Zu ungeduldig? Super Tipps für innere Ruhe

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Puh, wir müssen ja noch ewig latschen - oder doch nicht? Auch ein netter Begleiter bringt unser Zeitgefühl ins Trudeln.
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Sind wir bald daaa?

"Sind wir bald daaa?" Als Kinder fragten wir das ständig. Und auch heute noch wundern wir uns, warum wir oft so falschliegen, wenn wir Wartezeiten und Entfernungen einschätzen. Was hinter unserer Ungeduld steckt.

Eigentlich haben wir nichts gegen das Warten an sich - wenn nur nicht gerade diese Zeit immer ganz besonders langsam vergehen würde. Die zehn Minuten, die wir an der Kinokasse anstehen, erscheinen uns nämlich endlos - der Zwei-Stunden-Film danach ist unserem Empfinden nach dagegen ruck, zuck vorbei. Warum nehmen wir das Verstreichen von Minuten und Stunden oft so unterschiedlich wahr? Und wie werden wir endlich weniger ungeduldig?

Die innere Uhr

"Tatsächlich messen wir Zeit oft nur nach Gefühl," erklärt Zeitforscher Marc Wittmann. Statt einmal mehr auf die Uhr zu schauen, um herauszufinden, wie viele Minuten vergangen sind, schätzen wir eine Zeitspanne eher danach ein, wie viel oder wenig inzwischen passiert ist. Je weniger wir erleben, umso langsamer tickt unsere innere Uhr - umso schnarchiger vergeht für uns also die Zeit. Und desto ungeduldiger werden wir. Nicht umsonst heißt es deshalb: Zeit ist relativ.

Tricks gegen die Ungeduld

Was verkürzt uns also Wartezeiten, die wir nicht beeinflussen können? Genau: Ablenkung. Ganz egal, ob der Blick aufs Smartphone , ins Buch oder ein netter Smalltalk . Oft wird uns übrigens die Wartezeit - ganz ohne unser Wissen oder Dazutun - durch ein paar Kniffe schlauer Designer versüßt. Zum Beispiel sind die Wartebereiche vor Fahrstühlen nicht ohne Grund häufig mit Spiegeln oder Bildschirmen ausgestattet. Sie sollen unseren Blick einfangen, uns auf andere Gedanken bringen, uns unterhalten - und so die Wartezeit verkürzen.

Demselben Zweck dient es, dass auf vielen Flughäfen die Wege zwischen Ankunftsbereich und Gepäckband bewusst verlängert wurden. Denn: Wenn wir laufen, vergeht für uns die Zeit schneller, als wenn wir uns die Beine in den Bauch stehen.

Entfernungen (ver)schätzen

Ähnlich leicht lässt sich unser Gehirn täuschen, wenn wir schätzen, wie lange wir für einen Weg brauchen bzw. wie weit Entfernungen sind. Studien zeigen, dass wir Straßen mit vielen Kurven für länger halten als geradlinige Alleen. Ebenso schätzen wir eine Strecke, die aus der Stadt führt oder viel bergauf bzw. bergab geht, grundsätzlich als weiter ein als auf ebener Fläche verlaufende Straßen.

Wie die Erinnerung uns täuscht

Eine japanische Studie belegt zudem, dass man bekannte Wege - etwa den zur Arbeit - nach einigen Jahren automatisch als länger einschätzt. Hier werden die einzelnen Eindrücke der vergangenen Monate vom Gehirn nämlich einfach zusammengezählt - und der "Erinnerungsberg" lässt die Strecke länger erscheinen.

Zum Schluss noch eine generelle Erkenntnis: "Für unser Zeitempfinden spielen bloß Erlebnisse eine Rolle, die neu für uns sind oder uns emotional bewegt haben. Nur denen schreiben wir im Nachhinein eine besonders lange Dauer zu," so Wittmann.

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