LebensmittelAnisakiasis: Experten warnen vor Fadenwürmern in Sushi

Fadenwürmer im Sushi
Sushi ist gesund und lecker - jedenfalls so lange keine Fadenwürmer darin enthalten sind
Foto: iStock

Fadenwürmer in rohem Fisch können Anisakiasis verursachen. Wer nach dem Sushi-Verzehr Bauchschmerzen hat, sollte schleunigst einen Arzt aufsuchen.

Mediziner der British Medical Journal Case Reports raten zur Vorsicht bei dem Verzehr von Sushi. In dem vorliegenden Fall wurde ein 32-Jähriger mit Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber ins Krankenhaus eingewiesen. Die Ärzte konnten auf Anhieb nichts Abnormales feststellen - doch dem Patienten ging es immer schlechter.

Nach zahlreichen Untersuchungen und einem ausführlichen Gespräch über die von dem jungen Mann verzehrten Speisen stellte sich heraus: Sein Leiden könnte von Fadenwürmern (Nematoden) verursacht worden sein. Eine weitere Diagnose wurde erstellt: Der Mann hat Anisakiasis - eine Krankheit, die hauptsächlich in Japan auftritt, jedoch seit dem Sushi-Boom im Westen auch immer öfter in Europa diagnostiziert wird. Im vorliegenden Fall war der rohe Sushi-Fisch mit Eiern oder Larven von Fadenwürmern befallen. Verzehrt, landeten sie im Darm des Menschen.

 

Anisakiasis durch Sushi ausgelöst

Anisakiasis ist nach der Fadenwurm-Art Anisakis simplex benannt. Dieser Fadenwurm kommt in rohem Fisch, wie etwa Sushi und Sashimi, Hering und Matjes, vor. Die Symptome von Anisakiasis sind heftige Bauchschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Geschwüre, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust - etwa 24 Stunden nach dem Verzehr eines befallenen Rohfischgerichtes. Wird der Befall mit Fadenwürmern nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu Darmlähmung bzw. Darmverschluss (Ileus) oder Darmdurchbruch kommen. Ebenso können Patienten lebenslänglich chronische Beschwerden erleiden - auch wenn Fadenwürmer bloß drei Wochen alt werden.

Befallen Fadenwürmer die Lungen des Menschen, können sie allergische Reaktionen auslösen, wie etwa Atemnot, Nesselsucht, Husten und Fieber. Auch Krämpfe oder einen Schock können Fadenwürmer auslösen. Verbleiben die Fadenwürmer in der Speiseröhre, werden sie ausgehustet und können im Speichel nachgewiesen werden.

Fadenwürmer zählen zu den häufigsten Infektionserregern weltweit. Die Parasiten können wenige Millimeter klein sein und u.U. bis zu einem Meter lang werden. Am wohlsten fühlen sich Fadenwürmer im Darm des Menschen, wo sie ihre Eier ablegen. Die Larven können ebenso wie die Elterntiere die Schmerzen im Bauchbereich verursachen.

Zur Bekämpfung der Fadenwürmer aus dem Körper verschreiben Ärzte häufig Wurmmittel (Antihelmintika), dessen Inhaltsstoffe die Fadenwürmer lähmen oder töten. Anschließend werden sie mit dem Stuhlgang ausgeschieden.

 

Wie schütze ich mich vor Fadenwürmern?

Das oberste Gebot beim Schutz vor Fadenwürmern ist Hygiene. Wer im Restaurant Sushi bestellen möchte, sollte sich das Restaurant sorgfältig aussuchen. Wer beim Händler Sushi kauft, sollte nachfragen, ob er sich an EU-Vorschriften hält - Händler, die Lebensmittelgesetze befolgen, werden dir die Vorsicht verzeihen.

  • Häufiges und gründliches Händewaschen hält Fadenwürmer fern.
  • Lebensmittel sollten vor dem Verzehr gründlich gesäubert werden.
  • Fleisch und Fisch sollte entweder gut erhitzt (ab 70 Grad Celsius) oder tiefgekühlt werden (minus 25 Grad: vor der Zubereitung "Schockfrost" für mindestens 24 Stunden).
  • Wer Haustiere hat, sollte sie regelmäßig entwurmen lassen.
  • Wer in tropische Gebiete reist, sollte möglichst niemals barfuß laufen.
 

(ww7)

Kategorien: