ÄrzteArzt-Strafe für alle? 25 Euro für verpasste Arzttermine

Einige Ärzte verlangen Strafzahlungen, wenn ein Patient zu seinem Termin ohne Absage nicht erscheint. Ist das überhaupt rechtens?

Einen Arzttermin kann man schon schnell vergessen. Manchmal ist der Alltag einfach so stressig, dass solche Termine schnell untergehen. Macht ja auch nichts. Am nächsten Tag ruft man einfach wieder an und macht einen neuen Termin, oder?

In den Behandlungsverträgen einer Hautarztpraxis in Hamburg heißt es: „Im Falle der Nichtabsage ist eine zeitabhängige Kostenpauschale von 25,-€ pro angefangene 10 min eingeplanter Behandlungszeit zu entrichten. Die Absage des Termins muss mindesten 24 Stunden vorher stattfinden. Die Absage ist per Telefon oder Fax möglich. Bitte die Termine nicht per e-Mail absagen.“ Dieser Zusatz ist nicht neu und wird immer wieder in verschiedenen Arztpraxen thematisiert. So versuchen sich die Ärzte vor großen Verdienstausfällen zu schützen.

Dr. Dirk Heinrich, HNO-Arzt und Vorsitzender der Vertreterversammlung in der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), ist sich sicher: „Grundsätzlich ist so eine Strafgebühr nicht zulässig, weil es dafür keinerlei rechtliche Grundlage gibt.“ Der Ärztesprecher weiß aber aus eigener Erfahrung: „Die Termin-Moral vieler Patienten ist tatsächlich ein riesiges Problem. In Zukunft muss der Patient mehr in die Verantwortung genommen werden. Aber da ist es an der Politik, einheitliche Lösungen zu finden, nicht an einzelnen Ärzten.“

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