StatistikAbwanderung: Immer mehr Deutsche wandern aus

Immer mehr Deutsche verlassen das Land. Das haben aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes gezeigt. Auch der Zuzug von Ausländern sinkt leicht. Wo zieht es die Menschen stattdessen hin?

Im Jahr 2016 haben insgesamt 1.365.000 Menschen ihre Koffer gepackt und sind aus Deutschland ausgewandert. Die Anzahl der sogenannten Fortzüge steigt seit Jahren, befindet sich damit jedoch auf einem absoluten Höchststand.

Auch die Anzahl der Zuzüge von Ausländern sinkt leicht im Vergleich zu 2015, in dem Rekordzahlen gemeldet wurden, bleibt jedoch weiterhin auf einem hohen Stand.

Über eine Million der Auswanderer sind Ausländer, die nach Deutschland gekommen und 2016 wieder fortgezogen sind.

281.411 Fortgezogene sind jedoch Deutsche – damit verlassen mehr als doppelt so viele deutschstämmige Einwohner das Land wie noch ein Jahr zuvor.

Aktuell wandern mehr Deutsche aus als je zuvor. Seit Beginn amtlicher Statistiken war der Wert nie so hoch. Warum? Und vor allem: Wohin zieht es die Deutschen?

Ein Nachbarland scheint bei Auswanderern besonders beliebt zu sein: Über 17.000 Menschen sind von Deutschland in die Schweiz gezogen, knapp 13.000 in die USA, 10.000 nach Österreich. Absteigend folgen Großbritannien, die Türkei und Frankreich auf der Liste der beliebtesten Zielländer.

Statistiken sind jedoch immer mit Vorsicht zu genießen. So auch dieser Wert: 2016 wurde die Erhebungsmethode geändert. Zu den Fortgezogenen werden nun alle Menschen gezählt, die sich aus einem Bundesland Deutschlands abgemeldet haben. Die Jahre zuvor galten nur diejenigen als Auswanderer, die sich gleichzeitig auch in einem anderen Land gemeldet haben. Das könnte eine Erklärung für die starke Differenz sein. Trotzdem: Die Alternative, innerhalb Deutschlands unterzutauchen, ist so unwahrscheinlich, dass die Zahlen unabhängig davon ernstgenommen werden sollten.

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