Zuckerersatz Agavendicksaft: Doch nicht gesund?

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Neue Studien zeigen: Agavendicksaft hat viele Tücken
Foto: Thinkstock
Inhalt
  1. Neue Erkenntnisse
  2. Was ist Agavendicksaft?
  3. Wie schmeckt er?
  4. Wie verwendet man Agavendicksaft?
  5. Agavendicksaft: Der entzauberte Zuckerersatz
  6. Unser Fazit

Neue Erkenntnisse

Kalorienfalle, Kariesgefahr, Auslöser für Diabetes: Zucker hat ein Imageproblem. Viele suchen daher nach gesünderen Alternativen. Menschen, die sich bewusst ernähren oder Veganer greifen gern zu Agavendicksaft als Zuckerersatz. Doch jetzt kommen Zweifel auf: Ist er wirklich so gesund? Wir bringen Sie auf den aktuellen Stand.

 

Was ist Agavendicksaft?

Agavendicksaft oder Agavensirup wird aus dem Herz der Agavenpflanze gewonnen. Erst wird er gefiltert und dann bei 48 °C eingedickt. Hersteller unterstreichen, dass Agavendicksaft im Gegensatz zum Haushaltszucker viele wichtige Mineralstoffe enthält, kalorienärmer ist, einen niedrigeren glykämischen Index besitzt und deshalb auch bei Diabetes geeignet ist. Darauf basiert der Ruf von Agavendicksaft als gesunder Zuckerersatz. Ein geschicktes Produkt-Marketing, wie es inzwischen scheint.

 

Wie schmeckt er?

Optisch erinnert Agavendicksaft an Honig und Ahornsirup. Heller Agavendicksaft hat einen sehr milden, fast neutralen Geschmack. Es gibt auch dunklere Varianten. Je dunkler die Farbe, desto kräftiger und karamellartiger ist das Aroma.

 

Wie verwendet man Agavendicksaft?

Agavendicksaft ist sehr vielseitig. Er eignet sich zum Süßen von Müsli , Desserts und Kuchen. Aber Achtung: Seine Süßkraft ist in etwa 25 Prozent stärker als die des Zuckers. Weil er nicht so schnell karamellisiert, kann man mit ihm auch Marmeladen und Gelees herstellen. Den Saft gibt es in Reformhäusern, Biomärkten und größeren Supermärkten.

 

Agavendicksaft: Der entzauberte Zuckerersatz

Das Problem: Agavendicksaft besteht zum größten Teil aus Fruktose. Wer eine Fruktose-Unverträglichkeit hat, sollte daher Agavendicksaft und alle Produkte, die damit gesüßt worden sind, meiden.

Aber auch für gesunde Menschen birgt das vermeintlich bessere Süßungsmittel Gefahren. Denn Fruktose kommt mehr mehr in Verruf.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, dass Fruktose den Stoffwechsel negativ beeinflussen kann. Sie verringert unser Sättigungsgefühl. Folge: Unser Appetit wird sogar noch gesteigert, die Gefahr für Übergewicht steigt. Und das wiegt schwerer als die paar im Vergleich zu normalem Zucker eingesparten Kalorien.

Auch die Konzentration von Blutfetten und schädlichem Cholesterin kann laut BfR durch Fruktose erhöht werden. Agavendicksaft ist damit keineswegs gesünder als herkömmlicher Zucker.

Außerdem scheint auch die schonende Gewinnung zunehmend die Ausnahme. Es mehren sich Stimmen, die von einem hohen Einsatz von Chemikalien bei der Herstellung von minderwertigem Agavensirup berichten …

 

Unser Fazit

Am gesündesten ist es immer noch, mit Zucker sparsam umzugehen - in welcher Form auch immer er daherkommt. Denn auch andere Alternativen zu Zucker sollten nur in Maßen verwendet werden. Selbst Honig enthält Fruktose. Aber: Bei Honig ist wenigstens klar, wie er gewonnen wird.

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