Bananen sollen günstiger werdenAldis Preiskampf sorgt für Aufstände unter Bananenbauern in Mittel- und Südamerika

Aldi hat angekündigt, im kommenden Jahr den Erzeugerpreis für Bananen um einen Dollar pro Kiste zu senken. So kann die Südfrucht in Deutschland noch günstiger verkauft werden. Ein Skandal, wenn es nach den Bananenbauern aus Mittel- und Südamerika geht. 
 

"Dies ist nicht hinnehmbar und nicht zu managen." Mit diesen Worten machen die von Aldi beschäftigten Bananenbauern aus Mittel- und Südamerika deutlich, was sie vom neu angekündigten Preiskampf des Discounters halten: rein gar nichts. Aldi hat laut eines Berichts auf 'Welt.de' vor, im kommenden Jahr den Erzeugerpreis für Bananen um einen Dollar pro Kiste zu senken. Umgerechnet sind das aktuell 87 Cent [Stand 1. November 2018]. Doch was zunächst nach wenig klingt, summiert sich laut 'Fairtrade' zu einer Preissenkung von ingesamt zehn bis 15 Prozent
Die Organisation macht sich auch fernab von Aldis Preiskampf für fairere Preise vor allem bei Bananen stark und informiert über die Zustände in der Branche. "Der Preis, zu dem Supermärkte hierzulande konventionell gehandelte Bananen anbieten, entspricht in keiner Weise den realen Produktionskosten. Existenzsichernde Löhne, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Umwelt- und Klimaschäden werden hier nicht hinreichend berücksichtigt", erklärt TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath beispielsweise auf der 'Fairtrade'-Homepage
Als Reaktion auf Aldis Preissenkung haben nun 32 Organisationen der Bauern und Plantagenbetreiber aus Ecuador sowie eine Kooperative von 500 Kleinbauern aus Kolumbien namens Asbama einen offenen Brief geschrieben. Darin heißt es unter anderem: "Bananen sind ohnehin die mit Abstand günstigste Obstsorte, die ganzjährig zur Verfügung steht. Wir als Branche weigern uns, Rückschritte in unseren Bemühungen um Nachhaltigkeit hinzunehmen, nur weil das letzte Glied in der Handelskette die Zusammenhänge nicht versteht."

 

Ist Aldis Preissenkung rechtswidrig?

Eine der wohl drängendsten Fragen dürfte sein, ob Aldis Preispolitik überhaupt rechtens ist. Denn zumindest in Ecuador gelten Mindestpreise für Bananen, die gesetzlich festgelegt sind. "Würden die von Aldi vorgesehenen Preise in Kraft treten, wären Erzeuger und Exporteure gezwungen, ecuadorianisches Recht zu brechen", ist in dem offenen Brief mit Blick auf die zu niedrigen Preise zu lesen.

 

Streitpunkt Banane: Aldi schweigt sich aus

Zuletzt hatte der Discounter noch mit guten Nachrichten überzeugen können. Erst Ende August wurde bekannt, dass Aldi auch weiterhin Plastik einsparen wird. Bis 2025 will der Discounter 30 Prozent der Verpackungsmengen aus seinen Regalen verbannen. Kurz zuvor hatte der Discounter angekündigt, Bio-Obst und Bio-Gemüse in Zukunft nicht mehr in Plastik zu verpacken, sondern stattdessen auf eine Laserkennzeichnung zu setzen. 
Der Preiskampf um die Bananen wirft nun wieder ein schlechtes Licht auf Aldi. Vor allem auch deswegen, weil vonseiten des Discounters bisher kein deutlicher Kommentar kam. Laut 'Welt.de' wies der Konzern lediglich darauf hin, dass nachhaltiges und verantwortliches Handeln "ein integraler Bestandteil" der Unternehmenspolitik sei.

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