Neue StudieAlkoholkonsum: Wer sich als Kind ungesund ernährt, trinkt später mehr

Eine neue Studie fand nun heraus: Wenn Kinder sich ungesund ernähren, hat das nicht selten Auswirkungen auf ihren Alkoholkonsum als Jugendlicher.

Inhalt
  1. Studie: Mehr Süßes, mehr Alkohol
  2. Warum trinken Jugendliche mehr Alkohol?
  3. So viel Zucker ist für Kinder unbedenklich

Ein Keks hier, ein paar Pommes da - Kinder lieben es zu naschen und auch mal Ungesundes zu essen. Doch wenn Zucker und Fett nicht in Maßen konsumiert werden, verlieren sie den Zugang zu einer ausgewogenen Ernährung und werden meistens dick. Eine Studie des Bremer Leibnitz-Institutes für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) fand jetzt heraus, dass zwischen schlechter Ernährung im Kindesalter und späterem Alkoholkonsum als Jugendlicher ein Zusammenhang besteht.

 

Studie: Mehr Süßes, mehr Alkohol

Für die umfangreiche Studie wurden mehr als 16.000 Kinder im Alter von 2 bis 9 Jahren in acht europäischen Ländern - Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Spanien, Schweden, Ungarn und Zypern - untersucht. Die vom BIPS geführte Folgestudie "I.Family" untersuchte erneut die zuvor befragten Kinder nach einiger Zeit. Sie waren nun bereits zwischen 7 und 17 Jahre alt. Zudem wurden auch Familienmitglieder befragt. Das Ergebnis: "Wer als Kind viel zucker- und fettreiche Nahrungsmittel konsumiert hat, trinkt später als Jugendlicher deutlich häufiger regelmäßig Alkohol als die Vergleichsgruppe", schreibt die BIPS. "Dieses Muster fand sich bei beiden Geschlechtern und in allen untersuchten Ländern."

 

Warum trinken Jugendliche mehr Alkohol?

Zu den Gründen, weshalb Jugendliche, die als Kind häufig Pizza und Co. gegessen haben, mehr trinken, zählen wohl nicht die familiären Lebensumstände der Kinder: So haben Einkommen und Bildungsstand der Eltern zwar Einfluss auf die Qualität der Ernährung - den "positiven Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung und späterem Alkoholkonsum konnten sie allerdings nicht erklären.

Warum trinken Jugendliche, die im Kindesalter zu viel Fast Food und Zucker zu sich nehmen dann mehr? Fest steht: Zucker führt zu einer erhöhten Ausschüttung des Glückshormons Dopamin, was das Verlangen nach Zucker nur noch verstärkt. Denselben Mechanismus hat auch Alkohol. "Und somit könnte es sein, dass sich der Körper bei regelmäßigem Konsum an einen erhöhten Dopaminspiegel gewöhnt und man mehr konsumieren muss, um das gleiche belohnende Gefühl zu bekommen", erklärt Leonie Bogl, Ernährungswissenschaftlerin und Studien-Mitarbeiterin. Zudem wurde an Tieren festgestellt, dass sich das Verlangen nach Fett und Alkohol gegenseitig verstärkt. 

 

So viel Zucker ist für Kinder unbedenklich

Zwar konnte die These durch die Daten nicht bestätigt werden, jedoch machen die Studienergebnisse deutlich, wie stark eine ungesunde Ernährung im Kindesalter die Gesundheit als Jugendlicher und im Erwachsenenalter negativ beeinflussen können. Die Wissenschaftler appellieren daher an die Politik, eine Zuckersteuer einzuführen. Zudem plant das Forschungsteam für das Jahr 2019 eine erneute Befragung der dann 12 bis 22 Jahre alten Studienteilnehmenden, um langfristige "Folgen verschiedener Lebensstile" zu identifizieren.

Übrigens: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für ein fünfjähriges Kind täglich maximal drei Teelöffel Schokocreme - besser ist natürlich gar kein Zucker.

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