GerichtsurteilAmazon: Dieses beliebte Produkt könnte bald verboten sein

Amazons Dash-Knöpfe wurden von einem Gericht verboten. Noch muss der Internetriese seine Bestell-Buttons allerdings nicht vom Markt nehmen. 

Ein Knopfdruck und schon ist Hundefutter, Waschmittel oder Kaffee: Die sogenannten Dash-Buttons von Amazon sollen den Alltag erleichtern, indem man per Knopfdruck über WLAN einfach eine Nachbestellung ordern kann.

Doch mit dem Service könnte bald Schluss sein, denn das Oberlandgericht in München hat die Knöpfe nun verboten. Der Grund: Laut Richterbeschluss würden die aufklebbaren, nur mit dem jeweiligen Hersteller-Logo versehenen Knöpfe, zu einer intransparenten Bestellung führen. Es fehlen deutliche Informationen zu Inhalt, Preis sowie ein klarer Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung. Amazon verstoße daher gegen die Gesetze für den Internethandel.

 

Amazon will Widerspruch einlegen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte die Klage eingereicht. Dort seien Beschwerden von Verbrauchern eingegangen, wie der Sprecher Thomas Bradler angab. Das Landgericht München hatte Amazon ebenfalls zu einer Unterlassung verurteilt; das Oberlandesgericht schloss sich nun an und gestattet keine Revision des Urteils.

Ein Amazon-Sprecher sagte gegenüber tagesschau.de, dass das Unternehmen Widerspruch einlegen wolle, da das Urteil "nicht nur innovationsfeindlich" sei, "es hindert Kunden auch daran, selbst eine informierte Entscheidung darüber zu treffen, ob ihnen ein Service wie der Dash Button ein bequemes Einkaufserlebnis ermöglicht. Wir sind davon überzeugt, dass der Dash Button und die dazugehörige App im Einklang mit der deutschen Gesetzgebung stehen. Daher werden wir Rechtsmittel einlegen."

Die WLAN-Knöpfe von Amazon gibt es seit August 2016 zu kaufen. Schon damals hatte laut Heise.de die Verbraucherzentrale von NRW den Konzern angemahnt, dass die Dash Buttons in der gegenwärtigen Form das Verbraucherschutzgesetz verletze. Amazon hatte eine Änderung abgelehnt.

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