Werbelüge des JahresAlete „Kinderkeks“ ist ungesund: Die Marke erhält „Goldenen Windbeutel“

Die Organisation Foodwatch vergibt den "Goldenen Windbeutel 2017" an Alete für das Produkt "Kinderkeks". Der Grund: Ein Zuckeranteil von 25 Prozent.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch rief zur Abstimmung für den "Goldenen Windbeutel 2017" auf. Fünf Produkte stellte Foodwatch zur Auswahl: Protein Drink Vanille von Bauer, Lacroix Gebundene Ochsenschwanz Suppe, Kellogg's Urlegenden Müsli, Becel Pflanzenöl und der Kinderkeks von Alete. Rund 50 Prozent der 73.000 Teilnehmer stimmten online für den "Kinderkeks" von Alete. Die dreiste Werbelüge dahinter: Die Firma umwirbt ihren "Kinderkeks" für Säuglinge ab dem achten Monat mit dem Hinweis "zum Knabbernlernen" - dabei steckt in dem Produkt 25 Prozent Zucker!  

 

Alete Kekse enthalten mehr Zucker als Leibniz Butterkekse

"Jede zweite Stimme entfiel bei der Online-Abstimmung auf den Babykeks. Alete vermarktet das Produkt entgegen den Empfehlungen von Medizinern schon für Säuglinge ab dem achten Monat „zum Knabbernlernen“ – dabei sind die Babykekse mit 25 Prozent Zuckeranteil sogar zuckriger als Leibniz Butterkekse und fördern Karies", schreibt die Organisation auf ihrer Website. Sophie Unger von Foodwatch ergänzt:  "Alete nutzt sein positives Image bei Eltern aus, um auf Kosten der Kleinsten Kasse zu machen - das grenzt an Körperverletzung durch Irreführung".

Prof. Dr. Wieland Kiess, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Leipzig kommentierte das Produkt so: "Säuglinge sollten keine Produkte mit zugesetztem Zucker essen, um zum Beispiel Entstehung von Karies und eine frühe Süßgewöhnung zu vermeiden. Die Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist prägend und beeinflusst das spätere Ernährungsverhalten eines Menschen. Einen Keks mit 25 Prozent Zucker für Babys zu empfehlen, ist schlicht verantwortungslos.

 

So reagierte Alete auf die Nominierung

Als Reaktion auf die Nominierung hatte Alete angekündigt, das Baby solle nur höchstens zwei Kekse pro Tag verzehren. Außerdem wollte der Hersteller den Begriff "Kinderkeks" auf der Packung nicht länger als "babygerecht" bezeichnen. Sophie Unger sagte, dies sei "absurd", da die Kekse ja immer noch als Babynahrung verkauft werden würden. "Der Fall macht deutlich: Wir brauchen dringend bessere gesetzliche Vorgaben für Babylebensmittel."

Alete gab zudem an, die Kekse können bereits ab dem sechsten Monat in Form eines Breis verzehrt werden, in dem sie unter Milch oder Saft (!) gerührt werden. Die Firma bekam übrigens vor drei Jahren schon mal den "Goldenen Windbeutel" - damals für die "Mahlzeit zum Trinken - Gute Nacht Mehrkorn-Getreide." Der Grund: Zu viel Zucker.

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