Verspätungen, Ausfälle, Stress

5 Tage Bahnstreik ab Donnerstag angekündigt – Auch noch das Wochenende

Wer kann, sollte Bahnfahren zwischen Donnerstag und Sonntag vermeiden: Fünf Tage Streik führen zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen. Was möchte die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) mit dem Arbeitskampf erreichen?

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Vom 2. bis zum 7. September, jeweils um 2 Uhr legt die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) ihre Arbeit im Personenverkehr nieder. Fünf Tage Bahnstreik bedeutet für die Reisenden vor allem eins: Chaos. Ausfallende Züge, lange Wartezeiten auf Ersatzverkehr und – problematisch in der Corona-Pandemie – Menschenmassen in jenen Zügen, die dann tatsächlich fahren. Abstand halten wird schwer.

Wieder Streik – "und zwar absichtlich"

Schon am Mittwoch, 1. September, wird ab 17 Uhr der Güterverkehr bestreikt. Einen Tag später trifft es dann den Personenverkehr. "Das ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen, und zwar absichtlich", betonte GDL-Chef Claus Weselsky bei einer Pressekonferenz.

Bis zum Ende der Streiktage am kommenden Dienstag bittet die Deutsche Bahn (DB) ihre Kunden deswegen, ihre Reisen nach Möglichkeit zu verschieben. Es werde zwar ein Notfallplan in Kraft treten, dieser wird aller Voraussicht nach aber nur wenig abfedern.

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Bahnstreik
Überfülltes Gleis, kein Zug: So sieht ein Bahnstreik aus Foto: iStock/baona

60 Prozent Ausfälle, flexible Tickets sollen helfen

Die DB rechnet damit, im Regional- und S-Bahn-Verkehr etwa 40 Prozent des Angebots aufrecht erhalten zu können. Im Fernverkehr sollen etwa ein Viertel aller Züge auf die Schiene geschickt werden. Das bedeutet: 60 % der Regional- und S-Bahnen und drei Viertel der Fernverkehrszüge entfallen.

Kundinnen und Kunden können ihre Tickets während der fünf Tage Streik flexibel nutzen und Reisen sowohl vorziehen als auch bis zum 17. September nach hinten verschieben. Möglich ist außerdem eine kostenfreie Stornierung, wie die Bahn auf ihrer Homepage schreibt.

Warum wieder ein Bahnstreik?

Bereits zweimal streikten die Eisenbahner*innen in den vergangenen Wochen. Der dritte Streik soll nun endlich den gewünschten Effekt erzielen. Doch was möchte die Gewerkschaft der Lokführer damit erreichen?

Die GDL fordert eine Tariferhöhung um 3,2 % und eine Corona-Prämie von 600 Euro für ihre Mitarbeiter*innen. Die Bahn hat der Lohnerhöhung zwar bereits zugestimmt, will diese aber langsamer umsetzen als die Gewerkschaft es fordert. Auch eine Corona-Prämie soll es laut Bahn geben. Allerdings nannten DB-Chef Richard Lutz und sein Team bisher keine konkreten Zahlen – ein No Go für die GDL.

GDL-Vorsitzender Claus Weselsky rechtfertigt den aktuellen Streik damit, dass die Bahn bisher kein Angebot an die GDL vorgelegt habe, "das mit Zahlen, Daten und Fakten arbeitet".

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Bahn wirft Lokführern Machtstreben vor

Vonseiten der Bahn ist in den vergangenen Tagen vor allem ein Statement zu hören: Im Grunde komme die DB den Forderungen der GDL nach, ein weiterer Streik sei deswegen nicht gerechtfertigt. "Der GDL-Spitze geht es ausschließlich darum, ihre Macht auszuweiten – und das zulasten der Reisenden und der Wirtschaft", sagte etwa Martin Seiler, Personalvorstand der DB.

Bereits vergangene Woche betonte Bahn-Chef Lutz gegenüber "RND", er sei bereit für weitere Verhandlungen. "Wir sitzen am Verhandlungstisch, unsere Hand ist ausgestreckt, die Tür ist weit offen. Es liegt an Herrn Weselsky, jetzt einfach an den Tisch zu kommen und nicht draußen stehen zu bleiben und das gesamte Land lahmzulegen", sagte Lutz mit Blick auf die Streikserie. Ein neues Angebot oder auch konkretere Zahlen zur möglichen Corona-Prämie legte die DB aber wieder nicht vor.

Was bleibt, ist die Gewissheit, dass fünf Tage Bahnstreik vor allem die Fahrgäste trifft.

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