Kinderarmut2 Mio Kinder leben von Hartz IV: Kommt die Kindergrundsicherung?

Hartz IV trifft immer mehr Haushalte mit Kindern. Momentan leben rund zwei Millionen Minderjährige vom Arbeitslosengeld II. Kann eine Kindergrundsicherung helfen?

Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit sollen im Juni 2017 2,05 Millionen Kinder in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft leben. Gleichzeitig steigen die Zahlen der Menschen, die auf deutsche Tafeln angewiesen sind. 23 Prozent der 1,5 Millionen Besucher sind Kinder und Jugendliche – weitere 19 Prozent Alleinerziehende. Wenn das Geld kaum für Lebensmittel reicht, kann man sich vorstellen, dass es bei der Kinder-Ausstattung erst recht knapp wird.

Nun mag man meinen, hier würde das Kindergeld ansetzen. Doch da der Betrag auf das Sozialgeld angerechnet wird, hilft der Zuschuss nur wenig. Daher feilt das Bündnis Kindergrundsicherung bereits seit einiger Zeit an einem Konzept, das der Kinderarmut ein Ende setzen soll. Wie könnte eine solche Grundsicherung aussehen?

 

Das Konzept der Kindergrundsicherung

Zur Debatte steht, dass jedes Kind einen eigenen Rechtsanspruch auf die Sicherung des Lebensunterhalts haben soll. Das Bündnis fordert konkret einen monatlichen Betrag von 619 Euro pro Kind, was das Existenzminimum bedeutet.

Damit die Hilfe an die finanzielle Situation der Eltern angepasst wird und gerecht bleibt, soll sie mit dem Grenzsteuersatz des Einkommens versteuert werden. Je niedriger das Einkommen, desto höher die Kindergrundsicherung, so der Vorschlag. Familien ohne Einkommen sollen den ganzen Betrag bekommen.

Das Konzept soll bewirken, dass der Lebensunterhalt jedes Kindes tatsächlich gesichert ist. Die Idee muss nur noch in der Politik ankommen – denn die SPD und Union fehlt bisher ein Plan, die Kinderarmut zu bekämpfen. Das Bündnis Kindergrundsicherung zeigt, wie Deutschland es schaffen könnte, dass alle Kinder gleichberechtigt ohne Geldsorgen aufwachsen können.

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