Zur Chemotherapie gezwungen: 17-Jährige will Krebs nicht behandeln lassen

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Foto: Facebook/ Cassandra Fortin

17-Jährige Amerikanerin wird Chemotherapie gezwungen

Aufgrund der Nebenwirkungen der Chemotherapie möchte die 17-Jährige Cassandra ihre Krebserkrankung nicht behandeln lassen. Jetzt wird sie dazu gezwungen.

Im September 2014 wurde bei der 17 Jahre alten Cassandra Fortin aus Conneticut (USA) Krebs diagnostiziert. Es wurde ein Tumor im Lymphsystem des jungen Mädchens entdeckt. Ein Schock für Cassandra und ihre Mutter Jackie Fortin. Doch es gibt Hoffnung. Die Heilungschancen für Cassandra stehen gut. Die Ärzte gehen davon aus, dass die junge Frau mit einer Wahrscheinlichkeit von ungefähr 85 Prozent vollständig geheilt werden kann. Notwendig ist dazu allerdings eine Chemotherapie.

Nach der Diagnose unterzog sich Cassandra zwei Behandlungseinheiten. Dann brach sie die Chemotherapie ab. Die Nebenwirkungen setzten der jungen Frau sehr zu. Zu diesen zählen zum Beispiel Übelkeit oder auch starke Schmerzen im gesamten Körper.

Jackie Fortin, die Mutter der noch nicht volljährigen Cassandra unterstützt die Entscheidung ihrer Tochter und geht nicht gegen diese vor. Nach Ansicht der behandelnden Ärzte und des Jugendamts ist dies völlig unverantwortlich, da es den Tod von Cassandra Fortin bedeuten würde.

Aus diesem Grund wurde Jackie Fortin vorübergehend das Sorgerecht für ihre Tochter entzogen. Es wurde stattdessen der Behörde für Kinder und Familie des Bundesstaates Connecticut übertragen. Diese verfügte, dass Cassandra Fortin sich einer weiteren Chemotherapie unterziehen soll.

Während der erneuten Behandlung wurde die 17-Jährige ans Bett gefesselt, weil sie sich so vehement gegen die Chemotherapie wehrte. Jackie Fortin möchte nun zusammen mit ihrer Tochter gerichtlich gegen die aufgezwungene Chemotherapie vorgehen. Sie ist der Meinung, dass Cassandra, die im September dieses Jahres 18 wird, reif genug sei, um über ihr eigenes Leben zu entscheiden.

Ein derartiger Fall wurde vor einem amerikanischen Gericht bislang nicht verhandelt. Er wirft viele Fragen auf. Zum einen: Kann ein 17-jähriges Mädchen wirklich ganz allein eine Entscheidung über Leben und Tod treffen? Sollte ihre Mutter nicht eingreifen, wenn doch eine Wahrscheinlichkeit von bis 85 Prozent besteht, dass ihre Tochter geheilt werden und damit am Leben bleiben kann? Auf der anderen Seite fragt man sich, ob ein Mensch wirklich dazu gezwungen werden darf, sich einer medizinischen Behandlung zu unterziehen. Ihm wird so schließlich das Recht genommen, über seinen eigenen Körper zu verfügen.

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