TV-Doku auf RTL IIArmes Deutschland: Neunjährige bekommt zum Geburtstag nur eine Tüte Chips

Die Kinderarmut in Deutschland wächst. Wie sehr vor allem Kinder leiden, die unter der Armutsgrenze leben, zeigt die RTL II-Doku "Armes Deutschland – abrackern oder stempeln". Die neunjährige Isabel-Chantal hat einen Geburtswunsch, der einem fast das Herz bricht.

Isabel-Chantal lebt mit ihren drei Geschwistern und Eltern in Bremen. Die Familie lebt von Hartz IV und dem 450-Euro-Job des Vaters. Bald hat die Neunjährige Geburtstag, ihr innigster Wunsch: "Ich würde gerne mal Schlittschuhlaufen oder Schwimmengehen“, sagt das Mädchen, deren Kinderzimmer drei Quadratmeter groß ist. "Oder in den Urlaub fahren." Sie war noch nie weg. Wie auch, ihre Familie kann sich finanziell kaum über Wasser halten. 

 

Kein Geld für eine Geburtstagsfeier

Isabels Eltern Yvonne und Thomas kämpfen täglich mit ihren finanziellen Problemen. Die Familie lebt von 1682 Euro. "Es ist schwer, den Kindern nicht das zu geben, was sie haben wollen. Aber manchmal vergessen sie auch ihre Wünsche", sagt Papa Thomas.

Wenn Isabel-Chantal auf dem Heimweg von der Schule Pfandflaschen findet, sammelt sie die Flaschen auf, bringt sie zum Pfandautomaten und bringt so ein bisschen Kleingeld mit nach Hause. In der Schule werden das Mädchen und ihre Geschwister ständig gehänselt, weil sie so schlechte Kleidung tragen. 

Nun steht der Geburtstag des kleinen Mädchens an. Für eine richtige Party haben die Eltern kein Geld. Stattdessen kaufen sie zwei Flaschen Limonade und eine Tüte Chips und feiern im Kreis der Familie.

Isabell-Chantal war noch nie in einem Spielzeugladen um sich dort etwas zu kaufen. Freunde besuchen sie auch nie. Die Familie schämt sich, weil sie arm ist. "Ich will nicht zeigen, wie wir hier leben. Die sagen dann, das sieht da ja armselig aus", sagt Papa Thomas. 

 

Die Familie will raus aus Hartz IV

Vater Thomas arbeitet auf 450-Euro-Basis als Krankentransportfahrer. Er will loskommen vom Amt: "Hartz-IV-Empfänger, die nur die Hand aufhalten und nichts tun, sind für mich Abschaum", sagt er.  Stattdessen will er seine Stunden bei seinem Arbeitgeber so schnell wie möglich aufstocken. "Ich muss für die Kinder ein Vorbild sein."

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