StudieAmygdala: Wohnort beeinflusst Stress-Resistenz

Ist die Amygdala gesund, sind wir entspannter. Das Hirnareal ist für Stress zuständig – und wird von unserem Wohnort beeinflusst, wie Forscher herausfanden.

Das Zuhause ist ein Wohlfühlort. Doch nicht nur wie wir wohnen, sondern vor allem das Wo hat einen unterschätzten Einfluss auf die Gesundheit.

Denn das Leben in der Stadt kann chronischen Stress verursachen. Der wiederum erhöht das Risiko, psychische Krankheiten wie zum Beispiel Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie zu entwickeln. Diese Vermutung ist mittlerweile bestätigt.

Man weiß bereits, dass bei Menschen, die in der Stadt wohnen, die Amygdala aktiver ist, als bei Landbewohnern. Jetzt hat das Max-Plank-Institut die Erkenntnis auf eine neue Ebene gehoben: Wie sieht es bei Großstädtern aus? Macht es einen Unterschied, ob man in der Innenstadt oder im naturnahen Randgebiet wohnt?

Die Psychologin Sabine Kühn hat sich der Frage gewidmet. Gemeinsam mit ihrem Team untersuchte den Zusammenhang zwischen einem naturnahen Wohnort und der Hirngesundheit bei Menschen, die in einer Großstadt wohnen.

Dafür wurden 341 Erwachsene im Alter von 61 bis 82 Jahren Gedächtnis- und Denkaufgaben gestellt. Währenddessen untersuchten die Wissenschaftler die Aktivität der Hirnareale, die für die Stressverarbeitung zuständig sind. Der Fokus lag hierbei auf der Amygdala. Das Areal wird auch Mandelkern genannt und beeinflusst unter anderem, wie man mit Stress umgeht. Die Vermutung: Je gesünder die Amygdala, desto stressresistenter der Mensch.

Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Auch innerhalb der Großstadt gibt es Unterschiede. Die Natur hat eine gesundheitsfördernde Wirkung auf unser Gehirn. Wer waldnah wohnt, hat eine gesündere Struktur der Amygdala und kann vermutlich besser mit Stress umgehen.

Von dem Begriff naturnah sind innerstädtische Parks , Grünanlagen und Wasserflächen jedoch ausgeschlossen. Lediglich ein Wohnort am Waldrand scheint die Amygdala positiv zu beeinflussen.

Übrigens konnte dieser Zusammenhang unabhängig von Einkommen und Bildung nachgewiesen werden – einzig die Waldnähe des Wohnorts scheint für den positiven Effekt verantwortlich zu sein. Neben der meist niedrigeren Miete lohnt sich also auch für unsere Gesundheit, etwas abseits der Innenstadt zu wohnen. Das dankt uns nicht nur unser Portemonnaie, sondern auch unser Gehirn.

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(ww4)

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