpflanze ist eine der schädlichsten Anbaupflanzen überhaupt.
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Tabak hat eine schädigende Wirkung auf den menschlichen Organismus, das ist bekannt. Dass aber auch die Umwelt leidet, unter dem Müll und der Anbaukultur des Nachtschattengewächses, ist der Mehrheit gar nicht oder nur unterschwellig bewusst. Wer also sich und der Erde einen Gefallen tun möchte, sollte sich das mit dem Rauchen lieber zweimal überlegen.

Anbau

Die Tabakpflanze ist nicht nur eine extrem giftige Art, sondern auch eine sehr schwer zu kultivierende. Das Gewächs entzieht dem Boden wichtige Nährstoffe und das innerhalb kürzester Zeit. Folglich werden diese schnell anfällig für Krankheiten.

Um Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen wird deshalb gerade in der Wachstumsphase verstärkt mit Chemikalien und Pestiziden gearbeitet. Diese sickern in den Boden, ins Grundwasser und verseuchen dann oft die Wasserversorgung.

Außerdem wird die Tabakpflanze in einer Monokultur angebaut. Das heißt, dass kein Wechsel mit anderen Gewächsen stattfindet. Das führt dazu, dass natürliche Ressourcen nicht optimal ausgenutzt werden und im Ökosystem die Anfälligkeit für Störungen erhöht wird.

Desertifikation

Schon nach zwei bis drei Jahren ist der Boden, der für Tabakpflanzen genutzt wird, völlig unbrauchbar. Auch heimische Pflanzen haben bei diesem verseuchten Boden keine Chance mehr zu wachsen. Schon lange ist bekannt, dass Tabak die höchste Erosionsrate der Anbaupflanzen hat. Erosion bedeutet, dass der Boden auf lange Sicht unfruchtbar bleibt und auch tiefere Erdschichten betrifft. Dieser Zustand führt zu extrem großen, ausgetrockneten Flächen. Es bleibt eine Wüste zurück.

Die Folgen einer Desertifikation, also einer "Versteppung" bestimmter Areale durch den Klimawandel und menschliches Eingreifen, bewirkt die Ausbreitung von Wüstengebieten, das Artenaussterben, die forstwirtschaftliche Produktivität wird enorm gemindert, der Lebensraum für Menschen wird knapper und Sandstürme häufen sich.

All diese Faktoren führen zu schwerwiegenden Folgen für den Menschen und die Natur. Eine Nutzung der Tabakplantagen für andere Zwecke ist über viele Jahre nicht möglich. Zurück bleibt ein Haufen unfruchtbarer, toter Erde.

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