Zu enge Kleidung tut weh! Sogar beim Hingucken

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Einmal tief Luft holen und rein in die Klamotte. Die Kleider von Lena Hoschek sind ausnahmslos zauberhaft - für uns dann aber bitte in einer Kleidergröße größer!
Foto: Getty Images

Gib Stoff! Warum eine Größe größer Kopf und Körper gut tut

Bei diesen Bildern bleibt uns schon beim Hingucken die Luft weg: Quetsch-Dekolletés und zu enge Kleider sehen nicht nur gemein aus, sie tun auch noch richtig weh. Wer schön sein will, muss leiden? Nein, danke!

Männer träumen vom Helene-Fischer-Look : enge Hose, enge Bluse, viiiel Haar, Punkt. Alle? Nee, natürlich nicht. "Eng und kurz macht an, aber das hast du nicht nötig. So ziehen sich Mädchen an, die sonst nichts zu bieten haben. Du hast 'ne Menge zu bieten", sagte ein Freund mal zu mir, den ich seit diesem Satz noch lieber mochte. Sorry, Helene, nicht persönlich gemeint!

Und trotzdem: Viele Frauen tragen lieber mal zu eng, als zu weit. Zumindest partiell. Ist ja auch kein Wunder: Sitzt die Jeans an Hüften und Beinen perfekt, ist sie oft in der Taille zu eng. Passt die Jacke an den Schultern, sind dann die Arme spack. Normkleidung ist für Durchschnittsfrauen - und die sind wir nicht und wollen wir auch nicht sein.

Frei nach dem Motto: Ich bin nicht zu klein für meine Kleidung, die ist zu klein für mich, fordert auch Franziska Knuppe mehr Bewegungsfreiheit. Das Topmodel, das bei ihrem Fashion-Week-Besuch übrigens blendend aussah , verriet im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel ihren wichtigsten Fashion-Tipp: "Nie zu enge Kleidung tragen!" Minuten später stolzierten Models in straff geschnürten Miedern, knallengen Korsagen und mit auf Spannung gebrachten Wespentaillen bei der Show von Lena Hoschek an ihr vorbei. Sieht das toll aus? Oh ja! Doch: Diese Mode macht erst Eindruck, hinterlässt später aber einen fiesen Abdruck . Gibt's das nicht auch eine Nummer größer?

Vor allem der Blick hinter die Kulissen zeigt mal wieder: Nein, Heidi, wir wollen kein Foto von dir. Denn mit den Models, die sich backstage in die Klamotte schnüren lassen, wollen wir wirklich nicht tauschen.

Doch wie läuft das eigentlich bei einer Modenschau? Nach den Castings gibt es Fittings, bei denen die Mädchen "ihre" Kleider anprobieren. Natürlich werden diese dabei auch abgesteckt und angepasst. Die Körper der Mädchen sind sehr verschieden. Manche haben breitere Schultern, eine hat C-Körbchen, eine kaum Taille. An jedem Mädchen sieht ein Kleid anders aus. Designerin Lena Hoschek steht nicht auf knochige Models, sondern weiblichere Figuren (danke dafür!). Und die sollen auch richtig in Szene gesetzt werden. Für das Model auf dem Foto heißt das: Stramm stehen, tiiiiieeeef einatmen und den Laufsteg-Auftritt möglichst galant überstehen - gar nicht so einfach mit abgeschnürter Körpermitte.

Je schlanker die Taille, umso begehrenswerter die Frau? Das haben sich schon die Minoerinnen auf Kreta vor rund 4.000 Jahren gedacht und gelten mit ihren eng geschnürten Taille als die Erfinderinnen des Korsetts. Gut, dass der Mensch sich weiterentwickelt. Die Sanduhrform ist schick, die Wurstpelle nicht. Dass Schöne heutzutage ist doch, dass sich jede Frau aussuchen kann, wie sie sich zeigt. Ob sie es knalleng oder lässig weit, mit viel Stretch oder lieber ohne mag. Und wir? Wir träumen dann weiter von einem hübschen Lena-Hoschek-Kleid. Und gönnen der dazugehörigen Einschnürhilfe einfach einen ganz langen Urlaub.

Fotos: Getty Images

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