GesundheitApotheken-Aus? Hausärzte fordern Medikamente selbst auszugeben

Der Deutsche Hausärzteverband fordert selbst verschreibungspflichtige Medikamente an die Patienten ausgeben zu dürfen. Sterben damit die Apotheken aus?

Bislang dürfen nur Apotheker verschreibungspflichtige Medikamente ausgeben und besitzen somit das Dispensier-Recht. Ulrich Weigeldt vom Deutschen Hausärzteverband sprach sich nun dafür aus, dass es eine Reform geben sollte, damit auch Hausärzte künftig Medikamente ausgeben dürfen. Bisher durften diese nur kostenlose Medikamente mitgeben, um beispielsweise akute Schmerzen zu lindern, schreibt „RTL Next“. Die bisherige Trennung sollte dafür sorgen, dass Mediziner nicht finanziell davon profitieren, wenn sie ein Mittel verordnen. Ebenso erbringen Apotheken keine ärztlichen Leistungen.

„Wir können und wollen die Apotheken nicht ersetzen“, sagt Weigeldt zu „FAZ.net“, denn ein komplettes Sortiment solle es nicht geben. „Unser Ziel ist auch in Zukunft ein vernünftiges Miteinander mit den Apotheken.“ Man solle die Sache laut ihm nicht zu emotional sehen. Doch welche Vorteile würde diese Umstellung bringen?

 

Ressourcen sollen besser genutzt werden

Damit, dass auch Ärzte das Recht bekämen, verschreibungspflichtige Medikamente abzugeben, könnten laut Weigeldt „die Ressourcen besser genutzt werden, gerade auf dem Land.“ Besonders auf dem Land hätten es die Apotheker schwer, Nachfolger zu finden. Zum anderen verlangen die Apotheken jedoch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Internet-Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln rechtlich zu unterbinden. Dieser sprach sich jedoch für die Internet-Apotheken aus und warb dafür „den Blick ein bisschen zu weiten“. Wie Spahn vorschlug, sollten Apotheken in Zukunft Impfungen verabreichen und dafür eine gesonderte Vergütung erhalten können.

Derweil sei der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, Erwin Rüddel, für beide Vorschläge offen. „Ärztliche Versorgung wird von Jahr zu Jahr mehr ein knappes Gut, sodass ich aktuell nicht die Kapazität für zusätzliche Aufgaben bei den Ärzten sehe“, sagt der Vorsitzende zur „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

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