GerichtsurteilArnstein: Vater wegen fahrlässiger Tötung in Gartenlaube zu Bewährungsstrafe verurteilt

Andreas P. ist wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung von Jugendlichen angeklagt. Heute hat das Gericht über seine Strafe entschieden - und die fiel milde aus.

Arnstein: Massenmörder nur zu Bewährungsstrafe verurteilt
In Arnstein wurde ein Mann wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (Symbolfoto)
Foto: iStock
Inhalt
  1. 6 Jugendliche starben an Kohlenmonoxid-Vergiftung
  2. "Strafe bringt keine Kinder zurück"
  3. Fahrlässige Tötung: 1,5 Jahre Haft auf Bewährung

Der Familienvater Andreas P. (52) wurde wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung angeklagt. Die sechs Opfer waren erst 18 und 19 Jahre alt. Zwei von ihnen waren Kinder des Angeklagten, die anderen vier waren ihre Freunde.

In seiner Gartenlaube im unterfränkischen Arnstein (Bayern) hat Andreas P. einen Stromgenerator aufgestellt. Der war für Innenräume allerdings nicht zugelassen. Denn der Generator ist benzinbetrieben und setzt unsichtbares aber giftiges Kohlenmonoxid frei. Die Abgasleitung bastelte der Angeklagte selbst.

 

6 Jugendliche starben an Kohlenmonoxid-Vergiftung

Am 28. Januar 2017 hat der Generator sein Unheil angerichtet: Die zwei Kinder von Andreas P. haben mit vier Freunden in der Gartenlaube einen Geburtstag gefeiert. Am nächsten Tag waren sie tot. Sie atmeten das giftige, geruchlose Gas ein, starben fast gleichzeitig den stillen Tod - innerhalb weniger Minuten, wie Gutachter bestätigen. Die Abgasleitung brach an diesem Tag zusammen.

Die Installation des Generators war "grob fahrlässig", wie es der Staatsanwalt definiert. Andreas P. räumte seine Schuld vor Gericht von vorne herein ein. "Was im Januar passiert ist, ist die schlimmste Katastrophe meines Lebens", sagte der Angeklagte. Er war derjenige, der die sechs Toten am nächsten Morgen in dem Gartenhaus vorfand.

 

"Strafe bringt keine Kinder zurück"

Die Staatsanwaltschaft verklagte Andreas P. wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung. Sein Verteidiger Hubertus Krause forderte Freispruch - Andreas P. sei mit dem Tod seiner Kinder bestraft genug. "Strafe bringt uns keine Kinder zurück", begründete Krause und berief sich auf Paragraph 60 des Strafgesetzbuches: "Das Gericht sieht von Strafe ab, wenn die Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, so schwer sind, dass die Verhängung einer Strafe offensichtlich verfehlt wäre."

 

Fahrlässige Tötung: 1,5 Jahre Haft auf Bewährung

Der Richter Hans Brückner vom Landgericht Würzburg fällte heute das Urteil: Andreas P. wird zu einer Haftstrafe von 1,5 Jahren verurteilt - allerdings ist diese auf Bewährung ausgesetzt.

 

(ww7)

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