Jetzt wird die Stadt verklagtAhlen: Stadt pfändet Mops Edda und verkauft ihn auf Ebay

Weil eine Familie aus NRW ihre Schulden nicht bezahlen kann, pfändet die Stadt ihren Mops und verkauft ihn auf Ebay. Doch damit geht das Hundedrama erst so richtig los.

Inhalt
  1. Stadt pfändete Mops Edda
  2. Polizistin kauft Mops Edda auf Ebay
  3. Polizistin verklagt Stadt auf Schadensersatz
  4. Das Pfänden von Haustieren ist verboten

Da war Mops Edda einfach weg. Die Stadt Ahlen im Münsterland pfändete den kleinen Hund einer Familie, weil diese die fällige Hundesteuer nicht bezahlen konnte. Die damalige Besitzerin und ihre drei Kinder hatten die Pfändung zwar akzeptiert, leiden seither aber unter dem Verlust des Tieres.

 

Stadt pfändete Mops Edda

„Ich war zunächst geschockt“, erzählt die frühere Mops-Besitzerin dem Ahlener Tageblatt. „Wie das alles abgelaufen ist, das war absolut nicht okay.“ Eine Gerichtsvollzieherin und zwei Stadtmitarbeiter klingelten plötzlich mit einem Gerichtsbeschluss an der Tür und machten sich auf die Suche nach wertvollen Dingen zum Pfänden. Zunächst fielen ihnen das Handbike und der Rollstuhl des querschnittsgelähmten Ehemanns auf. Da es sich dabei aber um Eigentum der Berufsgenossenschaft handelte, setzte die Gerichtsvollzieherin ihre Suche fort und pfändete schließlich den Mops der Familie.

Doch damit nicht genug. Ein Mitarbeiter der Stadt bot die Mopsdame ihrer Züchterin zum Rückkauf an. Sie hatte aber bemerkt, dass die kleine Edda nicht ganz gesund war und wollte nicht mehr als 500 Euro bezahlen. Dem Mitarbeiter war das zu wenig Geld und so stellte er kurzerhand eine Anzeige bei Ebay online.

 

Polizistin kauft Mops Edda auf Ebay

Wenig später fand ausgerechnet die Polizistin Michaela J. die Anzeige mit der kleinen Edda. In der Anzeige hieß es, das Tier sei geimpft und gechipt sowie nach Rücksprache mit einem Tierarzt gesund. Der erst einjährige Hund sollte nur 750 Euro (Verhandlungsbasis) kosten – normalerweise muss man das Doppelte für einen jungen Mops bezahlen. Der Verkäufer nannte in der Anzeige seinen Vornamen und wies sich als „privater Anbieter“ aus. Als Michaela J. bei der angegebenen Nummer anrief, meldete sich ein Mitarbeiter der Stadt Ahlen. Sie einigten sich auf einen Kaufpreis von 690 Euro und Michaela J. holte die kleine Mopsdame Edda in einer Pflegestelle ab.

 

Polizistin verklagt Stadt auf Schadensersatz

Doch nur ein paar Tage später fiel ihr auf, dass Edda alles andere als gesund war. Sie hatte eine schwere Augenverletzung und musste daher schon vier Mal operiert werden. Die so entstandenen Kosten belaufen sich bisher auf rund 1.800 Euro. Dieses Geld und auch den Kaufpreis fordert Michaela J. jetzt von der Stadt Ahlen zurück.

 

Das Pfänden von Haustieren ist verboten

Eigentlich ist das Pfänden von Haustieren per Gesetz verboten. Allerdings sind Tiere mit einem hohen Wert (über 250 Euro) von dieser Regelung ausgeschlossen. Zudem ist seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2010 das Verkaufen von gepfändeten Gegenständen im Internet erlaubt, allerdings gibt es dafür eine eigene Plattform des deutschen Justizministeriums. Der Verkauf von gepfändeten Dingen als Privatperson auf Ebay ist nicht erlaubt. Gegenüber dem Ahlener Tagesblatt erklärte die Stadt Ahlen, dass zuvor noch nie ein Tier gepfändet wurde. Das vermeidliche Verhalten des Mitarbeiters sei zudem „unüblich“ und wird jetzt intern geprüft.

Für die ehemalige Besitzerin von Edda bleibt nur der Trost zu wissen, dass es der Mopsdame bei Michaela J. an nichts fehlt. „Ich weiß jetzt, dass Edda in guten Händen ist.“

Weiterlesen:

Kategorien: