Naturkosmetik-Siegel5 Fragen zu Naturkosmetik: Woran Du sie wirklich erkennst?

Auf der „grünen Welle“ wollen viele mitschwimmen. Dabei ist nicht immer klar, ob man echte Bio-Qualität vor sich hat oder nicht.
Auf der „grünen Welle“ wollen viele mitschwimmen. Dabei ist nicht immer klar, ob man echte Bio-Qualität vor sich hat oder nicht.
Foto: iStock // CoffeeAndMilk
Inhalt
  1. Woran erkennt man echte Naturkosmetik?
  2. Ist vegane Kosmetik auch Naturkosmetik?
  3. Wo liegen die Stärken von Bio-Kosmetik?
  4. Und wo sind die Grenzen der „Grünen“?
  5. Ist Pflanzenkosmetik besser verträglich?
  6. Naturkosmetik-Siegel: Auf diese vier ist Verlass

Die Zukunft ist grün. Zumindest was den Kosmetikmarkt betrifft. Denn je mehr unsere Umwelt mit Schadstoffen belastet ist, umso größer wird unsere Sehnsucht nach etwas Natürlichem und Echtem. Naturkosmetik tut Haut und Seele gut. Doch nicht immer steckt in allem, was sich „Bio“ nennt, auch Bio drin: Drei Tropfen Bio-Olivenöl machen eben noch keine nachhaltige Pflege aus. Hier die wichtigsten Fakten rund um die „Grünen“ und natürlich die Naturkosmetik-Siegel.

 

Woran erkennt man echte Naturkosmetik?

Der Begriff „ Naturkosmetik“ ist nicht geschützt. Man unterscheidet zertifizierte Naturkosmetik mit Prüfsiegel, naturnahe Kosmetik (so viel Bio wie möglich, so viel Chemie wie nötig) und klassische Kosmetik mit Bio-Anteil. Eine gute Orientierung bieten Öko-Siegel (siehe unten). Trägt ein „Bio-Produkt“ kein Naturkosmetik-Siegel, hilft nur der Blick auf die Zutatenliste. Sie führt auf, welche Inhaltsstoffe in einem Produkt enthalten sind. Dabei entspricht die Reihenfolge der Inhaltsstoffe ihrem Anteil. Was also ganz vorn steht, von dem ist am meisten drin.

 

Ist vegane Kosmetik auch Naturkosmetik?

Nein, „vegan“ bedeutet nur, dass diese Kosmetikprodukte frei von tierischen Substanzen wie z. B. Bienenwachs sind. Manchmal können aber auch synthetische Rohstoffe enthalten sein. Dann handelt es sich nicht um zertifizierte Naturkosmetik.

 

Wo liegen die Stärken von Bio-Kosmetik?

Naturreine Öle bestehen aus einer Vielzahl von Einzelsubstanzen, die zusammen eine vielfältige Wirkung haben. So wirkt Lavendel gleichzeitig beruhigend und antiseptisch. Außerdem haben viele Öle eine hautähnliche Struktur und können daher besser von der Haut aufgenommen werden. Bio-Kosmetik punktet außerdem damit, dass sie keine Parabene (künstliche Konservierungsstoffe), Silikone oder Mineralöl enthält.

 

Und wo sind die Grenzen der „Grünen“?

Bei Cremes und Lotionen bleiben keine Wünsche offen, auch im Anti-Aging-Bereich. Doch aufgrund der strengen Auswahl von Rohstoffen sind einige Produkte noch nicht machbar, wie z. B. wasserfeste Mascara, stark aufhellende Haarcolorationen oder Sonnenschutzmittel mit extra hohem Lichtschutz.

 

Ist Pflanzenkosmetik besser verträglich?

Bio-Pflege enthält zwar keine synthetischen Duft- oder Konservierungsstoffe, die Allergien auslösen könnten. Dafür aber natürliche Inhaltsstoffe, die ebenfalls ein Allergiepotenzial haben. In diesem Fall auf Serien für empfindliche Haut achten.

 

Naturkosmetik-Siegel: Auf diese vier ist Verlass

NATRue: Das Siegel unterscheidet drei Qualitätsstufen, je nach Bio-Anteil: Bio-Kosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil und Naturkosmetik.

EcoCert: Internationales Prüfsiegel, das synthetische Rohstoffe, Farb- und Duftstoffe, Tierversuche und Rohstoffe vom toten Tier verbietet.

BDIH: Das Siegel verbietet Erdölprodukte, synthetische Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe, Tierversuche sowie Rohstoffe von toten Tieren.

Cosmos Organic: Bei Cosmos Organic müssen 95% aller pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

Ein weiteres vertrauensvolles Siegel für zuverlässige Qualität...

Stiftung Warentest: Die Stiftung ist Deutschlands wichtigste Testorganisation, die unabhängig und neutral Produkte und Dienstleistungen mit wissenschaftlichen Methoden, um Menschen eine fundierte Hilfe bei ihren Kaufentscheidungen im Alltag zu sein.

Ein aktuelles Beispiel: Jede Frau besitzt mindestens einen Lippenpflegestift, den sie täglich mehrfach benutzt. Die wenigsten machen sich Gedanken darüber, was sie sich auf die Lippen schmieren. Das sollten sie allerdings, denn über den Mund gelangen Schadstoffe besonders schnell in den Körper. Laut einem Test, den die Stiftung Warentest im März 2017 für die Ausgabe Nr. 3 durchgeführt hat, befinden sich in jedem zweiten Stift kritische Inhaltsstoffe (18 aus 35 Exemplaren). Die gute Nachricht: 15 Lippenpflegeprodukte kann die Stiftung empfehlen, da keine bedenklichen Schadstoffe gefunden wurden - darunter fast ausschließlich Naturkosmetikprodukte.

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